Seit 11:05 Uhr Tonart
Dienstag, 03.08.2021
 
Seit 11:05 Uhr Tonart
Tagesprogramm Sonntag, 11. Juli 2021
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Stunde 1 Labor

Transformation und Phantasie - Zur Aktualität von C. Wright Mills „Soziologischer Phantasie“
Von Robert Brammer

Ende der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts ging es dem amerikanischen Soziologen C. Wright Mills um 'einen wahrhaft leidenschaftlichen Drang, die Welt zu verstehen'. Aber auch um die gesellschaftlichen Handlungschancen in Zeiten einer um sich greifenden Gleichgültigkeit. Mills setzte, so der Münchner Soziologe Stephan Lessenich, auf das wissenschaftliche und gesellschaftliche Engagement für gesellschaftliche Probleme, auf die Möglichkeiten kollektiven Handelns und auf soziale Transformation.

Mills schrieb seine „Soziologische Phantasie“ in einer Zeit, in der viele in dem Gefühl lebten, 'einen epochalen Wandel zu erleben', einen gesellschaftlichen Umbruch, der nicht nur soziologisch dazu aufruft, 'die Konturen der neuen Epoche, an deren Beginn wir uns sehen, zu erfassen.' Hier ist die Aktualität von Mills Analyse quasi mit Händen zu greifen und die Frage neu aufzuwerfen: Was bedeutet 'Soziologische Phantasie' heute?

Für den renommierten Sozialhistoriker Jürgen Kocka liegt die Kernsubstanz von Mills Analyse im „Interesse an einer Umbruchszeit und damit verbunden der Ehrgeiz als Sozialwissenschaftler auch die Konturen einer neuen Zeit vorsichtig versuchsweise zu erfassen.“

Mills ist schon früh, 1961, im Alter von nur 45 Jahren gestorben, an einem Herzinfarkt. Er war ein undogmatischer, ein nicht-marxistischer Linker. Er hatte großen Einfluss auf die frühe US-amerikanische Studenten- und Antikriegsbewegung, blieb aber zeitlebens ein wissenschaftlicher und politischer Außenseiter. Ein Südstaatler in New York und ein intellektuelles Ein-Mann Unternehmen in ständiger Konfrontation mit einer bisweilen feindseligen und abweisenden Umwelt, so beschreibt ihn Stephan Lessenich, der sein Buch: ‚Soziologische Phantasie‘ auf Deutsch neu herausgegeben hat.

Den Münchner Soziologen interessieren gesellschaftliche Zeitdiagnosen und utopische Gesellschaftsentwürfe gleichermaßen. „Wenn man sich die ‚Soziologische Phantasie‘ heute anschaut, dann denkt man, das ist für heute geschrieben. Das ist nicht Stand Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre, sondern das ist wirklich für die Umbrüche der heutigen gesellschaftlichen Zeit geschrieben.“

01:00 Uhr

Nachrichten

01:05 Uhr

Diskurs

Fußball, Schule, Impfmoral -
Was können wir uns erlauben?

Es diskutieren:
- Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
- Johannes Hübner, Pädiatrischer Infektiologe der Universität München
- Andrew Ullmann, FDP-Obmann im Gesundheitsausschuss des Bundestages
- Gerhard Ehninger, Biomediziner der TU Dresden
Moderation: Monika van Bebber
(Wdh. vom 09.07.2021 - Wortwechsel)

Kaum gehen die Corona-Inzidenzzahlen zurück, fordern Spitzenpolitiker den Wegfall der Vorsichtsmaßnahmen. Dabei warnen Wissenschaftler vor der Delta-Variante. Ist die 4. Welle schon da? Sollten Impfmüde motiviert werden? Und darf man Kinder imfpen?

