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Samstag, 10.12.2022

  • 00:00 Uhr

    Nachrichten

  • 00:05 Uhr

    Lange Nacht

    Auf der Suche nach einer bewohnbaren Sprache in einem bewohnbaren Land
    Heinrich Böll in einer Langen Nacht
    Von Terry Albrecht
    Regie: Sabine Fringes
    (Wdh. v. 16./17.12.2017)

    Kein Schriftsteller lag so im Widerstreit mit der Bundesrepublik wie ihr erster Literaturnobelpreisträger, der am 21. Dezember 105 Jahre alt geworden wäre. Bis zu seinem letzten Roman „Frauen vor Flußlandschaft” rieb sich Heinrich Böll an seinem Land. Dessen restaurative Strukturen beschrieb er immer wieder in Romanen wie „Gruppenbild mit Dame” oder „Billard um halb zehn”. Böll hat in seiner Heimatstadt Köln seine literarische Prägung erfahren, seine ersten Schreibversuche gehen auf die „Straßenschule” zurück, gefolgt von einem langjährigen Soldatenleben, in dem er den Krieg hassen lernte. Als er darüber schrieb, wollte Ende der 40er-Jahre keiner etwas davon wissen. Viele seiner frühen Erzählungen sind erst kurz vor seinem Tod 1985 oder postum veröffentlicht worden, wie der Roman „Der Engel schwieg”. Nicht nur in diesem Roman hat der gläubige Katholik Böll die Institution Kirche angegriffen und ihre Verstrickung in das Naziregime angeprangert. Böll wurde zu dem literarischen Gewissen der Bundesrepublik. Dass sein öffentliches Engagement nicht von seinem literarischen zu trennen war, zeigt seine Auseinandersetzung mit dem Terrorismus der RAF in Reden, Essays und dem Roman „Die verlorene Ehre der Katharina Blum”. Popularität erreichte Böll vor allem durch sein „Irisches Tagebuch” und seine gesellschaftskritischen Satiren wie „Dr. Murkes gesammeltes Schweigen” oder „Nicht nur zur Weihnachtszeit”.

    01:00 Uhr
    Nachrichten
    02:00 Uhr
    Nachrichten
  • 03:00 Uhr

    Nachrichten

  • 03:05 Uhr

    Tonart

    Klassik reloaded

  • 05:00 Uhr

    Nachrichten

  • Bericht aus Workuta
    Von Brigitte Gerland
    RIAS Berlin 1954

    „Mitten in der Tundra liegt die Metropole der sowjetischen Arktis Workuta, eine halbe Million Einwohner, 400.000 Gefangene, 10.000 Wachposten, Konvois, Offiziere des Ministeriums für Staatssicherheit, zivile Handlanger, Aufseher und Sklaventreiber.“ So beschreibt die Autorin Brigitte Gerland den Ort, an dem sie knapp acht Jahre Gefangenschaft erlebt hat. Die Westberliner Journalistin wird bei einer Recherche in der sowjetisch besetzten Zone 1946 unter Spionageverdacht verhaftet und vom Moskauer Asow-Gericht ohne Prozess zu zehn Jahren Zwangsarbeit in Workuta verurteilt. Im Winter 1953/54 wird sie vorzeitig entlassen. Im „Bericht aus Workuta“ beschreibt sie eindrücklich das Leben im Lager, und sie beginnt ihren Bericht mit den Worten: „Workuta ist nicht auf meinem Schulatlas verzeichnet, und von der autonomen Sowjetrepublik KOMI ASSR habe ich in der Geografiestunde nie etwas gehört …“.

  • 06:00 Uhr

    Nachrichten

  • 06:05 Uhr

    Studio 9

    Kultur und Politik am Morgen

    06:30 Uhr
    Nachrichten
    07:00 Uhr
    Nachrichten
    07:30 Uhr
    Nachrichten
    08:00 Uhr
    Nachrichten
    08:30 Uhr
    Nachrichten
    08:50 Uhr
    Buchkritik

    "Mein aufrührerisches Herz" von Arundhati Roy
    Rezensiert von Fabian Wolff

  • 09:00 Uhr

    Nachrichten

  • Weltnaturgipfel - Wie retten wir die Artenvielfalt?

    Gäste: Dr. Britta Linnemann, Leiterin der NABU-Naturschutzstation Münsterland - und
    Dr. Christof Schenk, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt

    Moderation: Vladimir Balzer

    Live mit Hörern
    08 00 22 54 22 54
    gespraech@deutschlandfunkkultur.de

    Alle zehn Minuten verschwindet eine Tier- und Pflanzenart für immer, eine Million sind akut bedroht. Bei der Weltnaturkonferenz in Montreal geht es um nicht weniger als um unsere Lebensgrundlagen. Schaffen wir die Wende? Retten wir die Artenvielfalt?

