Seit 18:05 Uhr Wortwechsel

Freitag, 06.12.2019
 
Seit 18:05 Uhr Wortwechsel
Tagesprogramm Sonntag, 23. Juli 2017
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Literatur

Besetzt
Literarische Annäherungen an den 'stillen Ort'
Von Beate Ziegs
(Wdh. v. 16.02.2014)

Dichter, Dramatiker und Erzähler über einen literarischen Schauplatz und seine Tabus.

Erst kürzlich hat Peter Handke in seinem Versuch über den Stillen Ort, die Toilette zum „Grundanderen“ erklärt, das in dem "großen Aufatmen: Endlich allein!" seinen unverwechselbaren Ausdruck findet. Diese Wertschätzung mag erstaunen, ist aber nicht neu. Schon James Joyce schilderte, wie sich Leopold Bloom mit einer Zeitung in einen maroden Abtritt zurückzieht und seine Gedanken fließen lässt, während er sich erleichtert. Ob Bertolt Brecht oder Erich Maria Remarque, ob Max Frisch, Günter Grass, Hans Magnus Enzensberger, Henry Miller, Jonathan Franzen, J.M. Coetzee oder Péter Nádas: die Liste der Literaten, die in die Tabuzone des wohl menschlichsten aller menschlichen Bedürfnisse vorgedrungen sind, ist lang - und die Art und Weise, in der sie das tun, denkbar unterschiedlich. So ist für Elfriede Jelinek die Toilette kein Ort der Stille und Ruhe, sondern der Demütigung und Gewalt. Für Victor Hugo wiederum spiegelte sich in der Geschichte der Kloaken die Geschichte der Menschheit wider. Mehr als 100 Jahre später kommt auch Mario Vargas Llosa zu diesem Schluss, wenn er als „Flaggschiff von Zivilisation und Fortschritt“ nicht das Buch oder das Internet bezeichnet, sondern die Toilette, die für uns selbstverständlich zum Alltag gehört, jedoch für mindestens ein Drittel der Menschheit ein unerreichbares Luxusgut darstellt.

01:00 Uhr

Nachrichten

01:05 Uhr

Tonart

Chansons und Balladen
Moderation: Jörg Adamczak

02:00 Nachrichten

03:00 Nachrichten

04:00 Uhr

Nachrichten

04:05 Uhr

Tonart

Clublounge
Moderation: Martin Böttcher

05:00 Nachrichten

06:00 Nachrichten

06:55 Uhr

Wort zum Tage

Islamische Gemeinschaft

07:00 Uhr

Nachrichten

07:05 Uhr

Feiertag

Theologie trifft Therapie?
Von der Sehnsucht nach Heilung
Von Ludger Verst
Katholische Kirche

07:30 Uhr

Kakadu für Frühaufsteher

Erzähltag
Im Zug
Von Maraike Wittbrodt
Gelesen von Christian Standtke
Ab 6 Jahren
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2005
Moderation: Ulrike Jährling

Eine Zugfahrt ohne die Eltern könnte wirklich cool sein, wenn Rike nicht ihre kleine Schwester Pia im Gepäck hätte. Doch dann ist die plötzlich verschwunden.

Mit dem Zug fahren Rike und ihre kleine Schwester Pia in die Ferien. Allein, ohne ihre Eltern. Zwei Wochen soll Rike nun mit ihrer neuen kleinen Schwester zu ihrer Oma. Und das nur, weil ihr Vater mit seiner neuen Freundin zusammenziehen will und die Wohnung renoviert werden muss. Rike findet das unmöglich, denn sie findet die sechsjährige Tochter von Vaters Freundin einfach nur nervend. Bis Pia plötzlich weg ist.

08:00 Uhr

Nachrichten

08:05 Uhr

Kakadu

Hörspieltag
Fünf Gramm Glück
Von Thilo Reffert
Ab 7 Jahren
Regie: Beatrix Ackers
Komposition: Lutz Glandien
Mit: Stefan Kaminski, Leo Knižka, Elisa Fluch, Uwe Müller, Christoph Gawenda, Marie Burchard, Vincent Kruschwitz, Michael Kind, Shorty Scheumann, Wolfgang Condrus, Antje von der Ahe u. a.
Produktion: Deutschlandradio Kultur 2015
Länge: 53'10
(Wdh. v. 04.09.2016)
Moderation: Ulrike Jährling

Eine Brotdose erzählt von ihren Erlebnissen in Schultasche, Kühlschrank und Fundbüro.

