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Samstag, 31.10.2026

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    Lange Nacht

    Was nach Stalins Terror von der Kultur in Belarus übrig blieb
    Die Lange Nacht der unerschossenen Gedichte
    Von Inga Lizengevic
    Regie: die Autorin

    Stalins Terror hat in den 1930er-Jahren zur Ermordung einer Generation von Autorinnen und Autoren in Belarus geführt. Aber ihre Gedichte leben noch!

    Stalins „Säuberungen“ - die brutale Verfolgung und Ermordung von politischen Gegnern und Konkurrenten in den 1920er- und 1930er-Jahren in der Sowjetunion - beschränkte sich nicht auf die Zentren und auch nicht auf die politischen Kräfte, sondern zielte auf alle Institutionen und alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Auch auf die Kultur. Und gerade dort, wo Widerstand nicht nur künstlerischer oder politischer Natur, sondern womöglich noch Ausdruck eines regionalen kulturellen Selbstbewusstseins, Ausdruck einer anderen, nicht russischen Kultur war. Im August 1937 brennt tagelang ein Feuer im Innenhof des Geheimdienstgefängnisses in der belarussischen Hauptstadt Minsk. Der Geheimdienst verbrennt zahllose Manuskripte belarussischer Schriftsteller. Es beginnt, was Historiker den „Bluttunnel des Todes“ nennen - bis Dezember 1938 werden in Belarus mindestens zehntausend Menschen erschossen. Grausiger Höhepunkt ist die Nacht vom 29. auf den 30. Oktober 1937, in der 132 Kulturschaffende und Wissenschaftler sterben, darunter 22 Schriftsteller: Lyriker, Prosaisten, Übersetzer, Kritiker - die Elite der Literaturszene. Die Nacht wird zum Schlusspunkt einer kurzen, hellen Aufbruchszeit: In den 1920er-Jahren war eine junge, selbstbewusste mehrsprachige belarussische Literatur entstanden, die sich europäischen Avantgarde-Strömungen geöffnet und mit neuen Formen experimentiert hatte. Im Wald von Kurapaty liegen bis heute die Leichen der Künstler, ihre Namen wurden aus der Literaturgeschichte getilgt - doch sie bleiben lebendig, bleiben (un)erschossen, denn in ihren Werken leben sie weiter. Einige überlebten tatsächlich, weil sie nicht als relevant galten, darunter vor allem Schriftstellerinnen. In Belarus ist die Erinnerung an sie noch heute Tabu. Noch heute muss Erinnerungskultur im Exil stattfinden. Die Lange Nacht bietet einen Einblick in dieses Kapitel europäischer Literatur- und Verfolgungsgeschichte.

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    Tonart

    Klassik reloaded

  • 05:00 Uhr

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  • Frida Kahlo
    Wie die Ikone Mexikos zur Kultfigur wurde
    Von Hans-Jürgen Schmitt
    Deutschlandradio 1996
    Vorgestellt von Isabella Kolar

    Frida Kahlo (1907 - 1954) ist in Mexiko - und nicht nur dort - allgegenwärtig. Auf Geldscheinen, in Museen, auf Taschen und T-Shirts. Die berühmte Künstlerin ist überall - und nahezu immer eine Schlagzeile wert. Warum fasziniert sie bis heute mehr denn je? Weil die Menschen die Erfahrung ihres leidvollen Lebens, die Frida mit so radikaler Ehrlichkeit darstellt und damit erlebbar macht, voller Mitgefühl nachvollziehen können: die universelle Schilderung von Schmerz, Liebe und Identitätssuche.

    Frida Kahlos Bilder wirken oft surreal und traumhaft, weil sie Schmerz, Gedanken und Gefühle mit magischen Symbolen zeigt. Sie selbst lehnte den Begriff der Surrealistin jedoch ab und sagte: „Ich habe keine Träume, ich habe meine eigene Realität gemalt.“ Tatsächlich war ihre Kunst auf die Wirklichkeit gerichtet, wenn auch ihre eigene, gelebte Wirklichkeit, geprägt durch körperliches Leiden und seelische Qualen, schonungslos und unmittelbar. Über ihre Malerei urteilte sie selbst: „Da meine Themen stets um meine Empfindungen, meinen Seelenzustand und die tiefsten Reaktionen kreisen, die das Leben in mir hervorrief, habe ich all dies oft in Selbstbildnissen umgesetzt. Sie waren der ehrlichste und wahrhaftigste Ausdruck dessen, was ich in mir und vor mir selbst empfand.“

