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Sonntag, 13.02.2022

  • 00:00 Uhr

    Nachrichten

  • Revolte und Freiheit
    Leben und Kunst der Surrealistin Toyen in Prag und Paris
    Von Olga Hochweis

    Sie gilt als die bedeutendste tschechische Künstlerin des 20. Jahrhunderts und ist doch selbst in Fachkreisen immer noch eine große Unbekannte. Vergessen starb Toyen 1980 in Paris. Dabei ist ihr Werk hochaktuell und radikal modern. Furchtlos hat sie in ihrem umfangreichen Werk (Malerei, Zeichnung, Illustration, Druckgraphik und Collagen) sexuelle, politische und künstlerische Identitäten in Frage gestellt. Geboren 1902 in Prag als Marie Čerminová, wählte die kurzhaarige Frau im Overall früh das Pseudonym Toyen (von „citoyen“ - Bürger“ ), um binären Zuschreibungen zu entgehen. Erotik, Leben, Traum und Revolte sind wiederkehrende Themen. Verstörende Motive lückenhafter (oft weiblicher) Körper, Tiere, Fell, Federn, Blut öffnen den Weg ins Unterbewusste. Viele Werke spiegeln zugleich die konkrete Auseinandersetzung mit Tod und Zerstörung - etwa während der Nazi-Okkupation der Tschechoslowakei und des Zweiten Weltkriegs.
    Früh wurdeToyen Teil der tschechischen Avantgarde, deren Blütezeit in die ersten Jahre der unabhängigen Tschechoslawakei fiel und den intensiven Austausch zwischen Literaten, Musikern und Künstlern markierte (anfänglich in Strömungen wie Devetsil und Poetismus). Mit ihrem Kollegen und Lebensgefährten Štyrský proklamierte Toyen 1927 den Artifizialismus, 1934 war sie Gründungsmitglied der Prager Surrealisten. Nach der kommunistischen Machtübernahme 1948 ging sie nach Paris, wo sie sich im Surrealisten-Kreis um André Breton bewegte. Sie blieb schöpferisch bis ins hohe Alter, geriet aber in den letzten zwei Jahrzehnten ihres Lebens in Vergessenheit. 78-jährig starb sie 1980 in Paris. Ihre Neu- und Wiederentdeckung passt in unsere so surrealen Zeiten.

    Die Hamburger Kunsthalle hat Toyens Werk in Zusammenarbeit mit der Prager Nationalgalerie gerade eine erste internationale Retrospektive gewidmet. Ab März 2022 wird die Ausstellung im Musée d´Art Moderne in Paris zu sehen sein.

  • 01:00 Uhr

    Nachrichten

  • 01:05 Uhr

    Diskurs

    Kriegsgefahr in der Ukraine: Wie soll der Westen agieren?

    Es diskutieren:
    - Dr. Stefanie Babst, Sicherheitsexpertin und ehemalige stellvertretende beigeordnete NATO-Generalsekretärin
    - Kateryna Mishchenko, Autorin, Übersetzerin und Verlegerin
    - Prof. Vladislav Belov, Leiter des Zentrums für Deutschland-Studien am Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau
    - Riho Terras, EVP-Abgeordneter im EU-Parlament und ehemaliger Befehlshaber der estnischen Streitkräfte
    Moderation: Birgit Kolkmann
    (Wdh. v. 11.02.2022 - Wortwechsel)

    Russlands Präsident Putin erkennt das Selbstbestimmungsrecht der Ukraine nicht an. Seit Monaten arbeitet er am Aufbau einer militärischen Drohkulisse an den ukrainischen Grenzen. In Deutschland, der EU und der NATO gibt es bisher keine Einigkeit über eine angemessene Antwort darauf.