02:00 Uhr

Nachrichten

02:05 Uhr

Tonart

Chansons und Balladen
Moderation: Wolfgang Meyering

03:00 Nachrichten

04:00 Uhr

Nachrichten

04:05 Uhr

Tonart

Clublounge
Moderation: Carsten Rochow

05:00 Nachrichten

06:00 Nachrichten

06:55 Uhr

Wort zum Tage

Soka Gakkai

07:00 Uhr

Nachrichten

07:05 Uhr

Feiertag

Im Anfang ist die Beziehung
Martin Buber und das dialogische Prinzip
Von Pfarrerin Angelika Obert, Berlin
Evangelische Kirche

07:30 Uhr

Kakadu für Frühaufsteher

Warum bekommen wir einen Sonnenbrand?
Von Nadine Wojcik
Moderation: Tim Wiese

Wird unsere Haut zu lange zu intensiver UV-Strahlung ausgesetzt, entsteht ein Sonnenbrand. Vermutlich habt ihr das auch schon einmal erlebt. Ihr wart lange in der Sonne und anschließend rötet sich die Haut, es treten Schwellungen und Schmerzen auf. Der Sonnenbrand ist da. Warum aber bekommen wir einen Sonnenbrand? Und warum reagieren manche Menschen empfindlicher auf die Sonne als andere?

08:00 Uhr

Nachrichten

08:05 Uhr

Kakadu

Kakadu fliegt aus
Sommerferienzeit ist Urlaubszeit
Moderation: Tim Wiese

Somme, Sonne, Ferien, auch Kakadu will raus, was anderes sehen, unbekannte Orte entdecken. Zwar ist so ganz normaler Urlaub auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie nicht drin, aber, zum Glück war der Kakadu in den vergangenen Jahren viel unterwegs - und kann daher mit Euch an den kommenden Sonntagen im Radio Ausflüge unternehmen. Dorthin, wo’s am schönsten war und bestimmt auch bald wieder sein wird: auf eine Nordseeinsel, einen Tierschutzhof oder auch nur einfach raus an ein Flussufer, um dort Kräuter zu sammeln, aus denen sich eine köstliche Suppe kochen lässt.

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Kakadu

Magazin
Moderation: Tim Wiese
08 00 22 54 22 54

09:30 Uhr

Sonntagsrätsel

Moderation: Ralf Bei der Kellen
sonntagsraetsel@deutschlandfunkkultur.de

10:00 Uhr

Nachrichten

10:05 Uhr

Plus Eins

11:00 Nachrichten

11:59 Uhr

Freiheitsglocke

12:00 Uhr

Nachrichten

12:05 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages
Moderation: Axel Flemming

12:30 Uhr

Die Reportage

Sputnik V aus Schwaben
Russischer Impfstoff made in Germany
Von Joseph Weidl und Peter Allgaier

Im bayerisch-schwäbischen Städtchen Illertissen soll bald der russische Impfstoff Sputnik V produziert werden. Wladimir Putin wirbt mit dem Vakzin, als hätte er es selbst erfunden. Die EU hat zwar noch keine Zulassung erteilt, aber Sputnik V wird in vielen Teilen der Welt bereits erfolgreich verimpft, auch wenn die Lieferschwierigkeiten enorm sind. Die traditionsreiche Pharma-Produktionsstätte in Illertissen käme deshalb mehr als gelegen. In der Stadt selbst freut man sich über möglichen Zuzug und neue Arbeitsplätze. Es sind noch viele Hürden zu nehmen, aber der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat schon mal eine größere Bestellung aufgegeben. Es sind noch viele Hürden zu nehmen, aber Illertissen könnte schon bald im internationalen Impfgeschäft mitmischen.

13:00 Uhr

Nachrichten

13:05 Uhr

Sein und Streit

Das Philosophiemagazin
Moderation: Catherine Newmark

Welches Tier sind wir?
Wenn folgsame Schafe auf machthungrige Schweine treffen
Von Florian Werner

Tier, Maschine oder Ebenbild Gottes?
"Unsere Grenzen zu anderen Wesen sind offen"
Von Prof. Dr. Thomas Macho

Kommentar zu Verfehlungen in der Politik
Hier gilt zu Recht zweierlei Maß
Von Prof. Arnd Pollmann

14:00 Uhr

Nachrichten

14:05 Uhr

Religionen

Moderation: Anne Françoise Weber

Islam und Extremismus

Als Islamist gebrandmarkt
Wer als Muslim mit bestimmten Organisationen zu tun hat, gerät schnell in Extremismus-Verdacht
Von Julia Ley

