Seit 15:05 Uhr Tonart

Montag, 16.09.2019
 
Seit 15:05 Uhr Tonart
Tagesprogramm Dienstag, 8. Mai 2018
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Neue Musik

Heiliger Ernst und teuflischer Spaß
‘68 und die Neue Musik (1/4)
Von Werner Klüppelholz
(Teil 2 am 15.05.2018)

Die Ursachen des Aufstands und wie sich die Komponisten mit Werken (oder Wurfgeschossen) in die Bewegung einreihten.

Im Konzert still zuhören müssen ohne laut mitsingen zu können: Das ist eindeutig autoritär, ebenso die Noten einer Partitur oder die Anweisungen eines Dirigenten zu befolgen. Der weltweite Kampf gegen Herrschaft und Autorität hatte in den Jahren nach 1968 auch die Neue Musik erfasst. Improvisationsgruppen wurden gegründet, musikalische Laien durften mitspielen, kreativ zu werden stand jedem frei. Ein Schlüsselwort der Epoche hieß Partizipation, was etwa 1970 zu einer Revolte bei den Darmstädter Ferienkursen führte. Die ungeheure Politisierung aller gesellschaftlichen Bereiche fand ebenfalls in der Neuen Musik statt. Auf der Bühne, wo Opern über Revolutionsführer inszeniert oder wenigstens rote Fahnen gezeigt wurden und - „Raus aus dem Elfenbeinturm!“ - jenseits der Bühne, wo Komponisten auf die Straße gingen, um mit Musik beispielsweise Demonstrationen zu unterstützen oder - wie Luigi Nono und Hans Werner Henze - den Ruf nach Veränderung der Verhältnisse mit Wurfgeschossen zu akzentuieren. Andere versuchten hingegen, aus der Musik selbst heraus politisch zu wirken, etwa durch die Enthüllung von Manipulationstendenzen im musikalischen Material. Peter Brötzmann, Nicolaus A. Huber, Thomas Kessler, Rolf Riehm, Dieter Schnebel, Urs Peter Schneider, Gerhard Stäbler, Walter Zimmermann und andere erinnern sich an diese äußerst bewegte Zeit und ziehen zur heutigen Situation einen Vergleich - der nicht unbedingt erbaulich ausfällt.

01:00 Uhr

Nachrichten

01:05 Uhr

Tonart

Jazz
Moderation: Oliver Schwesig

02:00 Nachrichten

03:00 Nachrichten

04:00 Nachrichten

05:00 Uhr

Nachrichten

05:05 Uhr

Studio 9

Kultur und Politik am Morgen
Moderation: Stephan Karkowsky

u.a. Kalenderblatt
Vor 100 Jahren: Goethes "Urfaust" wird uraufgeführt

05:30 Nachrichten

05:50 Aus den Feuilletons

06:00 Nachrichten

06:20 Wort zum Tage

Pfarrer Michael Becker
Evangelische Kirche

06:30 Nachrichten

07:00 Nachrichten

07:20 Politisches Feuilleton

Antisemitismus-Debatte
Israelis in Berlin-Neukölln
Von Yossi Bartal

Yossi Bartal ist in Jerusalem aufgewachsen und lebt seit zehn Jahren in Berlin-Neukölln. Er ist freier Autor und Aktivist in verschiedenen anti-rassistischen Initiativen.

07:30 Nachrichten

07:40 Interview

Bloß Politisch Korrekt?
Welche Werte sollen Museen vermitteln?
Gespräch mit Wiebke Arndt, Leiterin Überseemuseum in Bremen, Vizepräsidentin des Deutschen Museumsbundes

08:00 Nachrichten

08:30 Nachrichten

08:50 Buchkritik

"Barbarentage" von William Finnegan
Rezensiert von Gerrit Bartels

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Im Gespräch

Feldforscher in der Berliner Kreativenszene
Ulrike Timm im Gespräch mit Gereon Sievernich, ehemaliger Direktor des Martin-Gropius-Baus

Die Welt nach Berlin holen - diese Aufgabe verfolgt Gereon Sievernich schon seit er seinen ersten Job angetreten hat, damals bei den Berliner Festspielen. Der gebürtige Frankfurter und Wahlberliner reiste um die Welt und organisierte das Festival "Horizonte“ mit Kunst aus Afrika, Asien und Südamerika. Als langjähriger Direktor des Martin-Gropius-Bau hat er Künstler wie Ai Weiwei in die Hauptstadt gebracht und nicht nur große Ausstellungen zur bildenden Kunst realisiert, sondern auch aus dem Bereich Fotografie, Archäologie und zeitgenössischer Architektur. Seit gut einem Monat ist der Kulturmanager und Ethnologe, der dieses Jahr seinen siebzigsten Geburtstag feiert, nun Kurator des Hauptstadtkulturfonds und entscheidet dort über Kunst- und Kulturprojekte mit internationaler Ausstrahlung.