    10:00 Uhr
    Nachrichten
  • 11:00 Uhr

    Nachrichten

  • 11:05 Uhr

    Lesart

    Das politische Buch

    Sachbücher über das Erben: Wie uns Herkunft, Abstammung und Geld prägen

    Yannick Haan: "Enterbt uns doch endlich!"
    Gespräch mit der Autorin

    Buchkritik:
    "Superyachten. Luxus und Stille im Kapitalozän" von Grégory Salle
    Rezensiert von Dr. Ursula Weidenfeld

    Lukas Bärfuss: "Vaters Kiste. Eine Geschichte über das Erben"
    Gespräch mit dem Autor

    Adventskalender, das 10. Türchen: "Bob Popcorn“ von Maranke Rinck
    Von Dina Netz

  • 12:00 Uhr

    Nachrichten

  • Zafer Senocak, Autor und Publizist
    Moderation: Korbinian Frenzel

  • 13:00 Uhr

    Nachrichten

  • 13:05 Uhr

    Breitband

    Medien und digitale Kultur
    Moderation: Jenny Genzmer und Vera Linß

    ChatGPT - Die Technik hinter dem Sprachmodell
    Von Hagen Terschüren

    Euphorie um ​ChatGPT - Die feinen Grenzen zwischen Wortakrobat und Betrüger
    Gespräch mit Dr. Aljoscha Burchardt

    ​eIDAS 2.0 - EU-Rat einigt sich auf digitale Brieftasche
    Gespräch mit Lilith Wittmann

    "Künstliche“ Tiere: Wie Forscher an der Manipulation der Natur arbeiten
    Von Frank Kaspar

  • 14:00 Uhr

    Nachrichten

  • 14:05 Uhr

    Rang 1

    Das Theatermagazin
    Moderation: Janis El-Bira

    "Gerechtigkeit für Peters Dummheiten": Handke-Projekt in Dortmund
    Von Stefan Keim

    Nach Antisemitismus-Vorwürfen: Wie man jetzt noch "Vögel" spielen will
    Gespräch mit Friedrich von Mansberg

  • 14:30 Uhr

    Vollbild

    Das Filmmagazin
    Moderation: Susanne Burg

    Frankreichs Debatte um "Les Amandiers" nach Missbrauchsvorwürfen
    Von Christian Berndt

    Will Smiths Rückkehr - im Sklaven-Drama "Emancipation"
    Gespräch mit Antoine Fuqua

    Eine Feier des europäischen Films? Die European Film Awards in Island
    Gespräch mit Jörg Taszman

    Weltenschöpfer: Wie die Sprach- und Pflanzenwelt in Avatar entstanden
    Von Guido Meyer

    Melancholische Kindheit: der gefeierte Newcomer-Film "Aftersun"
    Gespräch mit Charlotte Wells

    Zwischen Aufarbeitung und Voyeurismus: Filme über den Bataclan-Anschlag
    Gespräch mit Anke Leweke

    Oft übersehen, aber unverzichtbar: Nebenfiguren
    Von Claudia Neumeier

    15:00 Uhr
    Nachrichten
  • 16:00 Uhr

    Nachrichten

  • 16:05 Uhr

    Echtzeit

    Das Magazin für Lebensart
    Moderation: Mandy Schielke

    Igittigit - Wovor wir uns ekeln

    Spam - der neue Hype ums britische Dosenfleisch
    Von Natalie Klinger

    Ekel, ein Gefühl, das auch sozial erlernt ist
    Gespräch mit Prof. Dr. Joachim Bauer

    Live on Tape:
    Mit Humor geht's besser - das Leben mit Kakerlaken und Co in New York
    Von Antje Passenheim

    Die Lehre der Fäkalien
    Von Ulrike Jährling

    Meine perfekte Beerdigung: Folge 6 - Alfons Mühlenbrock
    Von Louise Brown

  • 17:00 Uhr

    Nachrichten

  • 17:05 Uhr

    Studio 9

    Themen des Tages
    Moderation: Korbinian Frenzel

  • 17:30 Uhr

    Tacheles

    Vermögenssteuer
    "Wir müssen umverteilen"

    Alexander Thiele, Verfassungsrechtler, stellt sich den Fragen von Susanne Führer

    Seit 25 Jahren wird die Vermögenssteuer in Deutschland nicht mehr erhoben. Das Grundgesetz verbietet sie nicht, sagt der Verfassungsrechtler Alexander Thiele. Aber eine zu starke soziale Spaltung stehe im Widerspruch zu unserer Verfassung. Daher kämen wir um eine Umverteilung nicht herum.

