Politisches Feuilleton 

Partys und PandemieDer Drang zum Feiern ist zutiefst menschlich

Menschen tanzen ausgelassen mit hochgehobenen Armen. (Unsplash / A. L.)

Eigentlich ein Ort der Ekstase: Dass Partys zurzeit nur mit angezogener Handbremse möglich sind, tut Nicola Schubert weh. Das Feiern ist nämlich kein Luxus, auf den wir gut verzichten können, sondern hat grundlegende Funktionen, meint die Autorin.

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Debatte über "Cancel Culture"Wie Kampfbegriffe den Diskurs prägen

Eine Illustration zeigt zwei aus Papierknäueln geformte Köpfe (imago images / agefotostock)

Steht es wirklich schlecht um die Meinungsfreiheit? Kritiker der sogenannten Cancel Culture beklagen das laut und hörbar. Hinter der Behauptung, es gebe Zensur, steckt etwas anderes, meint die Literaturwissenschaftlerin Andrea Geier.

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Bibliotheken und CoronaZerbrechliche Orte des öffentlichen Raums

Blick in die leere Bibliothek der Europa-Universität Viadrina (picture alliance / Patrick Pleul /dpa / ZB)

Für viele sind Bibliotheken Orte des Kontaktes. Der übliche Aufenthalt dort war wegen Corona lange unmöglich, nun kann man sie wieder besuchen. Die Stadtgeografin Melike Peterson beschreibt, wie die Krise diese öffentlichen Räume beschädigt hat.

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Aufnahme von GeflüchtetenSo geht Integration von unten

Eine Integrationsfachkraft hilft Kindern bei den Hausaufgaben. (picture alliance / Peter Zschunke / dpa)

Wie viele geflüchtete Menschen kann Deutschland aufnehmen? Nicht erst seit dem Brand im Lager Moria wird über diese Frage gestritten. Das Dorf Jugenheim in Rheinhessen gibt im Kleinen die Antwort, meint der Wirtschaftsjournalist Uli Röhm.

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Bullshit und CoronaLügen, die über Leben und Tod entscheiden

US-Präsident Donald Trump verlässt den Brady Press Briefing Room, nachdem er und Mitglieder der Coronavirus Task Force des Weißen Hauses am 19. März 2020 im Weißen Haus in Washington, DC, eine Pressekonferenz abgehalten haben. Er spiegelt sich dabein in einer Schreibe doppelt. (Getty Images / Chip Somodevilla)

Trump hat die Gefahr des Coronavirus bewusst heruntergespielt und Fake News verbreitet. Das ist unverantwortlich und tatsächlich lebensgefährlich, sagt der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Es zeigt auch auf, was Fakt und was Meinung ist.

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AltersvorsorgeDie Lüge eines lebenslangen Wohlstandes

Ein Senioren-Ehepaar macht Übungen auf einem sogenannten "Beintrainer" auf dem Seniorenspielplatz in Hannover. (laif / Christian Burkert)

Unermüdlich ruft die Finanzindustrie ihre Kunden dazu auf, sich den "gewohnten Lebensstandard im Alter" zu sichern. Dieser Standard basiert aber auf Wachstum und das ist in Zeiten des Klimawandels mehr als deplatziert, meint die Autorin Pieke Biermann.

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Leben im ExilDer Sprung ins Leere

Ein Mann hat die Arme sind hinter dem Rücken verschränkt. Er steht an einem Holzzaun und Blickt in die Ferne. (laif / Keystone / Gaetan Bally)

Wie es sich anfühlt, in einem fremden Land mit einer unbekannten Sprache anzukommen, wissen nur diejenigen, die es erlebt haben. Usama Al Shamani kam 2002 aus dem Irak in die Schweiz und ist heute ein erfolgreicher Schriftsteller.

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Internationale KonflikteDeutschland muss sich klarer positionieren

Die russische Flagge ist auf der Botschaft der Russischen Föderation, nicht weit vom Bettenhaus der Charité, gehisst. Im Vordergrund wehen die deutsche und die europäische Flagge.  (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)

Der Giftanschlag auf Nawalny, Chinas Experimente als Weltmacht und die Spannungen im Mittelmeer. Bei all diesen Konflikten vermisst der Philosoph Martin C. Wolff das beherzte Agieren von deutscher Seite. Diese Zurückhaltung könne auch böse enden.