10:00 Uhr

Nachrichten

10:05 Uhr

Lesart

Das Literaturmagazin
Moderation: Andrea Gerk

Gastland Georgien auf der Buchmesse - Ein Besuch vorab
Von Martin Gerner

Eine Frage der Moral
Plädoyer für eine politisch korrekte Sprache
Gespräch mit Anatol Stefanowitsch, Professor für Sprachwissenschaften

Erinnern an den "vergessenen Holocaust"
Ein Porträt über den Autor Zoni Weisz
Von Jacqueline Boysen

Buchkritik:
"Ein großer Garten" von Gilles Clément und Vincent Gravé
Rezensiert von Sylvia Schwab

Literaturtipps
Von Jule Eikmann

'Backen mit Kafka' vom britischen Cartoonist Tom Gauld
Von Marten Hahn

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Tonart

Das Musikmagazin am Vormittag
Moderation: Mathias Mauersberger

Im Schatten des Eurovision Song Contest - das Popland Portugal
Von Tilo Wagner

Ein New Yorker Kammerorchester spielt für Alzheimer- und Demenz-Patienten
Von Kai Clement

Etta Scollo und der innere Schritt - zum neuen Album "Il passo interiore"
Gespräch mit der Sängerin

11:30 Musiktipps

11:45 Rubrik: Klassik

Musik und NS-Massenmord - eine Spurensuche rund um die Tötungsanstalt Hadamar
Von Ludger Fittkau

12:00 Uhr

Nachrichten

12:05 Uhr

Studio 9 - Der Tag mit ...

Thomas Schmid, Journalist
Moderation: Korbinian Frenzel

13:00 Uhr

Nachrichten

13:05 Uhr

Länderreport

Moderation: Nana Brink

Flüchtlingsmanagement statt Willkommenskultur - die Anker-Zentren der CSU
Von Heiner Kiesel

Alles andere als ein Anker - in Bamberg steigt Kriminalitätsrate
Von Carlo Schindhelm

Das Prinzip Abschreckung - "Asyl-Verfahren müssen schneller werden"
Gespräch mit Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern

14:00 Uhr

Nachrichten

14:05 Uhr

Kompressor

Das Kulturmagazin
Moderation: Gesa Ufer

Met-Gala: Welchen Einfluss hat die katholische Kirche auf die Mode?
Interview mit Silke Geppert

System Error - Wie endet der Kapitalismus?
Gespräch mit Ulrike Herrmann, The University Mozarteum, University Lecturer in Fashion, Costume and Art History

Gestalten!
Pick-Ups
Von Matthias Finger

Erstmals auf deutsch
"Lovecraft" von Alberto Breccia
Gespräch mit Johann Ulrich, Verleger

14:30 Kulturnachrichten

Von Michael Mellinger

15:00 Uhr

Kakadu

15:00 Nachrichten für Kinder

15:05 Medientag

Moderation: Ulrike Jährling

Kinotipp:
Liliane Susewind
Gespräch mit Anna Wollner

Die App „Be the Whale“ des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund
Von Peter Kaiser

Buchtipp:
"Flügge - Die ersten Tage kleiner Tierkinder" von Hannah Dale
Rezensiert von Gabriela Grunwald

15:30 Uhr

Tonart

Das Musikmagazin am Nachmittag
Moderation: Martin Böttcher

Auf Europatour mit neuem Album
Gespräch mit der Songwriterin Katie von Schleicher

XJAZZ Festival Berlin
09.5.2018 - 13.5.2018
Moka Efti Orchestra und mehr
Gespräch mit Paul Kleber, Jazz-Bassist

