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Samstag, 05.04.2014

  • 00:00 Uhr

    Nachrichten

  • 00:05 Uhr

    Lange Nacht

    Zerrissen nach allen Seiten
    Eine Lange Nacht über Kunst und Grauen im 1. Weltkrieg
    Von Monika Künzel und Michael Köhler
    Regie: Rita Höhne

    "Es war Reinigung, Befreiung, was wir empfanden, und eine ungeheure Hoffnung." - Nicht nur Thomas Mann verklärte den Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 als 'Großen Krieg'. Er fiel in eine Phase außergewöhnlicher Vitalität und der Gründung von Avantgarde-Bewegungen in den Künsten und beeinflusste mehr als jeder andere Konflikt das Werk der Künstler, die ihn erlebten. Avantgarde-Bewegungen wie der Expressionismus und der Kubismus waren entstanden, Künstlervereinigungen wie Die Brücke und Der Blaue Reiter gegründet. Selbst Käthe Kruse staffierte ihre kindlich-lebensechten Stoffpuppen als stramme Potsdamer Soldaten in den Uniformen der kriegführenden Staaten aus. Wer heute verstehen will, "wie die Herzen … sogleich in Flammen standen, als jetzt Krieg wurde", muss sich die Zeit vor 100 Jahren vergegenwärtigen. Der Dadaist Walter Serner beschrieb den Krieg als eine Reaktion auf das umgehende "Gespenst der Langeweile". Doch im Gegensatz zu vielen Künstlern wich die große Begeisterung für diesen Krieg in der Bevölkerung schnell einer nicht minder starken Ernüchterung. Der britische Historiker Christopher Clark provoziert mit seinem gerade erschienen Werk "Die Schlafwandler" ein neues Nachdenken über die Komplexität der europäischen Vorkriegspolitik. 70 Millionen Soldaten standen in Europa, Afrika, Asien und den Weltmeeren unter Waffen. 17 Millionen Menschen starben unter erbärmlichen Umständen. Wer überlebte, trug seine Narben, körperlich und seelisch, sein Leben lang. Erich Maria Remarque hat mit seinem Buch 'Im Westen nichts Neues', zehn Jahre nach seinen eigenen Kriegserlebnissen, einer verlorenen Generation ein bis heute erschütterndes Denkmal gesetzt.

    01:00 Uhr
    Nachrichten
    02:00 Uhr
    Nachrichten
  • 03:00 Uhr

    Nachrichten

  • 03:05 Uhr

    Tonart

    Filmmusik

    Leonard Rosenman
    Hell Is For Heroes (Die ins Gras beißen)

    Jerry Fielding
    Escape from Alcatraz (Flucht von Alcatraz)

    Jerome Moross
    The Jayhawkwers (Der Herrscher von Kansas)

    George Duning
    The Wreck of the Mary Deare (Die den Tod nicht fürchten)

    Mark Mancina
    Planes

    Moderation: Birgit Kahle

    Zwei Gemeinsamkeiten haben die beiden auf derselben CD veröffentlichten Filmmusiken von Leonard Rosenman und von Jerry Fielding: beide entstanden für Filme von Don Siegel und bei beiden sind düstere Klangfarben das charakteristischste Merkmal. Rosenman schrieb seine Musik für eine Story aus dem zweiten Weltkrieg (Hell Is For Heroes) und Fielding untermalte recht sensibel die Verfilmung der womöglich einzigen geglückten Flucht aus dem berühmt-berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz (Escape from Alcatraz). - Melvin Franks Western-Drama „The Jayhawkers“ spielt in den Jahren vor dem amerikanischen Bürgerkrieg im "Kansas Territory" vor dem Hintergrund der Diskussion um die Rechtmäßigkeit der Sklaverei. Jerome Moross entwarf hierfür eine Komposition mit sehr schönen Spannungsbögen. Um einen Versicherungsbetrug zur See und die Rehabilitation des guten Rufes eines Handelskapitäns geht es in Michael Andersons Film „The Wreck of the Mary Deare“, dem George Duning eine schwere sinfonische Komposition mit auf den Weg in die Kinos gab, - und Mark Mancinas einfallsreiche Musik für den übermütigen Disney-Spaß „Planes“ macht schlicht gute Laune.