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Toxische MännlichkeitMänner, die Frauen hassen

Vor rosa Hintergrund ist ein etwas verschrumpelter gerade gewachsener Kaktus zu sehen. (Unsplash / Charles Deluvio)

Die Attentäter von Halle und Hanau waren rechtsradikal und erklärte Antifeministen. Der Philosoph Florian Goldberg hat sich mit einem Milieu beschäftigt, das darin aufgeht, sich selbst zu bemitleiden, und Frauen als Feinde zu betrachten.

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Appelle, Petitionen, offene BriefeWider den Bekenntniszwang

Eine rothaarige Frau hält einen schwarzen Buchkalender hoch, auf dem Aufkleber mit der Aufschrift "Fight like a Grrrl!" , "Refugees welcome" und "System change not climate change" angebracht sind. (imago / ZUMA Wire / Sachelle Babba)

Im Briefkasten von Intellektuellen landen regelmäßig Aufrufe, sich zu solidarisieren oder zu einer Haltung zu bekennen. Kerstin Hensel lehnt diesen Trend zum Ad-hoc-Flaggezeigen ab, wohne ihm doch etwas Eiferndes inne - gepaart mit geistiger Faulheit.

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Streit um DiskurshoheitSeid gnädig mit den Linksliberalen!

Ein Jutebeutel mit der Aufschrift "Grün links versifft". (Imago / Jens Jeske)

Ja, sie haben diskursive Macht, und ihre angeblich so hohe Moral entspringt zum Teil Eigennutz: Dennoch solle man den Linksliberalen gegenüber Milde walten lassen, meint Stefan Reinecke. Denn sie haben in den letzten Jahrzehnten auch viel Gutes bewirkt.

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Heimarbeit als ZukunftsmodellDas Comeback des Jahrhunderts

Historische Illustration eines Mannes an einem Webstuhl. (Getty Images / Photo12 / Universal Images Group)

Mit der Industrialisierung wurde die Arbeit von zu Hause vertrieben und in Fabriken und Büros verlagert. Durch Corona kehrt sie wieder nach Hause zurück. Das könnte viel Gutes bringen, meint Hans Rusinek: etwa ein Revival von Nachbarschaft und Heimat.

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Billige ArbeitskräfteDer Schlachthof ist kein Fall für Werkverträge

Mit einem Messer schneidet ein Schlachter einen Knochen aus einem Stück Schweinefleisch. (imaog / Shotshop)

Schweine zerlegen auf der Basis von "Werkverträgen": Die Zustände in der Fleischindustrie offenbaren ein seltsames Rechtsverständnis, findet der Jurist Matthias Buth. Denn es gehe hier um die Arbeitsleistung abhängig Beschäftigter und nicht um Werke.

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IntegrationWir können das!

Ein vermutlich aus Syrien stammender Flüchtling macht eine Kusshand und hält dabei ein Bild von Angela Merkel in die Kamera, während er und etwa 800 weitere Personen aus Ungarn am 5. September 2015 am Münchner Hauptbahnhof in München eintreffen. (Getty Images Europe / Sean Gallup)

Tausende in Ungarn gestrandete Flüchtlinge: Vor fünf Jahren ließen Österreichs Kanzler und die Bundeskanzlerin sie einreisen – kurz nach Merkels "Wir schaffen das". Für Publizistin Ferda Ataman stand das nie infrage: "Wir können das", meint sie.

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TrennungskinderWenn das Ende ein Anfang ist

Eine Illustration zeigt einen Mann und eine Frau, die einen Jungen mit Krone in einem Stuhl mit Griffen tragen. (imago images / fStop Images / Malte Müller)

Hier stand vor Kurzem ein Plädoyer für ein "Trauerjahr für Trennungskinder". Konstanze Jungwirth widerspricht: Dass Eltern nicht mehr als Paar leben wollen, muss für die Kinder keine negativen Folgen haben, meint die Anwältin – ganz im Gegenteil.