Gedenkminuten reichen nicht
An der Schule über islamistische Anschläge zu sprechen, ist schwierig, aber wichtig
Von Lea De Gregorio

Vielfalt statt Diskriminierung
Im Gespräch erklären die Theologen Walter Homolka und Mouhanad Khorchide, warum Judentum und Islam Deutschland bereichern

15:00 Uhr

Nachrichten

15:05 Uhr

Interpretationen

"Der Mensch zerbricht, der Dichter bleibt"
Die Oper "Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach
Gäste: Jean-Christophe Keck, Musikwissenschaftler und Tobias Ribitzki, Regisseur
Moderation: Michael Struck-Schloen
(Wdh. v. 17.05.2009)

16:00 Nachrichten

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages
Moderation: Axel Flemming

17:30 Uhr

Nachspiel

Das Sportmagazin
Moderation: Thorsten Jabs

Vom Außenseiter zum Europameister
Wie Griechenland 2004 den Titel holte
Gespräch mit Wolf-Sören Treusch

Einwurf:
Was eine Kamera so alles kann - Die UEFA-Bildregie bei der EM
Von Heinz Schindler

Der deutsche Mehrkampf-Nachwuchs vor Olympia
Von Stefan Osterhaus

Der BER und die aus der Zeit gefallene Golfrunde
Von Wolfgang Weber

18:00 Nachrichten

18:05 Nachspiel

Anmut in Perfektion
Trendsport Artistik
Von Elmar Krämer

Im Zirkus werden Höchstleistungen vollbracht: Artisten sind austrainierte Leistungssportler, ihre Nummern in der Manege verkörpern ein Höchstmaß an Kraft, Präzision und Koordination. Äquilibristik, Hochseil- oder Vertikaltuchartistik zeigen anmutige Perfektion in Bewegung. Viele Elemente haben den Sprung aus der Manege in die Parks und in die Fitnessstudios geschafft: Slackline, Aerial Silks, Calisthenics - klingt modern und hip und ist die Trendsportvariante der guten alten Zirkuskunst.

18:30 Uhr

Hörspiel

Das Zittern des Fälschers
Nach dem Roman
Von Patricia Highsmith
Übersetzung aus dem Amerikanischen: Anne Uhde
Bearbeitung: Eberhard Klasse, Stefanie Hoster
Mit: Gerd David, Fred C. Siebeck, Christian Brückner, Maren Kroymann, Djelloul Ben Khelifa, Elisabeth Wyrambe
Regie: Eberhard Klasse
Ton und Technik: Udo Schuster, Regine Schneider
Produktion: SWF / HR 1986
Länge: 89‘

Ein kleiner Ort an der tunesischen Küste. Der Aufenthalt eines amerikanischen Autors in einem Hotel zieht sich unfreiwillig in die Länge. Beim Warten geraten sein Leben und seine Wertvorstellungen ins Wanken. Ein packendes Hörspiel nach Patricia Highsmith.

Howard Ingham, ein amerikanischer Schriftsteller, ist nach Tunesien gereist, wo er mit einem befreundeten Regisseur einen Film drehen will. Er wartet seit Tagen auf eine Nachricht von diesem Freund, auch von seiner Verlobten Ina, die in New York bei einer Fernsehgesellschaft arbeitet. Während der Wartezeit lernt Ingham Land und Leute kennen, unter anderem seinen älteren Landsmann Francis J. Adams, der von Tunesien aus absurde antikommunistische Rundfunksendungen in den Ostblock sendet. Auch mit dem dänischen Maler Jensen freundet er sich an. Als er schließlich erfährt, dass sein Freund, der Regisseur, sich in seiner New Yorker Wohnung erschossen habe, nachdem er vorher noch ein kurzes, aber heftiges Verhältnis mit Inghams Verlobter hatte, steht Ingham plötzlich ohne seine früheren Aufgaben und Bindungen da. Er könnte nach New York zurückfliegen. Aber inzwischen ist er nicht mehr der alte Howard Ingham. Das Land, in dem er seit einigen Wochen lebt, hat ihn verändert, hat das „Westliche“ in ihm unmerklich zersetzt. Als er einen Araber, der nachts in seinen Bungalow einbrechen will, durch einen Wurf mit einer Schreibmaschine tötet, treibt der Konflikt zwischen seinem alten Ich mit seinen traditionellen amerikanischen Werten und seiner neuen, bindungs- und verantwortungslosen Existenz auf einen Höhepunkt zu.