    04:00 Uhr
    Nachrichten
  • 05:00 Uhr

    Nachrichten

  • 05:05 Uhr

    Ortszeit

    Themen des Tages

    05:50 Uhr
    Presseschau
    06:00 Uhr
    Nachrichten
    06:15 Uhr
    Länderreport

    Durch Deutschland in der Nacht
    Von Susanne von Schenck und Ralf Bei der Kellen

    07:00 Uhr
    Nachrichten
    07:20 Uhr
    Kommentar

    Streiks und Tarifbindung
    Von Elisabeth Niejahr

    08:00 Uhr
    Nachrichten
    08:10 Uhr
    Netscout

    Schutz vor Datendiebstahl - wie sieht eine sichere Passwortpolitik aus?
    Von Philip Banse

    08:20 Uhr
    Reportage

    Ich bin dann mal weg
    Mauro Morandi bewacht die Insel Budelli im Mittelmeer
    Von Ulf Lüdeke

    Gescheitert in der Gesellschaft, glücklich im Robinson-Paradies: Mauro Morandi, Ex-Sportlehrer aus Modena, bricht vor 25 Jahren seine Zelte in der Zivilsation ab und kauft ein Segelboot, um in der Südsee noch mal von vorn zu beginnen. Die Reise erleidet Schiffbruch - doch nur, was die Südsee betrifft. Im Mittelmeer findet er eine einsame Insel, die mit Hilfe von Ernst Jünger zu seinem Nirvana wird. Ulf Lüdeke hat den Eremiten dort besucht.

    08:50 Uhr
    Kulturtipp

    "Visionen und Alpträume - Die Stadt der Zukunft im Film"
    Filmmuseum Düsseldorf
    Von Susanne Luerweg

  • 09:00 Uhr

    Nachrichten

  • Live mit Hörern
    0 08 00.22 54 22 54
    gespraech@deutschlandradiokultur.de
    Thema: Die Pollen sind los - Was tun bei Allergien?
    Im Gespräch mit Prof. Dr. Karl-Christian Bergmann, Leiter der allergologisch-pneumologischen Ambulanz am Allergie-Centrum der Charité und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst

    10:00 Uhr
    Nachrichten
  • 11:00 Uhr

    Nachrichten

  • 11:05 Uhr

    Das Ende von Windows XP

  • 12:00 Uhr

    Nachrichten

  • 12:05 Uhr

    Ortszeit

  • Der Wochenrückblick
    Moderation: Benedikt Schulz

  • 13:00 Uhr

    Nachrichten

  • 13:05 Uhr

    Tacheles

    "Haben wir eigentlich einen Grund zu feiern?"
    Über leere Kirchen und volle Säle, den guten und den bösen Luther und die Moral in der Mediengesellschaft
    Margot Käßmann stellt sich den Fragen von Patrick Garber.

    Auch vier Jahre nach ihrem Rücktritt als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland ist Margot Käßmann das wohl bekannteste Gesicht des deutschen Protestantismus. Wo immer sie in ihrer neuen Funktion als Botschafterin der EKD für das Reformationsjubiläum 2017 auftritt, füllt sie die Säle. Doch warum werden die Kirchen ansonsten immer leerer, treten immer mehr Menschen aus der Kirche aus? Was kann ein Jubiläum wie der 500. Jahrestag der Reformation 2017 bewirken angesichts fortschreitender Säkularisierung? Müssen die großen Kirchen mehr Ökumene wagen, auch wegen der Herausforderung durch religiösen Fundamentalismus? Wie schaut eine Protestantin auf Franziskus, den Papst „vom anderen Ende der Welt“? Wie auf den Reformator Martin Luther und dessen auch dunkle Seiten, seinen Anti-Judaismus? Und was denkt Margot Käßmann vor dem Hintergrund ihrer eigenen Biographie über medial begleitete Rücktritte wie die von Uli Hoeneß und Bischof Tebartz-van Elst?

  • 13:30 Uhr

    Kakadu

    Entdeckertag für Kinder
    Ein Glockenton fliegt durch die Nacht
    Der Dichter Christian Morgenstern und seine Galgenlieder
    Von Regina Voss
    Moderation: Elmar Krämer

    Welches Liedchen würde der Dichter Christian Morgenstern über sein Leben zum eigenen 100. Todestag verfassen? Welche Lebensstationen und - situationen hätten darin Platz? Die ersten glücklichen Kinderjahre und der frühe Tod der Mutter, die wechselnden Berufe und das große Glück des Dichtens? Und ob er auch ein Versmaß für seine vielen Ideen finden würde, die ihm ständig durch den Kopf gingen? Wir können nur raten. Mit Hilfe von Morgensterns bekannter Gedichtsammlung Galgenlieder nähern wir uns den Ideen, dem Leben und dem Arbeiten des Dichters.