  • 06:00 Uhr

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  • 06:05 Uhr

    Studio 9

    Kultur und Politik am Morgen
    Mit Buchkritik

    06:20 Uhr   Wort zum Tage

    Bischöfin Christina Maria Bammel, Braunschweig
    Evangelische Kirche

    06:30 Uhr  
    Nachrichten
    07:00 Uhr  
    Nachrichten
    07:30 Uhr  
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    08:00 Uhr  
    Nachrichten
    08:30 Uhr  
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  • Live mit Hörerinnen und Hörern
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    gespraech@deutschlandfunkkultur.de

    10:00 Uhr  
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  • 11:00 Uhr

    Nachrichten

  • 11:05 Uhr

    Lesart

    Das politische Buch

  • 12:00 Uhr

    Nachrichten

  • 13:00 Uhr

    Nachrichten

  • 13:05 Uhr

    Breitband

    Digitales Leben

  • 14:00 Uhr

    Nachrichten

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    Rang 1

    Das Theatermagazin

  • 14:30 Uhr

    Vollbild

    Das Filmmagazin

    15:00 Uhr  
    Nachrichten
  • 16:00 Uhr

    Nachrichten

  • 16:05 Uhr

    Echtzeit

    Das Magazin für Lebensart

  • 17:00 Uhr

    Nachrichten

  • Themen des Tages

  • 17:30 Uhr

    Tacheles

  • 18:00 Uhr

    Nachrichten

  • 18:05 Uhr

    Feature

    Einhundertzweiundneunzig Tage
    Vom Sterben der Eltern
    Von Lorenz Hoffmann
    Regie: Nikolai von Koslowski
    Mit: Lorenz Hoffmann, Petra Hartung, Christian Gutowski, Matthias Hummitzsch, Levia Vockert, Linus Vockert, Corinna Waldbauer, Nicoline Schubert
    Ton und Technik: Holger Kliemchen, Christian Grund
    Redaktion: Tobias Barth
    MDR 2022

    Als die Mutter an Krebs erkrankt, entscheidet sich der Sohn, ihr in ihren letzten Lebenstagen beizustehen. Noch bevor sie stirbt, bekommt auch der Vater die Diagnose Krebs. Eine Zeit voller Herausforderungen und widersprüchlicher Gefühle beginnt.

    Ein Tumor in der rechten Hälfte der Lunge, bösartig und nicht operabel. Buchstäblich am Sterbebett der Mutter erfährt der Autor, dass auch sein Vater nur noch kurze Zeit zu leben hat. 192 Tage bleiben vom Tod der Mutter bis zum Tod des Vaters. Beide sterben an Krebs, beide zu Hause in der eigenen Wohnung. Und beide begleitet der Autor in ihren letzten Lebenstagen. Aus radikal subjektiver Perspektive erzählt er von einem halben Jahr, in dem Ängste, Hoffnung, Liebe, Verzweiflung und Trauer einander überlagern. Er erzählt, wie sich in dieser Zeit die Beziehung zu seinen Eltern wandelt, von der Intimität und vom Elend des Sterbens, der Schwierigkeit sich zu verabschieden und vom Glück intensiv erfahrener Nähe.

    Lorenz Hoffmann, geboren 1974, ist in Salzwedel in der Altmark aufgewachsen. Er studierte Germanistik und Ostslawistik in Leipzig. Seit 2001 arbeitet er als Feature- und Hörspielautor und Übersetzer für den Hörfunk der ARD und den Deutschlandfunk, für Hörbuch- und Buchverlage. Zuletzt: „Begrabt mich und erhebt euch! - Eine Lange Nacht über den ukrainischen Nationaldichter Taras Schewtschenko“ (Deutschlandfunk 2024, mit Lars Meyer) sowie das Feature „Charkiw International“ (MDR 2026).

  • 19:00 Uhr

    Nachrichten

  • 19:05 Uhr

    Konzert

    Musikfest Berlin
    Philharmonie Berlin
    Aufzeichnung vom 02.09.2026

    Wolfgang Rihm
    "Tutuguri", Poème dansé nach Antonin Artaud für Sprecher, Schlagzeuger, großes Orchester und Tonband

    Michael Engelhardt, Sprecher
    Schlagzeugensemble: Ivan Zachatko, Bárbara Ribeiro, Christoph Sietzen, Miguel Llorente Gil, Michele Di Modugno, Efe Sağıroğluları
    Lucerne Festival Contemporary Orchestra
    Leitung: Jörg Widmann

  • Misato Mochizuki
    "Terres rouges" für Streichquartett
    "Brains", Zyklus für Streichquartett

    Quatuor Diotima:
    Yunpeng Zhao, Violine
    Léo Marillier, Violine
    Franck Chevalier, Viola
    Alexis Descharmes, Violoncello

    Deutschlandfunk Kultur / Pentatone 2025

  • 23:00 Uhr

    Nachrichten

  • 23:05 Uhr

    Fazit

    Kultur vom Tage