Patricia Highsmith (1921- 1995), geboren in Fort Worth, Texas, wuchs in New York auf und studierte dort Englisch, Latein und Griechisch. Gleich ihr erster Roman, „Der Fremde im Zug“ (1950), wurde von Alfred Hitchcock verfilmt. Berühmt und ebenfalls vielfach verfilmt sind ihre Romane um den wandlungsfähigen Tom Ripley. 1963 verließ Highsmith die USA und lebte fortan in Europa. Sie starb in Locarno (Tessin).

20:00 Uhr

Nachrichten

20:03 Uhr

Konzert

Rudolfinum, Prag
Aufzeichnung vom 14.06.2021

Leoš Janáček
Suite aus der Oper "Das schlaue Füchslein"

Toshio Hosokawa
Violinkonzert

Alexander von Zemlinsky
Lyrische Symphonie in sieben Gesängen nach Gedichten von Rabindranath Tagore für Orchester, eine Sopran- und eine Baritonstimme op. 18

Veronika Eberle, Violine
Johanna Winkel, Sopran
Adam Plachetka, Bassbariton
Prager Radio-Symphonieorchester
Leitung: Alexander Liebreich

22:00 Uhr

Nachrichten

22:03 Uhr

Literatur

Wege nach unten
Armut in der Literatur
Von Maike Albath

Von Armut wurde schon immer erzählt. Dringen nun die prekären Lebensverhältnisse der Gegenwart in die Literatur ein?

Wer von unten kommt, hat es nicht leicht, einen Platz unter den Wohlhabenden zu finden. Die Armut scheint an ihm zu kleben: Immer wieder muss sich Anton Reiser an fremde Mittagstische hocken und gerät aufs Neue in quälende Abhängigkeit. Schon um 1785 schilderte Karl Philipp Moritz in seinem berühmten Anti-Bildungsroman "Anton Reiser" den psychologischen Effekt von Not und Mangel. Für Theodor Fontanes Neureiche oder die verbohrten Repräsentanten des preußischen Adels ist der Pöbel ein Schreckgespenst, den man in die Schranken zu weisen hat. Als Industrialisierung und Wirtschaftskrise immer mehr Verlierer produzieren, ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur Berlin mit seinen schimmelnden Hinterhöfen eine Falle, sondern auch Budapest, wie es Andor Endre Gelléri in seinen Erzählungen über Wäscher und Heizer schildert. Flann O’Brien pariert die irische Hungersnot mit der bitterbösen Satire "Das Barmen" (1941), Cormac McCarthy lässt seinen mythischen Helden Cornelius Suttree 1979 einen uramerikanischen Überlebenskampf in einer stinkenden Kloake ausfechten. Und noch immer droht der Abstieg: Neue Wege nach unten tun sich auf, von denen Annett Gröschner oder Julia Friedrichs berichten.

23:00 Uhr

Nachrichten

23:05 Uhr

Fazit

Kultur vom Tage
Moderation: Eckhard Roelcke

Druck im Kessel
Die Dramatik im Endspiel Italien gegen England
Gespräch mit Dagrun Hintze

Wettbewerb der Milliardäre
Branson vor Bezos im Weltraum
Gespräch mit Andreas Eschbach

Diktatur und Katholizismus
Die portugiesische Künstlerin Paula Rego in London
Von Natalie Klinger

Drei Stunden für eine Kurzgeschichte
Die Filmfestspiele in Cannes
Von Patrick Wellinski

Paris des Ostens
Studie zum Musikerexil in Shanghai 1938-1949
Gespräch mit Sophie Fetthauer

23:30 Kulturnachrichten

Von Victoria Eglau

23:50 Kulturpresseschau

Von Klaus Pokatzky

Juli 2021
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