    Regina Voss arbeitet als freie Autorin und Journalistin für öffentlich-rechtliche Radiosender. Gemeinsam mit dem Atelier Flora hat sie drei Kinderbücher veröffentlicht.

  • 14:00 Uhr

    Nachrichten

  • 14:05 Uhr

    Breitband

  • 15:00 Uhr

    Nachrichten

  • Wenn die Nacht den Takt vorgibt
    Durch Deutschland im Dunkeln
    Von Susanne von Schenck und Ralf Bei der Kellen

    "Wie ist die Welt so stille …" Eine Liedzeile von Matthias Claudius, die schon lange nicht mehr stimmt. Und auch die poetische Nacht, in der der Mond über eine nebelige Flusslandschaft milchig leuchtet, erleben nur noch wenige Menschen. Denn seit der flächendeckenden Einführung von elektrischem Licht steht das Leben nachts nicht mehr still, die Übergänge verschwimmen. Und doch sind nachts andere Menschen unterwegs als tagsüber - die einen freiwillig, die anderen, weil sie müssen. Hotelportiers, Reisende, Nachtschwärmer und dunkle Gestalten. Was ist anders an Deutschland in der Nacht? Wie verändert sich die Landschaft bei Nacht? Und was macht die Nacht mit dem Menschen? Die Autoren haben Deutschland bei Nacht gesucht - und gefunden: in der rastlosen Großstadt ebenso wie im verschlafenen Dorf, auf den Rastplätzen der Autobahnen und in den Liegewagen der Nachtzüge.

  • 16:00 Uhr

    Nachrichten

  • 16:05 Uhr

    Religionen

    Gottlos latschen
    Eine Berliner Schuhwerkstatt bietet edle Treter für Atheisten an - mit weltweitem Erfolg
    Von Vera Block

    Ein Ja-Wort, das ein Nein war
    Wie die erste zivil geschlossene Ehe im Libanon einer gesellschaftlichen Revolution gleich kam
    Von Simon Kremer

    "Es ist kein religiöser Konflikt“
    Ein Interview mit Dieudonné Nzapalainga, dem Erzbischof von Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik
    Von Philipp Gessler

    Sein Delikt: Der Glaube an Jesus Christus
    Der iranische Pastor Behnam Irani wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er vom Islam zum Christentum konvertierte
    Von Marie Wildermann

    Kein Wandel durch Annäherung
    Zwei atheistische Filmemacher versuchen in einem packenden Dokumentarfilm, angehende Pastoren zu verstehen
    Von Wolfgang Martin Hamdorf

    "Tut um Gott´s Willen etwas Tapferes“
    Ein neues Buch beschreibt, wie Ulrich Zwingli in der Schweiz die Reformation voran trieb - und für sie starb
    Von Joachim Hildebrandt

    Moderation: Philipp Gessler

  • 17:00 Uhr

    Nachrichten

  • 17:05 Uhr

    Ortszeit

    Themen des Tages mit Sport

  • 17:30 Uhr

    Lesung

    Briefwechsel
    Vita Sackville-West und Harold Nicolson
    Gelesen von Eva Meckbach und Ole Lagerpusch
    (Wdh. v. 05.10.2013)

  • 18:00 Uhr

    Nachrichten

  • 18:05 Uhr

    Feature

    Steuerung - Alt - Entfernen
    Tod und Trauer in der digitalen Welt
    Von Kai Laufen
    Regie: Ulrich Lampen
    Mit: Vincent Leittersdorf, Nora Quest, Sebastian Mirow
    Ton: Johanna Fegert
    Produktion: SWR 2012
    Länge: 53‘41

    Das Internet vergisst nicht. Alles und jeder bleibt, über den Tod hinaus, irgendwo gespeichert. Ist das für die Hinterbliebenen wirklich ein Trost?

    Zwei Finger links. Ein Finger rechts. Und weg. Aber: Was heißt "weg" in der digitalen Welt? Bleibt nicht alles - und jeder(!) - irgendwie, irgendwo gespeichert, unter der Erde, auf einem Server oder im Himmel in einer "Cloud"? Wenn das Internet unsterblich macht, ist das für die Trauernden wirklich ein Trost? Sind die virtuellen Friedhöfe, die Gedenk- und Trauerforen ein adäquater Ort, um Erinnerungen an den Verstorbenen am Leben zu erhalten?

    Kai Laufen, geboren 1968 in Bochum, studierte u.a. Politik und Romanistik, seit 1999 ARD-Reporter, seit 2007 gehört er zur SWR-Redaktion "Reporter und Recherche" und ist befasst mit Themen wie Cybercrime und Cyberwar.