Ludwigs Brotdose liegt in den Sommerferien einsam im Küchenschrank. Sie fühlt sich vergessen und erzählt uns ihr Leben. Es begann in einer Tiefziehmaschine im chinesischen Guangzhou und nahm seine entscheidende Wendung, als Zaocan - so der Name der Brotdose - die Brotdose eines Schulkindes wurde. Zur Schuleinführung verspotten Federtasche und Turnbeutel die gewöhnliche Brotdose. Auch Radiergummi und Arbeitsblatt schauen verächtlich auf sie herab. Aber das Schulkind Ludwig liebt seine Brotdose und holt sie in jeder Pause aus der Schultasche. Unerschrocken übernachtet sie auf dem Schulhof und im Kühlschrank, sie lernt andere Brotdosen kennen, mit denen sie das Inferno einer Spülmaschine überlebt. Sogar aus dem Fundbüro wird sie auf wunderbare Weise gerettet. Und nach den langen Sommerferien fängt endlich wieder die schöne Schulzeit an. Zaocan wird gefüllt mit Butterbrot, Apfel und 5 Gramm Glück und begleitet ihren Ludwig wieder durch den langen Schultag.

Thilo Reffert, geboren 1970 in Magdeburg, arbeitete als Lehrer und an verschiedenen Theatern als Dramaturg und Theaterpädagoge, lebt heute als freischaffender Autor am Stadtrand von Berlin, schreibt Theaterstücke, Hörspiele und Prosa für Kinder und Erwachsene.
Deutschlandradio Kultur sendete zuletzt seine Hörspiel "Mr. Handicap".

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Sonntagmorgen

Das Rätselmagazin
Blumen
Moderation: Olga Hochweis
sonntagmorgen@deutschlandfunkkultur.de

10:00 Nachrichten

10:30 Sonntagsrätsel

Moderation: Ralf Bei der Kellen
sonntagsraetsel@deutschlandfunkkultur.de

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Deutschlandrundfahrt

Wo der Jazz in Deutschland Fuß fasste
Spurensuche im Südwesten der Bundesrepublik
Von Guido Fischer

„Willst du in Deutschland Fuß fassen“, hieß es früher unter amerikanischen Musikern, „musst du über Villingen kommen …“. Dort, am Rande des mittleren Schwarzwaldes, war das erste deutsche Platten-Label beheimatet, das sich (zunächst) ausschließlich mit Jazz beschäftigte: MPS, die Musik-Produktion-Schwarzwald. Jazz hat Tradition im Ländle. Seinen Weg ins Schwabenland fand er nach dem Zweiten Weltkrieg, im Tross amerikanischer Besatzungssoldaten. So mancher Musiker, der den Soldatensender AFN hörte und in den Soldatenclubs tingelte, sollte hier seine Chance bekommen. Darunter Kurt Edelhagen. Er revolutionierte den deutschen Jazz im beschaulichen Baden-Baden. Auch sein Kollege in Stuttgart, Erwin Lehn, stellte mit seinem Südfunk-Tanzorchester die Weichen in Richtung Jazz.

Die ‚Deutschlandrundfahrt‘ erinnert an unvergessliche Orte und Namen, die den Jazz in Westdeutschland groß machten. Und sie schaut nach, welche Orte überlebt haben, wo deren Spirit noch existiert. Immerhin: Die alljährlich stattfindenden Jazz-Open erweisen sich seit 1994 als Besuchermagnet.

11:59 Uhr

Freiheitsglocke

12:00 Uhr

Nachrichten

12:05 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages
Moderation: Moritz Behrendt

12:30 Uhr

Die Reportage

Polizei 2020 - Was bleibt vom Freund und Helfer?
Von Tina Hüttl

Die Polizei sucht Nachwuchs. Überall. Es gab Zeiten, da haben sich junge Menschen begeistert für den Beruf des Freunds und Helfers und für die damit verbundene Sicherheit, nämlich das Leben als unkündbarer Beamter. Heute setzen Schulabgänger offenbar andere Prioritäten. Polizist - das ist für viele kein Traumjob mehr: Man wird angepöbelt, womöglich angegriffen und von der Politik allein gelassen. So die gängige Meinung. Was bewegt junge Leute, genau dieser Einstellung zu trotzen und dennoch zur Polizei zu gehen?

