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Lakonisch Elegant | Beitrag vom 25.02.2021

Queeres Leben Jede Menge Coming-outs: Wofür braucht es die Sichtbarkeit?

Von Christine Watty und Johannes Nichelmann

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Eine Illustration zeigt einen Mann, der sein Gesicht mit den Händen verdeckt. Diese sind in Regenbogenfaben bemalt.  (imago images / fStopImages / Malte Müller)
Queere Schauspieler outen sich, das Magazin "11 Freunde" setzt ein Zeichen gegen Homophobie: Alles gut in Sachen Sichtbarkeit queeren Lebens? (imago images / fStopImages / Malte Müller)

Queere Schauspieler outen sich, das Magazin "11 Freunde" setzt ein Zeichen gegen Homophobie: Alles gut in Sachen Sichtbarkeit queeren Lebens? Wir sprechen mit Podcaster Julian Wenzel und Geschlechterforscherin Patsy l'Amour laLove.

Vor kurzem haben sich im "SZ-Magazin" 185 Schauspieler als queer geoutet. Unter ihnen Ulrich Matthes, Maren Kroymann, Jannick Schümann oder Eva Meckbach. "Act-Out" ist das Stichwort - mit diesem Coming-out ist eine größere Diskussion um die Sichtbarkeit queeren Lebens in der Gesellschaft angestoßen worden. Punktgenau landete dann auch noch das Fußballmagazin "11 Freunde" seine Solidaritätsbotschaft gegen Homophobie im Fußball.

"Selbstbewusstein und Kalkül"

Sieht alles optimistisch aus, hier und da gibt’s natürlich auch mal Fragen an die Aktion und auch Kritik – beispielsweise: die Aktion in der SZ sei "Kalkül im Ringen um Aufmerksamkeit" (FAZ) – aber ist denn ansonsten wirklich alles gut? Ist queeres Leben so langsam entspannter Teil der Gesellschaft? Oder wars das nicht vorher schon? Also – überall außer im Fußball: Ex-Nationalspieler Philipp Lahm warnt gerade in seinem Buch vor möglichen Coming-outs, die gegen das "Gesetz der Umkleidekabine" stünden.

Wie viel Sichtbarkeit darf es sein?

Wir wollen in diesem Podcast nach zwei eindrücklichen Aktionen, der Kritik daran und dem Applaus dafür mal zusammenfassen: Wie weit ist unsere Gesellschaft wirklich in der Akzeptanz von queeren Lebensweisen? In Filmen und im Fernsehen? Im Sport, in Kunst und Kultur, in der Berufswelt? Wie kommt es zu diesem Widerspruch, dass Menschen zwar "nichts dagegen haben", aber ihnen manches Coming-out zuviel oder unangenehm ist?

Ist Sichtbarkeit – und damit ständige Offenheit über die eigene Lebensform - wirklich wichtig und das Ziel? Tatsächlich geht es möglicherweise auch um Fragen der Privatheit in einer Gesellschaft, die sich eben nicht einmischt in das Leben der einzelnen.

In Zeiten des Populismus

Und: Welchen Unterschied gibt es in der der Diskussion über sichtbares queeres Leben zwischen Männern und Frauen? Vielleicht hat der Frauenfußball sich bereits früher mit Homophobie auseinandersetzen müssen. Und schließlich: Wie steht es um die hart erkämpften Rechte in Zeiten des Populismus? Darüber diskutieren im Kulturpodcast der queere Journalist und Podcaster Julian Wenzel, sowie die Geschlechterforscherin und selbsternannte Polittunte Patsy l'Amour laLove.

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