  • 02:00 Uhr

    Nachrichten

  • 02:05 Uhr

    Tonart

    Chansons und Balladen
    Moderation: Jürgen Liebing

    03:00 Uhr  
    Nachrichten
  • 04:00 Uhr

    Nachrichten

  • 04:05 Uhr

    Tonart

    Clublounge
    Moderation: Martin Risel

    05:00 Uhr  
    Nachrichten
    06:00 Uhr  
    Nachrichten
  • 07:00 Uhr

    Nachrichten

  • 07:05 Uhr

    Feiertag

    Streicheln oder essen?
    Theologische Überlegungen zum Tier als Mitgeschöpf
    Von Joachim Opahle, Berlin
    Katholische Kirche

  • Wie kommt der Schleim auf die Regenwürmer und wozu brauchen sie den?
    Von Nadine Querfurth
    Moderation: Tim Wiese

    Um seine Gänge in der Erde zu graben, stößt der Regenwurm eine Lücke mit seinem Kopf in das Erdreich vor ihm. Er erweitert diese Lücke, indem er sich vorwärts schiebt und drückt so die Erde zur Seite. Das ist sehr anstrengend und kostet viel Kraft. Doch welche Rolle spielt der besondere Schleim auf den Regenwürmern bei ihrem Tunnelbau? Und stimmt es, dass dieser Schleim ein tolles Düngemittel ist?

  • 08:00 Uhr

    Nachrichten

  • 08:05 Uhr

    Kakadu

    Kinderhörspiel
    Tyrannosaurus Max
    Von Peter Jacobi
    Ab 7 Jahre
    Regie: Judith Lorentz
    Musik: Lutz Glandien
    Mit: Fae Faika, Cathlen Gawlich, Christoph Gawenda, Leo Knižka, Ursula Werner, Stephanie Amarell, Bernd Stempel, Thorsten Merten, Ulrich Noethen
    Produktion: Deutschlandradio Kultur 2014
    Länge: 52'31
    Moderation: Tim Wiese

    Aus einem trotzigen kleinen Jungen wird über Nacht ein Tyrannosaurus und die Eltern merken es nicht.

    Laura ist zehn Jahre alt. Sie hat einen kleinen Bruder, der in den Kindergarten geht und ständig alle nervt. Eines Morgens setzt sich eine kleine Riesenechse zur Familie an den Küchentisch. Es ist Max, der über Nacht in einen Tyrannosaurus verwandelt wurde. Alle erschrecken sich, nur Mama und Papa tun so, als hätte ihr Sohn nur einen schuppigen Ausschlag. Da Max so nicht in den Kindergarten gehen kann, muss Laura ihn hüten. Und das ist schwer, denn Tyrannosaurus Max wächst schnell, brüllt laut und stampft wild durch die Wohnung.

    Peter Jacobi, geboren 1951 in Thüringen, Schriftsteller, Buchhändler und Rockmusiker. Er veröffentlichte Theaterstücke, Hörspiele und Romane. Jacobi lebt seit 1981 als freier Autor in München.

  • 09:00 Uhr

    Nachrichten

  • 09:05 Uhr

    Kakadu

    Magazin
    Moderation: Tim Wiese
    08 00 22 54 22 54

  • Moderation: Ralf Bei der Kellen
    sonntagsraetsel@deutschlandfunkkultur.de

  • 10:00 Uhr

    Nachrichten

  • 10:05 Uhr

    Plus Eins

  • 11:59 Uhr

    Freiheitsglocke

  • 12:00 Uhr

    Nachrichten

  • Themen des Tages
    u.a. Wahl des Bundespräsidenten
    Moderation: Marianne Allweiss

  • Essen! Freiheit! Arbeit!  
    Afghanistans Frauen zwischen Resignation und Protest
    Von Andrea Jeska

    Die erste Generation von Frauen und Mädchen in Afghanistan, für die Bildung kein Privileg, sondern ein Recht war, die es wagen durfte, von Selbstbestimmung und Karriere zu träumen, wurde in Afghanistan quasi über Nacht vom gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Leben ausgeschlossen - und damit in die Bedeutungslosigkeit verbannt. Allen Frauen, außer denen im Gesundheitssektor, wurde verboten, zu arbeiten. Universitäten und höhere Schulen geschlossen. Wie sieht ihr neuer Alltag aus, wie ihre Träume?  Wenn sie nicht einmal mehr gegen ihre Lage ankämpfen dürfen - auf der Straße oder im Netz, wie anfangs, unmittelbar nach der Machtübernahme der Taliban?