13:00 Uhr

Nachrichten

13:05 Uhr

Sein und Streit

Das Philosophiemagazin
Moderation: René Aguigah

Ja, haben die denn Wachs auf den Ohren?! Ein Duett frei nach Homer
Von Xaver Römer

Der Dashcam-Depp: Eine Perversion des Liberalismus
Von Svenja Flaßpöhler

Philosophie des Zuhörens - Von der phil.cologne
Gespräch mit Prof. Dr. Bernhard Pörksen, Medienwissenschaftler

14:00 Uhr

Nachrichten

14:05 Uhr

Religionen

Seelsorge in der Urlaubszeit
Moderation: Philipp Gessler

Das Kopftuch war niemals ein Thema
Islamische Theologie in Deutschland, weltweit einmalig - vielleicht
Gespräch mit Armina Omerika, Professorin für die Ideengeschichte des Islam an der Universität Frankfurt am Main

Platte auf der Urlaubsinsel
Seelsorge der Evangelischen Kirche auf Rügen
Von Josefine Janert

Ruhe statt Trubel und Schickeria
Die Gemeinde St. Severin in Keitum auf Sylt meistert den Spagat zwischen den Alteingesessenen und den Zugezogenen
Von Klaus Deuse

Bei den In-Gang-Setzern
Die Kirche und ihre Tradition der Selbsthilfegruppen
Von Andreas Boueke

15:00 Uhr

Nachrichten

15:05 Uhr

Interpretationen

"Requiem für Fanny“
Felix Mendelssohns letztes Streichquartett und der Weg dorthin
Gast: Bernhard Schmidt, Cellist
Moderation: Jürgen Liebing

16:00 Nachrichten

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages mit Sport
Moderation: Moritz Behrendt

17:30 Uhr

Nachspiel

Das Sportmagazin
Moderation: Thomas Jaedicke

Ein Team für Afrika fährt bei der Tour
Gespräch mit dem Team-Direktor Rolf Aldag

Doping im Profiradsport: Hat es ein Umdenken gegeben
Gespräch mit Rolf Aldag

Einwurf: Von der Doppelmoral im Profiradsport - gestern gedopt, heute Teamleiter
Von Klaus Blume

Ein Leben für den Frauenfußball - Was macht der frühere Trainer Bernd Schröder?
Von Christian Riedel

18:00 Nachrichten

18:05 Nachspiel

Der verschlafene Riese
Zur Perspektive des Berliner Profifußballs
Von Günter Herkel

In fast allen führenden europäischen Fußballligen nehmen Hauptstadtklubs Spitzenpositionen ein: Real und Atletico Madrid in der Primera Division, Chelsea, Arsenal und Tottenham in der Premier League, AS und Lazio Rom in der Serie A. Nur in der Bundesliga schafft es kein Klub aus der Hauptstadt, sich dauerhaft an der Spitze festzusetzen. Platzhirsch Hertha BSC ringt mit seinen Möglichkeiten und um den Anschluss nach "Oben". Der 1. FC Union ist gerade am Erstligaaufstieg gescheitert. Woran liegt es, dass der Berliner Profifußball seinen Ansprüchen seit Jahrzehnten nicht gerecht wird? Mangel an Talenten kann es nicht sein, da ehemalige Berliner Nachwuchsspieler anderswo starke Karrieren hinlegen. Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, damit einer oder gar zwei Erstligisten aus Berlin in der Liga endlich einmal für Furore sorgen?

18:30 Uhr

Hörspiel

Kunststücke / documenta
One Two Two
Von Ferdinand Kriwet
Regie: der Autor
Produktion: WDR 1968
Länge: 22'30

Paul Auster über "Ich erinnere mich" von Joe Brainard (Vorwort)
Regie: Ulrike Brinkmann
Mit: Michael Rotschopf
Ton: Alexander Brennecke
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2017
Länge: 17'11
(Ursendung)

I Remember/Ich erinnere mich
Von Joe Brainard
Übersetzung: Uta Goridis
Textauswahl und Regie: Ulrike Brinkmann
Mit: Nico Holonics
Ton: Alexander Brennecke
Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2017
Länge: 47'47
(Ursendung)

Beat und Pop, Aktionen und Demonstrationen beherrschen die Szene der 1960er- bis 70er-Jahre.

"Nicht mehr das Wahrgenommene ist wichtig, sondern das Wahrnehmen selbst." 1969 klang diese Forderung des 27-jährigen Kriwet provokativ. Das Stück treibt das Prinzip Collage in unverwechselbarer Weise zur artistischen Perfektion. Herkömmliche Hörgewohnheiten werden abgebaut, von Fabel ist keine Rede mehr.

Ferdinand Kriwet, geboren 1942, Schriftsteller und Mixed Media-Künstler. Wurde in den 1960er-Jahren mit seinen innovativen "Seh- und Hörtexten" bekannt. Zuletzt: "Rotoradio" (DKultur/WDR 2012) und "Radio-Revue oder ‘Ich bräuchte jemanden, der mich mir zurückgibt’" (DKultur/WDR 2013).
Teilnahme an der der documenta 1977 und 1982. Retrospektive "Yester’n Today", Kunsthalle Düsseldorf 2011.