Was macht eigentlich der Dream Pop?
Neues Album von Beach House, US-amerikanisch-französisches Dream-Pop-Duo
Von Christoph Möller

Im Schatten des Eurovision Song Contest
Das Popland Portugal
Von Tilo Wagner

16:00 Nachrichten

16:30 Musiktipps

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Studio 9

Kultur und Politik am Abend
Moderation: Vladimir Balzer und Axel Rahmlow

17:30 Kulturnachrichten

Von Michael Mellinger

18:00 Nachrichten

18:30 Uhr

Weltzeit

Moderation: Isabella Kolar

La causa catalana - Wohin reist Carles Puigdemont ?
Gespräch mit Oliver Neuroth

Ciudad corrupta - 20 Jahre Stadt der Künste und Wissenschaften in Valencia
Von Oliver Neuroth

Ciudad corrupta - 20 Jahre Stadt der Künste und Wissenschaften in Valencia
Sie ist eine Stadt in der Stadt - und fällt mit ihrer Architektur absolut aus der Reihe: Die „Stadt der Künste und Wissenschaften“ in Valencia. Ein futuristischer Gebäude- und Parkkomplex mit Museum, Kino, Oper, Aquarium und riesiger Veranstaltungshalle. In diesen Wochen feiert diese Stadt ihr 20. Jubiläum mit verschiedenen Aktionen. Oliver Neuroth blickt auf ein Mammutprojekt, das einerseits eines der wichtigsten Wahrzeichen Valencias ist - dessen Geschichte andererseits geprägt ist von Korruption, Fehlkalkulationen und Protesten.

19:00 Uhr

Nachrichten

19:05 Uhr

Zeitfragen. Wirtschaft und Umwelt

Magazin

19:30 Zeitfragen. Feature

"Er hat angerufen: Wir haben Deine Schwester!"
Was eine niedersächsische Hausgemeinschaft mit der Schleppermafia zu tun hat
Von Jenni Roth

Khaled*, 20, Flüchtlinge aus Eritrea, hat es über das Mittelmeer in eine deutsche Stadt geschafft. Seine Schwester (16) wollte ihm folgen, sitzt aber in einem Lager in Libyen fest, weil die Mittelmeerroute fast dicht ist - die Küstenwache ist zur Zeit sehr aktiv. Also überlegen sich die Schlepper, wie sie anders Geld verdienen können als mit Bootsüberfahrten. Sie erpressen Khaled: Erst musste er 1000 Euro zahlen, um die Schwester aus einem polizeilichen Internierungslager freizukaufen. Dann noch einmal 1000 Euro, damit sie zu essen bekomme und nicht vergewaltigt werde. Dazu regelmäßig 100, 200 Euro “Unterhalt“.
Als Flüchtling ohne Arbeitserlaubnis kann Khaled diese Summen nicht aufbringen. Deshalb ist die Hausgemeinschaft, in der er lebt, eingesprungen. Die Flüchtlingshelfer stecken in der Zwickmühle: Wenn sie nicht wollen, dass Khaleds Schwester misshandelt wird, müssen sie das System unterstützen. Die Hausgemeinschaft hofft jetzt geradezu, dass bald die 3000 Euro für die Bootsfahrt „fällig“ werden. Nur: Wenn die libysche Küstenwache das Boot aufgreift, kommt die Schwester zurück in ein Lager und das Spiel geht von vorn los. Khaled ist kein Einzelfall. Mittlerweile ist ein ganzes Netz mit Mafia-ähnlichen Strukturen entstanden, das bis hierher nach Deutschland reicht. Betroffen sind vor allem Eritreer.
*Name geändert

20:00 Uhr

Nachrichten

20:03 Uhr

Konzert

389. Wartburgkonzert
Palas der Wartburg, Eisenach
Aufzeichnung vom 28.04.2018

Polnisch durch und durch

Stanisław Moniuszko
Streichquartett d-Moll

Frédéric Chopin
Nocturne Es-Dur für Violoncello und Klavier

Henryk Wieniawski
"Dudziarz" für Violine und Klavier
"Chanson polonaise“ (Polnisches Lied) für Violine und Klavier
"Obertas“ (Mazurka) für Violine und Klavier