  • 19:00 Uhr

    Nachrichten

  • 19:05 Uhr

    Konzert

    Oper in deutschen Ländern
    Opernhaus Bonn
    Aufzeichnung der Premiere am 30.03.2014

    Walter Braunfels
    "Der Traum ein Leben"
    Dramatisches Märchen nach Grillparzer

    Rustan, ein junger Krieger - Endrik Wottrich, Tenor
    Zanga, ein Mohr, sein Sklave - Mark Morouse, Bariton
    Massud (im Traum König) - Rolf Broman, Bass
    Mirza, seine Tochter (im Traum Gülnare) - Manuela Uhl, Sopran
    Chor des Theaters Bonn
    Beethoven Orchester Bonn
    Leitung: Will Humburg

    nach Ende der Oper ca. 21.35 Nachrichten

    Walter Braunfels, geschätzter Opern- und Orchesterkomponist mit namhaften Förderern wie Bruno Walter, Wilhelm Furtwängler oder Otto Klemperer, ähnlich erfolgreich wie Richard Strauss oder Franz Schreker, wurde am 2. März 1933 von den Nationalsozialisten als "Halbjude" aus seinem Amt als (Gründungs-)Direktor der Kölner Musikhochschule entlassen. Jede professionelle Musikausübung war ihm verboten. Braunfels entschied sich für den Weg in die innere Emigration, verkaufte sein Kölner Haus und zog nach Bad Godesberg. Hier entstand als erstes großes Werk dieser Phase des erzwungenen öffentlichen Schweigens die Oper "Der Traum ein Leben". Der unruhig-aktive Rustan zieht ein tatenreiches Leben dem Müßiggang vor. In seinem kaum stillbaren Tatendrang nach Größe und Heldenhaftigkeit sucht er, ermutigt und angespornt durch den Sklaven Zanga, den Weg aus dem vermeintlich eintönigen Dasein in der Hütte seines Onkels Massud. Als Rustan mit Zangas Unterstützung den Fürsten von Samarkand aus höchster Gefahr rettet, verspricht der ihm seine Tochter Gülnare als Gattin und das Königreich als Erbe. Auf dem Weg zu immer mehr Ruhm und immer größerem Reichtum gerät er aber durch die Listen Zangas auf die schiefe Bahn - er wird zum Verbrecher und kehrt ernüchtert und reumütig in sein altes Leben zurück. Das Erwachen aus dem Traum ermöglicht es Rustan, dem fast unausweichlich drohenden Abgrund zu entrinnen. Mit "Der Traum ein Leben" schuf Walter Braunfels gewissermaßen ein Brückenwerk zwischen dem deutlich schwelgerischeren Stil seiner Arbeiten vor 1933 und dem spröderen Tonfall insbesondere seiner Kompositionen der inneren Emigration. So findet der märchenhafte Gestus des Grillparzer-Dramas immer seine Entsprechung im Klangrausch vor allem des brillant behandelten Orchesters. Dass die Oper bislang erst zweimal aufgeführt wurde (in den 50er Jahren durch den Hessischen Rundfunk in Frankfurt und 2001 schließlich szenisch in Regensburg), kann lediglich mit dem erst allmählichen Einsetzen der längst überfälligen Braunfels-Renaissance erklärt werden. Einer der einstmals im Kanon der aktuellen Musik Schwergewichtigen kehrt unaufhaltsam auf die Spielpläne zurück.

  • "Was ihr wollt!"
    Lieder von Walter Braunfels

    Marlis Petersen, Sopran
    Konrad Jarnot, Bariton
    Eric Schneider, Klavier

    Produktion: Deutschlandradio Kultur 2011

  • 22:30 Uhr

    Erotikon

    Lesung zur Nacht
    Aus "Der Liebhaber" von Marguerite Duras
    Gelesen von Leslie Malton
    (Wdh. v.11.07.2009)

  • 23:00 Uhr

    Nachrichten

  • 23:05 Uhr

    Fazit

    Kultur vom Tage u.a.

    Theatralischer Brandbeschleuniger
    Herbert Fritsch inszeniert im Hamburger Schauspielhaus "Die Schule der Frauen" von Molière

    "Das Mädchen Rosemarie”
    Inszenierung von Milan Peschel in Hannover, nach dem Roman von Erich Kuby

    Wagner-Großprojekt in Nürnberg
    Georg Schmiedleitner inszeniert "Die Walküre", Musikalische Leitung: Marcus Bosch

    "Stadt.Religion.Kapitalismus"
    Richard Sennett, Alexander Kluge und Gäste im Haus der Kulturen der Welt, 3. - 5.4.2014