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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 27.12.2017

SachbuchbestenlisteDie 10 besten Sachbücher im Januar

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(Deutschlandradio)
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Deutschlandfunk Kultur, ZDF und "Die Zeit" präsentieren gemeinsam die stärksten Sachbücher des Monats. Gekürt werden die Titel von einer Jury aus 30 Kritikern.

1 (-) Julia Encke: Wer ist Michel Houllebecq? Porträt eines Provokateurs
Rowohlt, 256 Seiten, 19,95 Euro

Buchcover "Wer ist Michel Houllebecq?" von Julia Encke (Rowohlt / picture alliance)Buchcover "Wer ist Michel Houllebecq?" von Julia Encke (Rowohlt / picture alliance)

Kaum ein Schriftsteller hat gleichermaßen so viele Fans wie Gegner wie der Franzose Michel Houllebecq. Er gilt als Provokateur, schillernder Intellektueller und zugleich als scharfsinniger Diagnostiker unserer Zeit. Julia Encke hat den Künstler mehrfach getroffen. Jetzt legt die F.A.S.-Journalistin ein Porträt vor, das sich dem Phänomen Houellebecq pünktlich zu seinem 60. Geburtstag vorsichtig nähert.

Lesen Sie hier unser Interview mit Julia Encke.


1 (7) Ina Hartwig: Wer war Ingeborg Bachmann? Eine Biographie in Bruchstücken
S. Fischer, 320 Seiten, 22 Euro

Buchcover von Ina Hartwig: Wer war Ingeborg Bachmann? (S. Fischer / dpa)Buchcover "Wer war Ingeborg Bachmann?" von Ina Hartwig (S. Fischer / dpa)

Die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann ist auch ein Mythos: Ihre Auftritte, ihre Beziehungen zu Paul Celan und Max Frisch, ihre glamouröse Aura und ihr mysteriöser Tod machten sie zu einer der faszinierendsten Intellektuellen der Nachkriegsgeschichte. Ina Hartwig hat endlich eine entmystifizierende Biografie über diese ehrgeizige, so fragile wie derbe Diva geschrieben, die ein Medienprofi war.

Lesen Sie hier unsere Rezension des Buches.

Lesen Sie hier unser Interview mit Ina Hartwig.


3 (-) Sandra Richter: Eine Weltgeschichte der deutschen Literatur
C. Bertelsmann, 728 Seiten, 36 Euro

Buchcover von "Eine Weltgeschichte der deutschen Literatur" von Sandra Richter (Bertelsmann / picture alliance)Buchcover "Eine Weltgeschichte der deutschen Literatur" von Sandra Richter (Bertelsmann / picture alliance)

Dies ist keine einfache Literaturgeschichte, sondern eine erhellende Analyse über die Wechselbeziehung zwischen Globalisierung und literarischer Genese: Erstmals erzählt die Literaturwissenschaftlerin Sandra Richter die Entstehung der deutschsprachigen Literatur im Zusammenhang der Weltgeschichte und macht die kulturellen Einflüsse in den verschiedenen Epochen transparent: von den mittelalterlichen Minnesängern bis hin zu Nobelpreisträgern wie Herta Müller.

Lesen Sie hier unser Interview Sandra Richter.


4 (2) Ibram X. Kendi: Gebrandmarkt
Aus dem Englischen von Susanne Röckel und Heike Schlatterer
C. H. Beck, 604 Seiten, 34 Euro

Cover: Ibram X. Kendi: Gebrandmarkt (C. H. Beck / dpa)Buchcover "Gebrandmarkt" von Ibram X. Kendi: (C. H. Beck / dpa)

Die Studie des Historikers Ibram Kendi ist ein halbes Jahr vor dem Wahlsieg von Donald Trump erschienen. Jetzt liegt das Buch auf Deutsch vor: In der Chronik, die von den Puritanern bis zur Black-Lives-Matter-Bewegung reicht, zeigt der Historiker, warum die Gesellschaft der USA nach wie vor auf rassistischen Werten basiert. Ein Buch, so schmerzhaft wie informativ.

Lesen Sie hier die Empfehlung aus unserem Literarischen Adventskalender 2017.


5 (1) Andreas Bernard: Komplizen des Erkennungsdienstes. Das Selbst in der digitalen Kultur
S. Fischer, 240 Seiten, 24 Euro

Buchcover von Andreas Bernards "Komplizen des Erkennungsdienstes". (S.Fischer/imago/xim.gs)Buchcover "Komplizen des Erkennungsdienstes" von Andreas Bernard (S.Fischer/imago/xim.gs)

Der Kulturwissenschaftler Andreas Bernard hat eine packende Studie über die Genese des Selbst in der digitalen Kultur verfasst. Bernards Befund: Die Techniken der Selbstdarstellung haben ihre Ursprünge im 19. Jahrhundert, als in Gefängnissen und Psychiatrien zur Kontrolle von Straftätern die Profilerstellung entwickelt wurde. Heute geben wir unsere Profildaten an Google und Facebook freiwillig heraus.

Lesen Sie hier unsere Rezension des Buches.

Lesen Sie hier unser Interview mit Andreas Bernard.


6 (3) Bernd Roeck: Der Morgen der Welt Geschichte der Renaissance
C. H. Beck, 1304 Seiten, 44 Euro

Cover: Bernd Roeck: Der Morgen der Welt (C. H. Beck / Imago)Buchcover "Der Morgen der Welt" von Bernd Roeck (C. H. Beck / Imago)

Warum stieg Europa in der Renaissance zur Weltdominanz auf? Diese Frage beantwortet der Historiker Bernd Roeck in seinem faszinierenden, faktenreichen Panorama. Seine Gründe für den Siegeszug seit 1500: Die italienische Kunst, die Ideen des Humanismus, der Rückbezug auf die Antike, die Technikbegeisterung, aber auch die Kolonialisierung machten den Kontinent selbstbewusst.