  • 13:00 Uhr

    Nachrichten

  • Das Philosophiemagazin
    Moderation: Catherine Newmark

    Öffentliche Debatten - Meinungen sind keine Privatsache
    Gespräch mit Christian Bermes

    Welt ohne Facebook? Man wird ja noch träumen dürfen!
    Von Eva Hausteiner

    Philosophische Flaschenpost: Claude Lévi-Strauss und der Kannibalismus
    Von Constantin Hühn

  • 14:00 Uhr

    Nachrichten

  • 14:05 Uhr

    Religionen

    Moderation: Sandra Stalinski
     
    Priesterausbildung seit dem Missbrauchsskandal der Katholischen Kirche
    Gespräch mit Hartmut Niehues, Regens aus Münster

    Warum eigentlich nicht im Bademantel predigen?
    Über Sinn und Form liturgischer Gewänder
    Von Michael Hollenbach

    „… als wäre Jüdischsein an sich schon peinlich“
    Ein Zwischenruf von Gerald Beyrodt zur Diskussion über das Wort Jude im Duden

    Religion auf der Berlinale
    Gespräch mit Kirsten Dietrich

    Was ist christlich am Valentinstag?
    Von Rocco Thiede

  • 15:00 Uhr

    Nachrichten

  • Wettkampf der Götter
    Kammermusik mit Harfe von Claude Debussy und Maurice Ravel
    Gast: Maria Graf, Harfenistin
    Moderation: Ilona Hanning
    (Wdh. v. 04.03.2018)

    16:00 Uhr  
    Nachrichten
  • 17:00 Uhr

    Nachrichten

  • Themen des Tages
    u.a. Wahl des Bundespräsidenten
    Moderation: Marianne Allweiss

  • 17:30 Uhr

    Nachspiel

    Das Sportmagazin
    Moderation: Thomas Wheeler

    Völkerball: Ein Spiel, das Mobbing und Rassismus fördert?
    Von Peter Kolakowski

    Das olympische Eishockeyturnier in Peking
    Gespräch mit Ex-Profi Martin Hyun

    Super Bowl
    Verlierer und Gewinner der größten Party in den USA

    18:00 Uhr  
    Nachrichten
    18:05 Uhr   Nachspiel. Feature

    Neues Publikum für leere Bahnen
    Im Ländlichen muss sich der Trabrennsport neu erfinden
    Von Heinz Schindler
    (Wdh. v. 10.10.2021)

    Die Hochzeiten der großen Bahnen in Deutschland sind längst vorbei. Die Online-Wetter sitzen irgendwo auf der Welt an ihren Rechnern und sorgen für Außenumsatz. Das Treiben vor Ort begeistert nur noch wenige Fachleute. Von den Veranstaltern der großen Rennbahnen früher eher geringgeschätzt, ziehen mittlerweile die so genannten C-Bahnen in den ländlichen Regionen neues Publikum an. Obwohl in der Regel nur ein Renntag im Jahr stattfindet, präsentiert sich hier der Reit- und Fahrsport in seiner ganzen Bandbreite und mit Volksfestcharakter. Die Zuschauer kommen zu Tausenden, ob in Hooksiel, in Quakenbrück, in Stove oder Bedburg-Hau. Doch auch hier führte die Pandemie zu Absagen. Was bedeutet das für die veranstaltenden Rennvereine?  Und: Wie gewinnt man unter diesen Umständen neue Pferdefreunde?

  • 18:30 Uhr

    Hörspiel

    Gegen die Welt
    Nach dem gleichnamigen Roman
    Von Jan Brandt
    Bearbeitung und Regie: Sebastian Stern
    Mit: Jörg Hartmann, Godehard Giese, Michelangelo Fortuzzi, Nina Petri, Fabian Hinrichs, Uke Bosse, Astrid Meyerfeldt, Enno Trebs, Laurids Schürmann, Pepe Trebs, Wilfried Dziallas, Hanna Plaß, Julia Zange, Michael Kranz, Torsten Föste, Barbara Becker und als Gast Karl Dall
    Musik: Hannes Hajdukiewicz und der „Neue Männerchor Berlin“ als Gesangverein Jericho
    Ton und Technik: Hermann Leppich und Gunda Herke
    Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020
    Länge: 83'30

    „Dallas“, „Perry Rhodan“, Heavy Metal − ein Dorf in Ostfriesland Ende der Achtziger. Hier begehrt der Drogistensohn Daniel Kuper auf gegen die Enge der Provinz.

