Politisches Feuilleton 

Das Dauerprovisorium Grundgesetz Deutschland in guter Verfassung

Für eine Feier zum 70. Jahrestag des Grundgesetzes der auf Gesellschaft für Freiheitsrechte wird vor dem Brandenburg Tor ein überdimensionales Grundgesetz aufgestellt. (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Das Grundgesetz war 1949 nur als Provisorium gedacht. Eine richtige Verfassung ist es nicht. Daran änderte auch der "Beitritt" der DDR 1990 nichts. Nun ist es Zeit für eine Debatte, was Deutschsein heute bedeutet, meint der Jurist Matthias Buth.

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Drohende Klima-ApokalypseKapitulation, aber mit Hingabe!

Ausgetrockneter Boden, rauchende Schlote, eine Vogelschar am dunklen Himmel: die Apokalypse (Illustration) (imago/Panthermedia)

Jonathan Franzen hat vor kurzem im Magazin "New Yorker" vorgeschlagen, sich davon zu verabschieden, dass der Klimawandel aufhaltbar sei. Auch Publizist Arno Orzessek schlägt sich mit öko-apokalyptischen Gedanken herum – verzweifelt darüber aber nicht.

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Mangel an AmbiguitätstoleranzDer fatale Wunsch nach Eindeutigkeit

"Warum bist du anders?": Graffiti auf einer Wand (imago/JOKER/Karl-Heinz Hick )

Andere Meinungen? In der Regel falsch! Wissenschaftliche Erkenntnisse? Nutzlos, weil umstritten! Psychotherapeutin Astrid von Friesen diagnostiziert einen gesellschaftlichen Mangel: Mehrdeutigkeiten und Widersprüche auszuhalten. Doch der sei heilbar.

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ReligionspolitikVon guten Geistern verlassen

Die Statue des heiligen Bonifatius steht vor einem regenschweren Himmel im hessischen Fulda, aufgenommen im September 2019 (picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa)

Rechtspopulisten in ganz Europa instrumentalisieren Religion für ihre Zwecke. Demokratisch gesinnte Kräfte müssen gegen die politische Vereinnahmung der Religion aktiv werden, fordert Politikwissenschaftlerin Sophie Pornschlegel.

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Nach dem "Bürgerrat Demokratie" in LeipzigMehr Demokratie von unten wagen

Menschenmenge übergibt großen Würfel mit Ja oder Nein-Entscheidung. (imago images / Ikon Images/ Klaus Meinhardt )

In Leipzig tagte der per Losverfahren zusammengesetzte "Bürgerrat Demokratie". Ein erfolgreiches Experiment, meint der Journalist Timo Rieg: Die Politik wäre gut beraten, diese Form der Bürgerbeteiligung auch in der realen Politik zuzulassen.

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Klimaprotest als LebenssinnDas Ende der Geschichte ist vorerst Geschichte

Porträt der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg, die lächelt (imago/Peter Wixtröm/Aftonbladet )

Hinter den Klimaprotesten stecke eine apokalyptische Angstlust, meinen viele. Doch etwas Besseres hätte uns gar nicht passieren können, meint Kulturwissenschaftler Roberto Simanowski: In die utopielose Konsumgesellschaft kommt endlich wieder Schwung.

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Deutsche EinheitWarum ich an der Wut in Ostdeutschland schuld bin

Ein kleines Haus verfällt und bietet einen tristen Anblick. (imago/Winfried Rothermel)

Der Osten der Bundesrepublik wählt rechts, weil er rechts ist: Mit solchen Erklärungsversuchen kommt man nicht weiter, meint der Philosoph Matthias Gronemeyer. Der Westen hat den Osten übers Ohr gehauen – und damit heutige Zerwürfnisse begünstigt.