Lesen Sie hier unser Interview mit Bernd Roeck.


7 (4) Andreas Reckwitz: Die Gesellschaft der Singularitäten
Suhrkamp, 480 Seiten, 28 Euro

Buchcover "Die Gesellschaft der Singularitäten" von Andreas Reckwitz (Suhrkamp, Imago)Buchcover "Die Gesellschaft der Singularitäten" von Andreas Reckwitz (Suhrkamp, Imago)

Der Soziologe Andreas Reckwitz hat eine originelle Generaltheorie unserer Epoche vorgelegt: Nach der industriellen Moderne herrsche im Westen ein Kulturkapitalismus, der wieder soziale Klassen kenne, die sich aber nach kultureller Dominanz sortieren. Reckwitz erzählt, wie der Drang zum Singulären den nach Gleichheit ablöst – und so neue Eliten und Abgehängte, Spaltungen und Konflikte entstehen.

Lesen Sie hier unsere Rezension des Buches.

Lesen Sie hier unser Interview mit Andreas Reckwitz.


8 (-) Stefan Klein: Das All und das Nichts. Von der Schönheit des Universums
S. Fischer, 240 Seiten, 20 Euro

Buchcover "Das All und das Nichts" von Stefan Klein, im Hintergrund eine Strenschnuppe am Nachthimmmel (S. Fischer Verlag / dpa / /Patrick Pleul)Buchcover "Das All und das Nichts" von Stefan Klein (S. Fischer Verlag / dpa / /Patrick Pleul)

Gibt es das Nichts? Sind Raum und Zeit nur Illusionen? Reicht unser Verstand aus, um das All zu verstehen? Das sind die Fragen, mit denen sich der Wissenschaftsjournalist Stefan Klein beschäftigt. Seine Sprache ist schnörkellos, seine Beschreibungen physikalisch genau, ohne unverständlich zu sein. Ein Buch, das den Rätseln der Welt kenntnisreich auf den Grund geht.

Lesen Sie hier unsere Rezension des Buches.


8 (-) Guillaume Paoli: Die lange Nacht der Metamorphose: Über die Gentrifizierung der Kultur
Matthes & Seitz, 220 Seiten, 20 Euro

Buchcover "Die lange Nacht der Metamorphose" von Guillaume Paoli (Matthes & Seitz / dpa)Buchcover "Die lange Nacht der Metamorphose" von Guillaume Paoli (Matthes & Seitz / dpa)

Die Gesellschaft driftet auseinander: Die einen suchen das Heil im digitalen Fortschritt, die anderen wenden sich ab und verteidigen einen reaktionären Kulturbegriff. Wie kam diese Spaltung zustande? Der in Berlin lebende Philosoph Guillaume Paoli erkennt im Liberalismus der Siebziger Jahre den Anfang dieser "anthropologische Mutation". Die einleuchtende These: Die Entfremdung von einem kollektiven Sinnzusammenhang ist das zentrale Problem unserer Zeit. Es wird uns auch 2018 beschäftigen.


10 (-) Niklas Luhmann: Systemtheorie der Gesellschaft
Suhrkamp, 1121 Seiten, 49,45 Euro

Buchcover "Systemtheorie der Gesellschaft" von Niklas Luhmann (Suhrkamp / imago)Buchcover "Systemtheorie der Gesellschaft" von Niklas Luhmann (Suhrkamp / imago)

Der Soziologe Niklas Luhmann versprach 1967, innerhalb von 30 Jahren sein Hauptwerk zu schreiben: eine Analyse der gesamten Gesellschaft und ihrer Funktionsmechanismen. Luhmann hielt sein Wort und veröffentlichte 1997 sein opus magnum. Doch was bisher nicht jeder wusste: Er schrieb es immer wieder um. Jetzt hat der Suhrkamp-Verlag das Ursprungsmanuskript aus den Siebziger Jahren veröffentlicht, das auf über 1000 Seiten einen tiefen Einblick in Luhmanns Denken gibt – so detailliert wie noch nie zuvor.

Die Jury der Sachbuch-Bestenliste:
René Aguigah (Deutschlandfunk Kultur)
Peter Arens (ZDF)
Susanne Billig (Deutschlandfunk Kultur)
Ralph Bollmann ("F.A.S.")
Stefan Brauburger (ZDF)
Alexander Cammann ("DIE ZEIT")
Gregor Dotzauer ("Der Tagesspiegel")
Heike Faller ("DIE ZEIT")
Daniel Fiedler (ZDF)
Svenja Flaßpöhler ("Philosophie Magazin")
Jenny Friedrich-Freksa (Kulturaustausch)
Manuel J. Hartung ("DIE ZEIT")
Thorsten Jantschek (Deutschlandfunk Kultur)
Ekkehard Knörer ("Merkur")
Inge Kutter ("DIE ZEIT")
Hannah Lühmann ("DIE WELT")
Ijoma Mangold ("DIE ZEIT")
Tania Martini ("taz")
Christoph Möllers (HU Berlin)
Jutta Person (freie Literaturkritikerin)
Bettina von Pfeil (ZDF)
Jens-Christian Rabe (Süddeutsche Zeitung)
Christian Rabhansl (Deutschlandfunk Kultur)
Anne Reidt (ZDF)
Anna Riek (ZDF)
Stephan Schlak (Zeitschrift für Ideengeschichte)
Hilal Sezgin (freie Autorin)
Catrin Stövesand (Deutschlandfunk)
Elisabeth von Thadden ("DIE ZEIT")
Julia Voss (Leuphana-Uni Lüneburg)

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