Juliusz Zarebski
Klavierquintett g-Moll

Piotr Plawner Quintett:
Piotr Plawner, Violine
Agnieszka Łuksza, Violine
Tomasz Iwanowicz, Viola
Isabella Klim, Violoncello
Piotr Salajczyk, Klavier

Auch wenn die Wartburgkonzerte seit nunmehr 60 Jahren bestehen und somit in die Jahre gekommen sind, so sind sie dennoch keineswegs angestaubt oder rückwärtsgewandt. Immer wieder wird - wie ein Fährtenhund - die Spur nach großartigen jungen Künstlern und Ensembles aufgenommen, immer wieder Neues entdeckt und präsentiert; so auch in diesem Jahr. Jedes der fünf Konzerte offeriert international herausragende Interpreten, ob nun Sängerinnen und Sänger aus Moskau; Spezialisten der Alten Musik aus Wroclaw, ein ungarischer Cellist, eine Schweizer Akkordeonistin oder - beim diesjährigen Auftakt am 28. April - ein polnischer Geigenvirtuose.
Der 1974 in Lodz geborene Piotr Plawner hat nicht nur fünf bedeutende Geigenwettbewerbe gewonnen, er ist mit seinem außergewöhnlichen Talent mittlerweile ein fester Bestandteil der internationalen Musikszene. Zu seinen Förderern zählte übrigens sogar Lord Yehudi Menuhin, der ihn als Geiger mit phänomenalem Können bezeichnet hat. Zum Charakteristikum von Plawner zählt, dass er sich vor allem auch um die polnische Musik verdient macht. So wird auch das ‚389. Wartburgkonzert‘ ein polnischer Abend sein, denn die Vielfalt der Musik unseres Nachbarlandes ist bei uns bei Weitem noch nicht bekannt. Natürlich - einen Chopin liebt man auch hier, aber wie sieht es mit Wieniawski, Moniuszko oder gar mit Zarebski aus? Sie alle haben großartige Musik geschrieben, davon wird das Piotr Plawner-Quintett im ‚389. Wartburgkonzert‘ das Publikum und die Hörer überzeugen.

22:00 Uhr

Alte Musik

Universum JSB
Die "Alte Perücke“ beim Unterrichten belauscht
Bachs Schüler packen aus
Von Michael Maul

Die Nachwelt geht vor Johann Sebastian Bachs Werken in die Knie - und wüsste gern mehr über ihn, seine Aufführungspraxis, seinen Charakter, seine Vorlieben, seine Stärken und Schwächen. All dieses Wissen hatten Bachs Privatschüler. Bach hatte gut 100 davon, darunter allein fünf ambitionierte Söhne. Sie alle wussten über Bach, was die Forschung heute mühsam zu rekonstruieren versucht. In einem Forschungsprojekt der Fritz Thyssen Stiftung verfolgen Wissenschaftler des Bach-Archivs derzeit systematisch die Lebenswege der Bach-Schüler. Sie suchen in hinterlassenen Dokumenten und Kompositionen nach Antworten zu all jenen Fragen über Bach. Michael Maul bietet in einem neuen Teil seiner Reihe ‚Universum JSB‘ Einblicke in die Ergebnisse der Studie. Und er wartet dabei mit manch überraschender Erkenntnis über die sprichwörtlich ‚Alte Perücke‘ Bach und dessen Unterrichtspraxis auf.

22:30 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages
Moderation: Axel Flemming

23:00 Uhr

Nachrichten

23:05 Uhr

Fazit

Kultur vom Tage
Moderation: Elena Gorgis

"Everybody knows" - Das Filmfestival in Cannes ist eröffnet
Gespräch mit Anke Leweke

Ambivalente Rekonstruktion - Altstadt in Frankfurt/Main zwischen Fake und Retro
Gespräch mit Ludger Fittkau

Wanderlust. Von Caspar David Friedrich bis Auguste Renoir
Ausstellung in der Alten Nationalgalerie, Berlin 10.05.- 16.09.2018
Von Anette Schneider

"Kein Schlusswort" - Buchpremiere in der Akademie der Künste, Berlin
NSU und der Stand der Aufklärung
Von Arno Orzessek

Von der Kraft der Sozialen Medien - Protestbewegung in Armenien
Von Jutta Schwengsbier

Kulturpresseschau
Von Ulrike Timm

23:30 Kulturnachrichten

Michael Leverkus

Mai 2018
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