    Im ländlichen Ostfriesland scheint alles seinen Gang zu gehen. Wie schon 100 Jahre zuvor gibt es Traditionen wie den Männergesangsverein und den Skatclub. Jeder spielt die Rolle, in die er hineingeboren worden ist. So auch die Drogistenfamilie Kuper um Bernhard, genannt Hard, und seinen Sohn Daniel. Der ist ein verschlossener Junge mit viel Fantasie und wenigen Möglichkeiten. Im Sommer müssen plötzlich die Geschäfte wegen der Konkurrenz der großen Ketten schließen, es beginnt zu schneien - und dann ist da noch dieser Kornkreis.
    „Gegen die Welt“ zeichnet den Untergang eines Dorfes nach und thematisiert dabei die jüngere Geschichte der alten Bundesrepublik im Zeichen von Wende und Globalisierung. Vater und Sohn begehren schließlich - jeder auf seine Weise - auf: gegen die Dorfbewohner, gegen die Welt.

    Jan Brandt, geboren 1974 in Leer/Ostfriesland, ist Schriftsteller und Journalist. Sein Roman „Gegen die Welt“ stand 2011 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und wurde mit dem Nicolas-Born-Debütpreis ausgezeichnet. Zu seinen Werken gehören der Reisebericht „Tod in Turin“ (2015), der Roman „Ein Haus auf dem Land. Eine Wohnung in der Stadt“ (2019) und der Essay „Wir sind das Fleisch“ (Deutschlandfunk Kultur 2020).

  • 20:00 Uhr

    Nachrichten

  • 20:03 Uhr

    Konzert

    Live aus der Semperoper Dresden

    Anton Bruckner
    Sinfonie Nr. 9 d-Moll WAB 109
    Te Deum C-Dur WAB 45 für Soli, Chor, Orchester und Orgel

    Camilla Nylund, Sopran
    Elena Zhidkova, Alt
    Saimir Pirgu, Tenor
    Franz-Josef Selig, Bass
    Sächsischer Staatsopernchor Dresden
    Sächsische Staatskapelle Dresden
    Leitung: Christian Thielemann

  • 22:00 Uhr

    Nachrichten

  • 22:03 Uhr

    Literatur

    Stiljunkies
    Was ist Stil - Ernst oder Spiel, Charakter oder Maske?
    Von Sieglinde Geisel
    (Wdh. v. 15.05.2016)

    Stil ist viel. Viel mehr als durch den Inhalt vorgegeben beispielsweise. Und noch vieles mehr.

    In seinen „Stilübungen” jagt Raymond Queneau 1947 eine kurze Pariser Alltagsbegebenheit durch alle möglichen Stile - darunter auch einige, die es gar nicht gibt. Darf man das? Form und Inhalt bedingen einander, so die traditionelle Auffassung. Für manche Autoren ist der Stil ein künstlerisches Gewissen. Schopenhauer betrachtet ihn als Physiognomie des Autors, Tucholsky als Kleid des Gedankens, Karl Kraus gar als dessen Fleisch. „Der Stil ist der Mensch” lautet ein berühmter Satz aus dem 18. Jahrhundert. Im Stil gibt sich ein Autor zu erkennen. Oder eben nicht: Er kann sich auch hinter dem Stil verstecken, sich mit ihm maskieren. Zum Stil als Spiel ist es dann nicht mehr weit.

  • 23:00 Uhr

    Nachrichten

  • 23:05 Uhr

    Fazit

    Kultur vom Tage
    u.a. 72. Internationale Filmfestspiele Berlin
    Moderation: Gabi Wuttke

    Berlinale-Wettbewerb: “A E I O U” und “Les Passagers de la Nuit”
    Von Anke Leweke

    Berlinale: Luna Wedler zurück in "Der Passfälscher"
    Gespräch mit Luna Wedler

    Janáčeks "Die Sache Makropulos": Rattle dirigiert die Berliner Staatskapelle
    Gespräch mit Uwe Friedrich

    Ist das Wort "Jude" diskriminierend? Ein Zwischenruf
    Von Gerald Beyrodt

    Alexander Kluge: Der Zirkus als Lebensmetapher
    Von Tobias Wenzel

    Der Unermüdliche. Zum 90. Geburtstag von Alexander Kluge
    Gespräch mit Jan-Christoph Gockel