Krimibestenliste April 2022

Ein japanischer Krimi an der Spitze

Krimibestenliste April 2022: Riku Onda: "Die Aosawa-Morde" /  Dror Mishani: "Vertrauen" / Jan Costin Wagner: "Am roten Strand"
Riku Onda führt mit ihrem Buch "Die Aosawa-Morde" die Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur im April an. Dror Mishanis "Vertrauen" und Jan Costin Wagners "Am roten Strand" belegen Platz zwei und drei. © Deutschlandradio / Atrium / Diogenes / Galiani Berlin
In einem rätselhaften Mordfall wird eine betuchte Arztfamilie bei einem Familienfest fast komplett getötet. Der Krimi der japanischen Autorin Riku Onda landet als einer von acht Neueinsteigern an der Spitze unserer Krimibestenliste im April.
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    Das Cover des Krimis von Riku Onda, "Die Aosawa-Morde", zeigt eine Frau im gemusterten Klied von hinte, die mit beiden Händen hinter ihrem Rücken eine Blume hält. Im Hintergrund ist das Muster auch zu sehen. Die gut schulterlangen Haare der Frau bilden eine fast schwarte Fläche auf der Titel und Autorin geschrieben stehen. Das Buch steht auf der Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur. (Bildrechte Cover: Atrium)
    Riku Onda

    Die Aosawa-Morde

    "K.“ 1973 wird die betuchte Arztfamilie Aosawa bei einem Familienfest durch Cyanid ausgerottet. 17 Tote, eine Überlebende: die zwölfjährige blinde Hisako. „Wenn etwas Unfassbares passiert, brauchen die Menschen Antworten.“ Doch gibt sie der gesichtslose Erzähler? Zettel, ein Gedicht, Zeugenaussagen – das Rätsel bleibt und fasziniert.

    368 Seiten

    22 Euro

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  • 2
    Das Cover zu Dror Mishanis "Vertrauen" zeigt eine Frau mit zum Bob geschnittenen braunen Haaren, die ihr Gesicht verbergen.
    Dror Mishani

    Vertrauen

    Tel Aviv. Zwar ist Avi Avraham befördert worden, will aber noch lieber Fälle von nationaler Bedeutung bearbeiten. Stattdessen hat er es mit einer renitenten Großmutter zu tun und mit einem verschwundenen Hotelgast. Avi wäre nicht der gefinkelte Bulle, würde er nicht im Kleinkram große Zusammenhänge entdecken. Toll.

    350 Seiten

    22 Euro

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  • 3
    Das Cover des Krimis von Jan Costin Wagner, "Am roten Strand", zeigt unter dem Namen des Autors den Titel und darunter ein Foto eines Steges, der ins Wasser führt. Am Ende des Steges gibt es eine Leiter, die ins Wasser führt. (Bildrechte Buchcover: Galiani). Das Buch steht auf der Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur. (Bildrechte Buchcover: Galiani)
    Jan Costin Wagner

    Am roten Strand

    Wiesbaden. 24 Fälle sexualisierter Gewalt gegen Kinder. Die Ermittlungen offenbaren ein tief gespanntes Netzwerk, gleichzeitig gibt es Mordanschläge auf die Täter. Aber wer ist hier Täter, wer ist Opfer? Verstörend: Kommissar und Familienvater Ben Neven kämpft selbst mit pädophilen Neigungen. Krimi ohne Sicherheitsnetz.

    303 Seiten

    22 Euro

  • 4
    Das Cover des Krimis "Sechzehn Pferde" von Greg Buchanan
    Greg Buchanan

    Sechzehn Pferde

    "Ilmarsh“, englische Ostküste. 16 Pferdeköpfe liegen verbuddelt im Kreis. Und durch ein Stonehenge von Verbrechen an Seelen, Körpern und Tieren tapsen die beiden Ermittler, der abgehalfterte Cop Alec und die Tierforensikerin Cooper, im dahin siechenden Land zwischen Marsch und weichender Zivilisation. Extraklasse.

    443 Seiten

    22 Euro

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  • 5
    Wer ohne Suende ist von Asa Larsson
    Asa Larsson

    Wer ohne Sünde ist

    Kiruna. Die Erz-Stadt Schwedens wird verlegt; Staatsanwältin Martinsson im Clinch mit Vorgesetzten. Dabei bietet sich endlich die Chance, verzwickte Familienprobleme zu lösen, zwei Morde aufzuklären, einen lokalen Drahtzieher und russische Mafiosi dingfest zu machen. Boxen kommt auch nicht zu kurz. Superschwedin.

    590 Seiten

    22 Euro

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  • 6
    Cover des Krimis "Müll" von Wolf Haas.
    Wolf Haas

    Müll

    Wien. Auf einem Mistplatz tauchen in einer Sperrmüllwanne ein menschliches Knie und dann weitere Leichenteile auf. Nur das Herz ist unauffindbar. Die Kripo glaubt an eine Beziehungstat. Aber Ex-Kollege und Neu-Müllmann Brenner ist sich da nicht so sicher. Gewohnt beiläufig. Gewohnt komisch. Gewohnt gut.