  • 18:00 Uhr

    Nachrichten

  • 18:05 Uhr

    Feature

    Oh Tannenbaum
    Wie der Weihnachtsbaum in die gute Stube kommt
    Von Lorenz Schröter
    Regie: Nikolai von Koslowski
    Mit: Eva Meckbach und dem Autor
    Ton und Technik: Martin Scholz, Venke Decker und Katrin Witt
    Produktion: RBB 2019
    Länge: 54'30

    Alle Jahre wieder der gleiche Stress: Am 24. Dezember soll alles perfekt sein, der Weihnachtsbaum leuchten. Wo ist eigentlich der Weihnachtsbaumständer? Und woher kommen die Konventionen, denen wir so entschlossen folgen?

    Der Heilige Abend ist Großkampftag. Das Feature begleitet die letzten turbulenten Vorbereitungen in einer Familie: Es wird gekocht, mutig gesungen, viel gegessen und getrunken − und ausgepackt. Im Mittelpunkt der Familienfeier steht er, der Tannenbaum. Es gibt wohl kein zweites Symbol, das so mit dem Weihnachtsfest verbunden wird. Dabei ist der Brauch, sich einen Nadelbaum in die Wohnung zu stellen, noch recht jung. Jedenfalls verglichen mit dem Anlass des Festes, der Geburt Christi.
    Das Feature klärt die wichtigsten Fragen rund um das zentrale Objekt des Weihnachtsfestes: Woher kommt die Tradition des Weihnachtsbaumes? Wo wachsen die Bäume? Wer erntet sie? Warum werden sie mit Kugeln behängt? Und warum heißt es Nordmanntanne?

    Lorenz Schröter, geboren 1960 in München, war Mitautor der „Freizeit-81“-Fanzines und in der Münchner Punk-Bewegung aktiv. Er schrieb zwei Opern und dreizehn Bücher, radelte um die Welt, veranstaltete eine Literaturreihe, lief Triathlon und ritt mit einem Esel durch Deutschland. Heute lebt der Autor in Berlin und schreibt Features, Hörspiele und „Wurfsendungen“. Für Deutschlandradio zuletzt: „Fake News oder Wahrheit? Tom Kummer − Händler der vielen Wahrheiten“ (Deutschlandfunk Kultur 2018), „Die Lobby. Im Vorraum der Macht“ (Deutschlandfunk 2020) und „Die Freiheit der Meere“ (SWR/Deutschlandfunk Kultur 2021).

  • 19:00 Uhr

    Nachrichten

  • Orgelwerke von César Franck mit Carsten Wiebusch

    Der Organist Carsten Wiebusch hat das gesammelte Orgelschaffen des Jubilars César Franck auf Orgeln des Südwestdeutschen Raums eingespielt. Das sind gut vier Stunden Musik. An dieser Stelle gibt es einen weiteren Ausschnitt aus dieser Mammutproduktion, die in Kooperation von Deutschlandfunk Kultur, dem SWR und dem Label cpo entstanden ist.

  • 20:00 Uhr

    Konzert

    Live aus der Philharmonie Liège (Lüttich)

    César Franck
    "Les Béatitudes", Oratorium in einem Prolog und acht Teilen

    Anne-Catherine Gillet, Sopran
    Héloïse Mas, Mezzosopran
    Ève-Maud Hubeaux, Mezzosopran
    John Irvin, Tenor
    Artavazd Sargsyan, Tenor
    David Bižić, Bariton
    Patrick Bolleire, Bass
    Yorck Felix Speer, Bass
    Ungarischer National-Chor
    Orchestre Philharmonique Royal de Liège
    Leitung: Gergely Madaras

    In der Heimatstadt César Francks feiert man den Komponisten an seinem 200. Geburtstag mit der Aufführung seines grandiosen, einstmals hochgelobten Oratoriums über die "Seligpreisungen". Eine Wiederentdeckung im Jubiläumsjahr des Meisters.

  • 23:00 Uhr

    Nachrichten

  • 23:05 Uhr

    Fazit

    Kultur vom Tage
    Moderation: Marietta Schwarz

    Verleihung European Film Awards in Reykjavik
    Gespräch mit Jörg Taszman

    Debüt als Dramatikerin: Lea Ruckpaul schreibt "Private Jesus" für Düsseldorf
    Gespräch mit Stefan Keim

    Opern-Regie-Debüt: Dörte Lyssewski inszeniert Mozarts "La finta ..." in Salzburg
    Gespräch mit Jörn Florian Fuchs

    "Wie ein Stern". Der erfolgreichste Sänger der DDR Frank Schöbel wird 80
    Von Sky Nonhoff