"Ich erinnere mich" besteht aus rund 500 Einträgen, die stereotyp mit jenem Satz beginnen. Keine Chronologie, keine Gliederung. Nur die blitzhafte Erinnerung des Kindes, Jugendlichen oder jungen Mannes, mal mutig, mal verschämt, mal scharf beobachtet oder scheinbar banal.

Joe Brainard, Bildender Künstler und Schriftsteller, 1942 in Arkansas/USA geboren, aufgewachsen in Oklahoma, studierte am Dayton Art Institute, gründete mit Jugendfreunden, wie Ron Padgett, eine Literaturzeitschrift. In den 1960er Jahren gehörte er zur Künstlerszene der "New York School". Er starb 1994 in New York an AIDS. Paul Auster schrieb das Vorwort für Brainards Erstlingswerk und war Produzent des preisgekrönten Kurzfilms von Avi Zev Weider "I Remember" 1998.

20:00 Uhr

Nachrichten

20:03 Uhr

Konzert

Ludwigsburger Schlossfestspiele
Forum am Schlosspark, Theatersaal
Residenzschloss, Ordenssaal
Stadtkirche Ludwigsburg
Aufzeichnungen vom 4., 14., 17., 27.5. und 5.6.2017

Aly Keïta
Malingakan
Aly Keïta, Balafon

Jean Sibelius
Der Schwan von Tuonela aus:
Lemminkäinen- Suite op. 22
Orchester der Schlossfestspiele
Leitung: Pietari Inkinen

Joseph Haydn
Fuga a quattro soggetti aus:
Streichquartett Hob III.32, op. 20 Nr.2

En keiser i Sønderhero
A room in Paris
Danish String Quartet
Dreamers' Circus

Dmitrij Schostakowitsch
Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll op. 40
Jean-Guihen Queyras, Violoncello
Alexandre Tharaud, Klavier

Trad.
Bittesang der Armenier
Hesperion 21 und Gäste
Leitung: Jordi Savall

Charles Ives
Psalm 67 für vierstimmigen Chor a cappella
Psalm 24 für achtstimmigen Chor a cappella
SWR Vokalensemble
Leitung: Marcus Creed

„Die Farben und Schattierungen der Freiheit grundieren den diesjährigen Festivaljahrgang bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen“, so sagt es Intendant Thomas Wördehoff. Das trifft tatsächlich auf viele Konzerte zu, ob nun in Werken von Schostakowitsch oder Sibelius, wie im Eröffnungskonzert, oder auch in den vielen unterschiedlichen Begegnungen, die die Ludwigsburger Schlossfestspiele ermöglichen, auf menschlicher ebenso wie auf musikalischer Ebene. Das Konzert bietet einen Rückblick auf die Festspiele 2017 mit Auszügen aus verschiedenen Veranstaltungen, im Gespräch mit Thomas Wördehoff. Da begegnen sich Volksmusik und Neue Musik, Alte Musik und Improvisation - manchmal sogar an einem einzigen Abend.

22:00 Uhr

Musikfeuilleton

"Dass in Tiflis eine solche Sängertruppe existiert, überrascht mich sehr"
Ein Operntheater am Rande Europas
Von Marika Lapauri-Burk
(Wdh. v. 09.04.2012)

„Dass in Tiflis eine solche Sängertruppe existiert, überrascht mich sehr!“ Alexandre Dumas, von dem dieser Satz des Erstaunens stammt, war nicht der einzige prominente westliche Künstler, der im 19. Jahrhundert die kaukasische Stadt Tbilissi als kulturelles Zentrum für sich entdeckte. Ein ‚Musikfeuilleton‘ über die Geschichte, das kulturelle und politische Umfeld des Hauses.

22:30 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages mit Sport
Moderation: Vera Linß

23:00 Uhr

Nachrichten

23:05 Uhr

Fazit

Kultur vom Tage
Moderation: Sigrid Brinkmann

Ausgerechnet am Taksimplatz: Erdogans Pläne für ein Kulturzentrum
Von Luise Sammann

documenta Radio aus Brasilien
Von Paul Paulun

"Dichten 2020": Ein Lyriktreffen in der Eifel
Von Holger Heimann

documenta-echo: Michel Auder
Von Sabine Oelze

Kulturpresseschau
Von Adelheid Wedel

Juli 2017
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