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Psychotherapie im AlltagWillkommen im Therapieland

Illustration eines abstrakten Kopfs in der Seitenansicht, dem von Händen Puzzleteile eingesetzt werden. (imago/Ikon Images/Gary Waters)

Der Gang zum Psychotherapeuten hat sein Stigma verloren. Das ist zunächst einmal gut, meint Thorsten Padberg. Doch der Therapeut warnt davor, bei der Behandlung gesellschaftliche Rahmenbedingungen außer acht zu lassen.

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Empathie statt ErfolgDie wahre Chance im Scheitern

Illustration: ein Segelschiff bricht an einem Felsen entzwei (imago / Philby Illustration )

Überall wird uns gepredigt, dass Scheitern der Schlüssel zum Erfolg sei. Das stimmt nicht und verkennt die wahre Natur des Scheiterns, sagt der Unternehmensberater Hans Rusinek. Aus Scheitern entstehen keine Erfolgs-, sondern Erkenntnischancen.

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Die AfD-FormelDas kleine Einmaleins der Rechtspopulisten

Ein Mann trägt am Rande einer Wahlkampfveranstaltung der AfD Sachsen ein blaues Polo-Shirt und einen Fischerhut in Deutschlandfarben. (dpa/Zentralbild/ Sebastian Kahnert)

Klare Feindbilder, einfache Lösungen. So spricht die AfD ihre Wählerschaft auch vor der Landtagswahl in Thüringen an. Der Journalist Daniel Bax analysiert diese Wahlkampf-Rhetorik, die auf eine Spaltung der Gesellschaft setzt.

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Kirche in der KriseWas der Papst von Autokonzernen lernen kann

Papst Franziskus während einer Audienz auf dem Petersplatz (pictrue alliance / dpa / Spaziani)

Der Shareholder-Value ist manchmal leichter zu erkennen als der Wille Gottes, meint der Soziologe Uwe Bork. Trotzdem könnte der Weltkonzern "Katholische Kirche" sich an Konzepten internationaler Autokonzerne orientieren. Ein gewagter Ratschlag?

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Von "Leadern" und "Anführern"Gangsterstyle und Möchtegern-Rambos in der Politik

Wladimir Putin mit Gewehr über der Schulter auf einem Pferd sitzend. (picture alliance / dpa / Alexei Druzhinin / Sputnik )

Wird vom "Leader" gesprochen, übersetzen deutsche Medien dies oft mit "Anführer". So wird das Wort Führer vermieden. An der Übersetzung lässt sich aber auch der zunehmende Gangs­terstyle der Politiker ablesen, meint die Literaturwissenschaftlerin Sylvia Sasse.

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Neuer ver.di-Chef, alte ProblemeDie Gewerkschaften müssen sich neu erfinden

Eine Angestellte auf einem Streik, sie steht in einer Menschenmenge auf einer Kundgebung der Gewerkschaft "verdi" in Hamburg und schwenkt eine Fahne und hält eine rote Knatter Rätsche in die Luft. (imago / Jonas Walzberg)

18 Jahre lang leitete Frank Bsirske die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Nun übernimmt Frank Werneke den Vorsitz. Die Probleme der Gewerkschaft – allem voran der Mitgliederschwund – bleiben aber die alten.

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US-Verhandlungen mit den afghanischen TalibanAussichtslos, aber zum Erfolg verdammt

Afghanistans ehemaliger Präsiden Hamid Karzai (l) und der politische Chef der Taliban (Sher Mohammad Abbas Stanikzai) besuchten im Februar 2019 ein intra-afghanisches Meeting in Moskaus President Hotel. an intra-Afghan meeting at Moscow's President Hotel.  (dpa / TASS / Sergei Fadeichev)

Bei den US-Friedensverhandlungen mit den Taliban hieß es immer wieder, ein Deal sei in Sicht – bis US-Präsident Trump sie für "tot" erklärte. Der Journalist Emran Feroz zeichnet ein düsteres Zukunftsbild – und vermisst die Zivilgesellschaft am Tisch.

