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Sonntag, 13.07.2014

  • 00:00 Uhr

    Nachrichten

  • 00:05 Uhr

    Literatur

    Doppelleben oder: Gedenkt unserer mit Nachsicht
    Ein Dialog über Gottfried Benn und Bertolt Brecht im Spiegel der Gegensätze
    Von Jörg Magenau
    (Wdh. v. 02.07.2006)

    In ihren Biographien spiegelt sich gegensätzliche deutsche Geschichte, aber sie zeigen auch Gemeinsamkeiten: im Dritten Reich gab es für beide keinen Platz, Brecht ging ins Exil und Benn in die innere Emigration.

    Im Sommer 1956 starben mit Gottfried Benn und Bertolt Brecht kurz nacheinander zwei der bedeutendsten deutschen Dichter des 20. Jahrhunderts in Berlin. Sie lebten nach 1945 in einer Stadt und doch in zwei Welten. Benn, ausgezeichnet mit Büchnerpreis und Bundesverdienstkreuz, starb auf der Höhe seines Ruhmes als ein Repräsentant der Adenauer-Ära, die ihn auch deshalb verehrte, weil er Geschichte und Gesellschaftlichkeit so sehr verachtete. Der Marxist Brecht galt zwar als Staatsdichter der DDR, doch den Nachrufen von Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht war auch die Erleichterung anzumerken, diesen skeptischen, lebendigen Geist los zu sein und in Zukunft als Klassiker behandeln zu dürfen. Die Begräbnisse auf dem Waldfriedhof in Dahlem und auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof mit der Trauerfeier im „Berliner Ensemble“ sprechen für sich. Aus zwei Szenen wird eine ganze Epoche kenntlich, in zwei Biographien spiegelt sich deutsche Geschichte. Aber es gibt schließlich nicht nur Gegensätze zwischen ihnen, sondern auch Gemeinsamkeiten: nicht zuletzt die, dass es im Dritten Reich für beide keinen Platz gab. Brechts Exil und Benns innere Emigration schafften eine doppelte Leere, die nach 1945 durch geteilte Verehrungsbereitschaft im geteilten Land ausgetrieben wurde. Was hätten sie sich zu sagen gehabt, wenn sie sich 1956 begegnet wären? Günter Grass hat das in „Mein Jahrhundert“ ausprobiert, wo er die beiden am Kleistgrab am Kleinen Wannsee zusammenkommen lässt. Benn sagt dort das eher nach ihm klingende Brecht-Gedicht „Der Nachgeborene“ auf, während Brecht Benns „Mann und Frau gehen durch die Krebsbaracke“ zitiert.

  • 01:00 Uhr

    Nachrichten

  • 01:05 Uhr

    Tonart

    Chansons und Balladen
    Moderation: Michael Neumann

    Zahlreiche Neuerscheinungen, darunter auch viele deutschsprachige Produktionen, wie zum Beispiel das Debüt-Album der Berliner Band „Tipps für Wilhelm“ sowie des Allrounders Matthias Nürnberger alias Matze Rossi, der auf „Und jetzt Licht, bitte!!!“ kleine Geschichten rund um das Leben erzählt.
    Musik gibt es außerdem von Suzanne Vega, Passenger und Hanna Fearns. Nostalgisch wird’s mit Michel Sardou’s-Album „La Maladie d’amour“ und Elton John’s 74er Studioalbum „Caribou“.

    02:00 Uhr
    Nachrichten
    03:00 Uhr
    Nachrichten
  • 04:00 Uhr

    Nachrichten

  • 04:05 Uhr

    Tonart

    Clublounge
    Moderation: Oliver Schwesig

    05:00 Uhr
    Nachrichten
    06:00 Uhr
    Nachrichten
  • Bahá'i

  • 07:00 Uhr

    Nachrichten

  • 07:05 Uhr

    Feiertag

    "Wozu brauche ich Füße, wenn ich Flügel habe?"
    Zum 60. Todestag der Malerin Frida Kahlo
    Von Pastorin i.R. Elke Drewes-Schulz
    Evangelische Kirche

  • 07:30 Uhr

    Kakadu

    Moderation: Ulrike Jährling

  • 08:00 Uhr

    Nachrichten

  • 08:05 Uhr

    Kakadu

    Hörspieltag
    Lina, König Faunfaun und der Bart des Katers
    Von Jenny Reinhardt
    Ab 8 Jahren
    Regie: Klaus-Michael Klingsporn
    Komposition: Lexa A. Thomas
    Mit: Carmen-Maja Antoni, Finja Ufer, Michael Kind, Eva Meckbach und Matthias Matschke
    Produktion: Deutschlandradio Kultur 2011
    Länge: 51'52
    (Wdh. v. 08.07.2012)
    Moderation: Ulrike Jährling

    Lina hat ihrem Kater Titus den halben Bart abgeschnitten und wird dafür vom König der Tiere bestraft.