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Sedantag als MahnungBlut, Eisen und unrühmliche Geschichte

Nacht der Schlacht bei Sedan: Ein Gemälde zeigt den siegrreichen Bismarck im Gespräch mit dem unterlegenen Napoleon III.,  (gemalt von Camphausen). (picture alliance / Mary Evans Picture Library)

Vor 150 Jahren endete die Schlacht von Sedan: Der Sieg über die französische Armee führte zur Gründung eines deutschen Nationalstaates – und wurde im Kaiserreich zum Gedenktag. Der Publizist Konstantin Sakkas über ein schwieriges Jubiläum.

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Debatte um Cancel CultureDie ängstlichen Intellektuellen

Eine Illustration zeigt Mikrofone und die Ausrufe "Yes!", "Wow!" und "No!". (imago images / Panthermedia / studiostoks)

Wer im öffentlichen Diskurs zu grell erscheint, droht Opfer der "Cancel Culture" zu werden, beobachtet Milosz Matuschek. Viele Intellektuelle könnten dem nichts entgegensetzen, meint der Journalist. Er sieht aber auch eine neue Lust am wilden Denken.

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ErziehungskunstMaria Montessori weist uns die Zukunft

Maria Montessori, italienische Pädagogin, kolorierte Porträtaufnahme um 1920.  (akg images)

Wie keine zweite hat Maria Montessori das pädagogische Denken der Menschen rund um den Globus inspiriert und geprägt. Zu ihrem 150. Geburtstag wirbt Erziehungswissenschaftler Michael Klein-Landeck dafür, sich mehr mit ihren Ideen zu beschäftigen.

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Manipulation von MenschenDie Motive der Angstmacher erkennen

Eine dunkle Maske lauert hinter einem Türfenster. (imago / fStopImages / Michael Mann)

Menschen kann man schnell verunsichern und Angstmacher nutzen diese Gefühle für ihre Zwecke. Neurowissenschaftlicher Gerald Hüther plädiert dafür, stets neu zu prüfen, ob unsere Ängste berechtigt sind oder ob sie instrumentalisiert werden.

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Hegel und künstliche Intelligenz Der Mensch erschafft einen neuen Gott

Reproduktion eines Porträts von Hegel aus: "Outstanding Figures of World History" des Künstlers Viktor Prus, 1979. (akg / Sputnik)

Hegel war der Denker des dialektischen Fortschritts und mit seinen Überlegungen könne man auch die Zukunft erklären, meint der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski. So sei der Mensch nur ein Zwischenwirt zum nächsten Gott – der künstlichen Intelligenz.

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ErinnerungskulturEin Denkmal für Walter Lübcke!

Eine Ehrenwache steht neben dem Porträt des ermordeten Politikers Walter Lübcke am 13. Juni 2019 in Kassel. (Getty / Sean Gallup)

Die Frage, welche Denkmäler wir nicht mehr wollen, wird viel diskutiert. Die Philosophin Gesine Palmer findet eine Frage fast noch wichtiger: Wen wollen wir eigentlich noch ehren? Einer, der es wert wäre, ist der ermordete Politiker Walter Lübcke.

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Outsourcing moralischer VerantwortungDie Banalität des Bösen ist allgegenwärtig

Der Angeklagte Adolf Eichmann während seiner Vernehmung am ersten Prozeßtag in Israel.  (picture-alliance / dpa)

Die massive Gleichgültigkeit, mit der die Nazi-Verbrechen begangen wurden, hat Hannah Arendt mit der „Banalität des Bösen“ auf den Punkt gebracht. Für den Philosophen Philip Kovce sind Arendts Überlegungen noch immer hoch relevant.

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Plötzlich entschleunigtCorona und die seelischen Kosten der Moderne

Vom Coronavirus umgebene Figur in Panik (Illustration) (imago images/Ikon Images/Jens Magnusson)

Corona hat unser Leben radikal verlangsamt. Nun zeigt sich ein kollektiv verdrängtes Unbehagen an der Kultur der Beschleunigung. Wie umgehen, mit aufkommenden Sinnfragen, Angst und Aggression? Das fragt sich der Kulturwissenschaftler Christian Kohlross.

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