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Erfindergeist dringend gesucht Deutschland malt lieber schwarz

In einem leeren Bus-Wartehäuschen in einer einsamen, grünen Berglandschaft  prangt ein großes Plakat mit der Aufschrift "Das wird nie was". (Picture alliance / imageBROKER / Thomas Sbampato)

Klimawandel, humane Arbeitsbedingungen, nachhaltige Mobilität – große Zukunftsfragen liegen vor uns. Doch Deutschland ist die Innovationskraft abhanden gekommen und labt sich lieber an Schwarzmalerei, diagnostiziert Schriftstellerin Jagoda Marinić.

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Autoritäre WeltverbessererSchamgefühl als Moralkeule

Als Silhouetten heben sich Demonstranten mit Plakaten in einem kleinen Boot vor einem riesigen Kreuzfahrtschiff ab. (Imago / Andrea Merola)

Was darf man heute, was schickt sich nicht? Eine Kreuzfahrtreise buchen, Fleisch essen, mal eben den Flieger nehmen? Der Philosoph Christian Schüle hält diese neuen Formen des Puritanismus für einen fatalen Katalysator für gesellschaftliche Spaltungen.

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Neue HeldinnenWeibliche Ikonen in der Sexismusfalle

Der Street-Artist TVBOY malt sein Graffiti von Carola Rackete als Marienfigur an eine Wand in der sizilianischen Hafenstadt Taormina. (Picture Alliance / Photoshot)

Ob Klimaaktivistin Thunberg, Sea-Watch-Kapitänin Rackete oder Friedensnobelpreisträgerin Yousafzai – die jungen Frauen werden als neue Heldinnen bejubelt. Dabei spiele Sexismus allerdings keine geringe Rolle, meint Journalistin Sonja Eismann.

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Vom Philosophen Karl Popper lernenPragmatisches Handeln statt ideologischer Rechthaberei

Sir Karl Popper, aufgenommen im Jahr 1981 in Tübingen (picture-alliance / akg-images)

Am 17. September vor 25 Jahren starb der Philosoph Karl Popper. Gerade heute hat uns sein anti-totalitäres Werk wieder viel zu sagen, meint der Schriftsteller und Publizist Marko Martin – auch über das Aufkommen völkischer und reaktionärer Ideologen.

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30 Jahre Wende in der DDR1989 hätte unser 1968 sein können

Demonstration für freie Wahlen vor dem Palast der Republik in Ost-Berlin am 4.11.1989.  (imago / Sven Simon)

Nur einen kurzen Moment der Geschichte war die DDR mündig: als im Sommer und Herbst 1989 Hunderttausende für Freiheit und Demokratie auf die Straße gingen. Es hätte unser 68 werden können, meint der Schriftsteller Martin Ahrends. Doch dann kam der Mauerfall.

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9/11 und die FolgenDer Westen hat versagt

Der Präsident der Vereinigten Staaten, George W. Bush, hält am 11.10.2002 im Weißen Haus in Washington eine Rede. Amerika spricht nach Auffassung Bushs im Irak-Konflikt jetzt "mit einer Stimme". (picture-alliance / dpa / AFP)

Dschihadismus, Islamischer Staat, Massenflucht: Das hätte es ohne die stümperhafte und überhebliche Reaktion des Westens auf "9/11" nicht gegeben, meint Stefan Weidner. Zeit, sich das einzugestehen und aus dem Schatten des 11. September zu treten!

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UnternehmensführungMehr kritische Geister auf die Chefposten!

Illustration von Menschen, die auf Linealen stehen und die Höhe in der Unternehmenshierarchie messen. (imago images / Ikon Images / Roy Scott)

Made in Germany: Das stand lange für den nachhaltigen Erfolg deutscher Unternehmen. Aber inzwischen dominierten auch hierzulande, wie in den USA, kurzfristige Ziele mit Opportunisten in den Chefetagen, beklagt der Analyst Folker Hellmeyer.

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