    Lina ist sieben Jahre alt und weiß alles über Tiere. Sogar über den Kabeljau. Das sagt sie selbst und ihre Oma auch. Am liebsten spielt Lina mit Omas weißem Kater Titus und erzählt ihm alles. Sogar, dass sie erst einen einzigen Liebesbrief von Kenneth hat. Denn Kenneth traut sich nichts. Da ist Kater Titus viel mutiger und das kann nur an seinem silbernen Bart liegen. Kurzerhand schneidet Lina ihm die eine Seite ab. Noch vor dem Abendbrot. Sie will Kenneth die Barthaare schenken. Die werden ihn mutiger machen, hofft Lina. Aber dazu kommt sie gar nicht. Aus allen Himmelsrichtungen strömen Tiere in Linas Garten, sie sind entsetzt darüber, was Lina dem arglosen Kater angetan hat. Sie suchen nach einer Strafe.

    Jenny Reinhardt, geboren 1949, hat Germanistik studiert, war Hörspieldramaturgin, lebt als freie Autorin in Berlin. Schreibt Geschichten und Hörspiele für Kinder und Erwachsene.

  • 09:00 Uhr

    Nachrichten

  • Das Rätselmagazin

    10:00 Uhr
    Nachrichten
  • 11:00 Uhr

    Nachrichten

  • Der lange Weg ins Paradies
    Völklingen im Saarland
    Von Christa Schmidt

    100 Jahre war über der saarländischen Mittelstadt Völklingen keine Sonne zu sehen. Es roch nach Teer und Schwefel, in dröhnendem Lärm schlugen alle paar Stunden rote Flammen in den Himmel. „Ich habe den Schalter umgelegt", sagt Manfred Baumgärtner. Der Industriemeister stellte im Juli 1986 den letzten Hochofen der einst reichsten Stadt Deutschlands ab. Nicht nur die Arbeitslosigkeit, auch die ungewohnte Stille machte viele Völklinger schlaflos.
    Doch dann gelang ein Schildbürgerstreich: „Wir machen die Hütte zum Weltkulturerbe, zum Kumpel der Pyramiden - eine Wahnsinnsidee“, sagt Hendrik Kersten. Der Kunsthistoriker führt einige der jährlich 200 000 Besucher durch die sechs Hektar große Industrieanlage. Das Stahlwerk liegt jetzt wie eine Riesenplastik im Saartal - ein begehbares Denkmal und eine grandiose Kulisse für Kunstausstellungen und Konzerte. Die „Deutschlandrundfahrt“ erkundet die Magie eines Ortes, an dem ein paradoxes Kunststück gelingt: eine Flamme am Brennen zu halten, die längst gelöscht ist.

  • 12:00 Uhr

    Nachrichten

  • 12:05 Uhr

    Studio 9

    Themen des Tages

  • Willkommen in Riace
    Ein italienisches Dorf freut sich auf Flüchtlinge
    Eine Reportage von Eberhard Schade

    Während sich halb Europa vor Einwanderern abschottet, Kriegsschiffe patrouillieren lässt und Zäune hochzieht, geht ein Fischerdorf in Kalabrien einen anderen Weg. Bürgermeister Domenico Lucano hat sein Dorf zur Heimat der Flüchtlinge erklärt. Bei ihm erhalten sie Arbeit und Wohnungen. Und davon profitiert auch die Gemeinde. So musste etwa die Schule nicht wegen des Schülerschwunds geschlossen werden und altes, vom Aussterben bedrohtes Kunsthandwerk, konnte wiederbelebt werden. Dank des Zuzugs der Asylbewerber sind viele Bewohner, die ursprünglich vorhatten, Riace zu verlassen, geblieben. 25 bis 30 Euro bekommt Riace pro aufgenommenem Flüchtling von der Regierung gezahlt. Auch das ist ein Grund, warum die Asylbewerber hier freundlich aufgenommen werden. Viele Migranten entschlißen sich, sobald ihr Asylantrag angenommen wird, weiterzuziehen, um zum Beispiel andernorts zu studieren. Andere sind geblieben und helfen den Neuankömmlingen bei der Eingewöhnung. Eine Reportage aus Riace von Eberhard Schade.

  • 13:00 Uhr

    Nachrichten

  • Das Philosophiemagazin
    u.a.
    Kleine Leute, große Fragen
    Von Gesa Ufer

    Mit Nietzsche im Stadion
    Gespräch mit Prof. Dr. Martin Gessmann, Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main

    Wenn die Welt in Stücke geht - Warum wir philosophieren
    Gespräch mit Prof. Dr. Martin Gessmann, Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main

    Mode und (Post-)Moderne
    Von Stephanie Rohde

  • 14:00 Uhr

    Nachrichten

  • 14:05 Uhr

    Religionen

    "Du sollst nicht töten!"
    Die Beziehung von Christentum und Krieg
    Von Stefanie Oswalt

    "Die Rufer in der Wüste"
    Die Rolle "Friedenspfarrer" im Ersten Weltkrieg
    Von Gunnar Lammert-Türk