    288 Seiten

    24 Euro

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  • 7
    Cover von Matthijs Deens "Der Holländer".
    Mathijs Deen

    Der Holländer

    Mathijs Deen erzählt in "Der Holländer" von einem Mord im Wattenmeer. Die Natur fängt er dabei wunderbar ein, allein der Mord-Plot überzeugt nicht ganz. Eher ein Heimatroman mit Mord als ein waschechter Kriminalroman.

    263 Seiten

    20 Euro

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  • 8
    Das Cover des Krimis von Kotaro Isaka, "Bullet Train". Auf dem Cover steht der Titel in zwei Zeilen in hellblauer Schrift. Zwischen Bullet und Train schiebt sich ein Schnellzug. Das Buch ist auf der Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur. (Bildrechte Buchcover: Hoffmann und Campe)
    Kotaro Isaka

    Bullet Train

    Tokio. Fünf Killer, ein Geldkoffer und der tote Sohn eines Gangsterbosses sind im Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen auf dem Weg nach Morioka. Unweigerlich werden sich ihre Wege und Taten kreuzen – und nicht alle werden lebend ankommen. Ein komischer, temporeicher und sehr unterhaltsamer japanischer Genrespaß.

    380 Seiten

    22 Euro

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  • 9
    Das Cover des Krimis von Samira Sedira, "Wenn unsere Welt zerspringt". Auf dem Cover sind drei Menschen schemenhaft zu erkennen. Der Titel ist auf einzelnen rosafarbenen Flächen zu lesen. Das Buch ist auf der Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur. (Bildrechte Buchcover: Piper)
    Samira Sedira

    Wenn unsere Welt zerspringt

    "Carmac“. Anna Guillot muss damit klarkommen, dass ihr Ehemann die Nachbarn ermordet hat: fünf Menschen, reich, glamourös, schwarz. Sediras Ich-Erzählerin schildert die geladene Situation in dem abgelegenen Dorf mit schockierender Ausgewogenheit. Emotional intelligente Beobachterin zwischenmenschlicher Nuancen.

    174 Seiten

    20 Euro

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  • 10
    Das Cover des Krimis von Steph Post, "Lightwood". Autorenname und Titel stehen oben auf schwarzem Grund, darunter ist auf einem Foto ausschnittsweise ein Motorrad zusehen, insbesondere der Motorblock und zwei Auspuffrohre. Das Buch ist auf der Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur. (Bildrechte Buchcover: Polar)
    Steph Post

    Lightwood

    „Silas“, Nordflorida. Judah Cannon, frisch aus dem Knast, will neu anfangen. Doch der dominante Vater zwingt ihn zurück in die Familiengang. Die bekommt es nach einem dreisten Raubzug mit einer Motorradbande und einer kriminellen Pfingstpredigerin zu tun. Harter Country Noir mit viel Gewalt, aber auch mit zarter Liebe.

    439 Seiten

    16 Euro

Sie können die Krimibestenliste auch als PDF herunterladen. Alles über Mord und Totschlag gibt es auf unserem Krimiportal das über die aktuellen Trends in der Kriminalliteratur informiert und die wichtigsten Neuerscheinungen vorstellt. Haben Sie Fragen oder Anregungen zur Krimibestenliste? Dann wenden Sie sich über krimi@deutschlandradio.de an die Jury oder die Redaktion.

Wie funktioniert die Abstimmung?

Die Krimibestenliste wird im Auftrag von Deutschlandfunk Kultur durch eine Jury aus Kritikerinnen und Kritikern erstellt.

Es sind 19 Spezialistinnen und Spezialisten für Kriminalliteratur aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die aus der laufenden Produktion monatlich jeweils vier Titel vorschlagen, die sie mit sieben, fünf, drei oder einem Punkt bewerten.

Der so gefundene Punktwert pro Titel wird mit der Zahl der für ihn abgegebenen Stimmen multipliziert. Daraus wird die monatliche Liste berechnet.

Jedes Jurymitglied darf insgesamt drei Mal für denselben Titel votieren. Voten für Titel, an deren Entstehung oder Vorbereitung man beteiligt war, sind verboten.

Die Titel dürfen nicht älter als zwölf Monate und keine Wiederauflagen, Sammelbände oder Anthologien sein. Unterschiede zwischen Hardcover, Paperback und Taschenbuch werden nicht gemacht.

Im Durchschnitt kommen fünf Titel neu auf die monatliche Liste. Die Ziffer in Klammern gibt den Rang des Vormonats an.

Die Jury:
Tobias Gohlis, Sprecher der Jury
Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“
Andreas Ammer, „Druckfrisch“, ARD 
Gunter Blank, „Rolling Stone“ 
Katrin Doerksen, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Kino-Zeit“
Hanspeter Eggenberger, „Tagesanzeiger“ 
Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“ 
Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“ 
Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Crimemag“, „Deutschlandfunk Kultur“
Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ 
Alf Mayer, „CulturMag“, „Strandgut“
Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“ 
Marcus Müntefering, „Der Spiegel“ 
Ulrich Noller, „Deutschlandfunk Kultur“, „Deutschlandfunk“, „SWR“, „WDR“
Frank Rumpel, „SWR“ 
Ingeborg Sperl, „Der Standard“ 
Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“ 
Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“