    Krieg! Juden zwischen den Fronten 1914-1918
    Interview mit der Kuratorin der Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin, Ulrike Heikaus
    Von Philipp Gessler

    Moderation: Ralf Bei der Kellen

  • 15:00 Uhr

    Nachrichten

  • Der Soldat als Hirt - "A Pastoral Symphony"
    Von Ralph Vaughan Williams
    Moderation: Jan Brachmann

    16:00 Uhr
    Nachrichten
  • 17:00 Uhr

    Nachrichten

  • 17:05 Uhr

    Studio 9

    Themen des Tages mit Sport

  • 17:30 Uhr

    Nachspiel

    Das Sportmagazin

    18:00 Uhr
    Nachrichten
    18:05 Uhr
    Nachspiel

    Die neue Bäderkrise
    oder: Ist Schwimmen out?
    Von Jantje Hannover

    Mit immer höheren Eintrittspreisen versucht man in Berliner Hallenbädern, die schwindenden Besucherzahlen zu kompensieren - mit dem Effekt, dass wahrscheinlich noch weniger Menschen kommen. Besser sieht es nur in den Spaßbädern aus. Auch in Nordrhein-Westfalen können viele Kommunen ihre Schwimmhallen nicht mehr bezahlen. Nicht immer gelingt eine Lösung wie in Gladbeck: Hier hat ein Sportverein seit einigen Jahren mit viel ehrenamtlichen Einsatz erfolgreich die Betriebsführung eines Freibads übernommen, das auch im Winter geöffnet hat. Auf der anderen Seite schlägt die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft DLRG Alarm: Die Hälfte aller Viertklässler könnte heutzutage noch nicht schwimmen, 2013 seien doppelt soviele Kinder ertrunken wie im Vorjahr.

  • 18:30 Uhr

    Hörspiel

    Sag doch auch mal was! oder Das Luxurieren der Bastarde
    Live-Mitschnitte aus den Wohnzimmern der 60er-Jahre
    Von Hermann Bohlen
    Produktion: DLR Berlin 1998
    Länge: 53‘07
    (Wdh. v. 07.06.1998)

    Aus Tonbändern, auf  Flohmärkten gefunden, entstand ein tönendes Familienalbum aus den 60er Jahren.

    Anschließend:
    „Achtung, Baugerüst“ Lesung von Hermann Bohlen (RIAS Berlin 1991/27’09)

    Der Bohrmaschine dicht auf den Fersen, strebt die Verbreitung des Tonbands in den 60er-Jahren ihrem Höhepunkt zu. Mama und Papa zeichnen damit jeden Pieps der lieben Kleinen auf; Tante Ilse aus Milwaukee wird befragt, Onkel Erwin aus Tosterglope muss endlich mal was sagen - verzweifelte Versuche, die Momente des Privaten festzuhalten und zum tönenden Familienalbum zusammenzuschneiden. Herman Bohlen hat zum Ende des Jahrtausends die Flohmärkte seiner Umgebung nach alten Tonbändern abgesucht, seine Fundstücke sortiert und sie zu einer quasi musikalischen Collage verarbeitet.

    Hermann Bohlen, geboren 1963 in Celle, studierte Sinologie und lebt als Autor und Hörspielmacher in Berlin. Publikumspreis "Lautsprecher" der Akademie der Künste Berlin für "Prozedur 7.7.0." (SFB 1996). Zuletzt Deutscher Hörspielpreis der ARD für "ALFRED C." (DKultur/HR 2012).

  • 20:00 Uhr

    Nachrichten

  • 20:03 Uhr

    Konzert

    Musikfestspiele Potsdam Sanssouci
    Pfingstberg Potsdam
    Aufzeichnung vom 22.06.2014

    Gondola

    Antonio Vivaldi
    Concerto für Mandoline C-Dur RV 425
    Concerto für Violine g-Moll RV 331

    Pietro Baldassarre Galuppi
    Concerto für Zink F-Dur

    Vincenzo Capezzuto, Gesang
    Ensemble "Il pomo d'oro"
    Riccardo Minasi, Violino / Viola d'amore / Leitung

  • Magier, Mythos, Marke
    Zum 25. Todestag von Herbert von Karajan
    Von Wolfgang Rathert

  • 22:30 Uhr

    Studio 9

    Themen des Tages mit Sport

  • 23:00 Uhr

    Nachrichten

  • 23:05 Uhr

    Fazit

    Kultur vom Tage
    u.a.
    Ganz hoch hinaus: Chinas Wolkenkratzer-Boom
    Von Markus Rimmele

    Afghanischer Jungautor schreibt Theaterstück für München
    Von Sandra Petersmann

    "Charing The Meeting" - Stefan Roloffs Stasi-Installation
    Gespräch mit dem deutsch-amerikanischen Künstler Stefan Roloff

    Kulturpresseschau
    Von Tobias Wenzel