Krimibestenliste Januar

Die Stunde von Groschupfs Hyänen ist gekommen

Die Buchcover der Krimibestenliste von Januar 2023. Platz 1: Johannes Groschupf "Die Stunde der Hyänen", Platz 2: Attica Locke "Pleasantville" und Platz 3: Tade Thompson: "Fern vom Licht des Himmels".
Die Top drei der Krimibestenliste im Januar: Johannes Groschupf führt die Liste an mit "Die Stunde der Hyänen", Attica Locke mit "Pleasantville" und Neueinsteiger Tade Thompson mit "Fern vom Licht des Himmels" folgen. © Deutschlandradio / Suhrkamp / Polar / Golkonda
Johannes Groschupfs "Die Stunde der Hyänen" springt von Rang vier an die Spitze der Krimibestenliste. Der bestplatzierte Neueinsteiger spielt in der Zukunft sowie im Weltall – nicht nur deshalb ist die Nr. 3 ein besonderes Werk der Kriminalliteratur.
  • 1
    Das Buchcover des Krimis von Johannes Groschupf, "Die Stunde der Hyänen". Es zeigt ein rotes, brennendes Auto auf einer schmuddeligen Straße bei Nacht, im Hintergrund ist ein Backsteingebäude im Fabrikstil zu erkennen. Das Buch ist auf der Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur.
    Johannes Groschupf

    Die Stunde der Hyänen

    Berlin. In Kreuzberg brennen Fahrzeuge. Fernfahrer Radek wird beinahe verbrannt, lässt vom Alkohol, entdeckt Gott, wird „polnischer Messias“. Maurice zündelt und masturbiert, so sehr will er Britta zur Frau. Doch die Ältesten der „Jünger Jahwes“ untersagen den Kontakt. Sie haben anderes vor. Schwarzes Märchen.

    265 Seiten

    16,00 Euro

    Suhrkamp

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  • 2
    Das Cover des Krimis von Attica Locke, "Pleasantville". Es zeigt eine schmutzige US-Flagge, die mit anderen Motiven verschwimmt, darunter Gesichter und Symbole. Das Buch ist auf der Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur.
    Attica Locke

    Pleasantville

    Übersetzt von Andrea Stumpf

    Houston, Texas 1996. Mord und Politik: Im Vorort Pleasantville wird der Bürgermeisterwahlkampf entschieden und Alicias Leben beendet. Anwalt und Bürgerrechtler Jay Porter, alleinerziehender Vater, riskiert Ruf und Existenz, um den Mordverdächtigen aus einer angesehenen Schwarzen Familie zu retten. Great Pleasure.

    452 Seiten

    26,00 Euro

    Polar

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  • 3
    Das Cover des Krimis von Tade Thompson, "Fern vom Licht des Himmels". Es zeigt die Zeichnung eines heulenden Himmels vor einem nachtdunklen Himmel neben dem Namen des Autors und des Titels
    Tade Thompson

    Fern vom Licht des Himmels

    Übersetzt von Jakob Schmidt

    Weltraum, Zukunft. Nach zehn Jahren Flug zum Planeten Bloodroot wacht Pilotin Michelle Campion auf und entdeckt im Raumschiff Dutzende zerstückelte Passagiere. Ermordet von dessen KI? Thompson mischt Klassenkampf und Oligarchenschelte, SF und Krimi in einem der seltsamsten, wendungsreichsten Locked-Room-Mysterys ever.

    384 Seiten

    20,00 Euro

    Golkonda

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  • 4
    Das Cover des Krimis von Tom Lin, "Die tausend Verbrechen des Ming Tsu". Es zeigt neben Autorenname und Titel eine Illustration. Darauf ist ein Reiter auf seinem Pferd im Schattenriss vor einem stilisierten Sonnenuntergang zu sehen.
    Tom Lin

    Die tausend Verbrechen des Ming Tsu

    Aus dem Englischen von Volker Oldenburg

    1869, Pacific Railroad. Nach Jahren Sklaverei an der Bahnstrecke ist Hitman Ming Tsu hinter allen her, die sein Glück mit Ada zerstört haben. Leichen und Magier pflastern seinen Weg westwärts, auf dem er eine Frau trifft, die nicht entflammbar ist, einen Mann, der jede Gestalt annimmt, einen Puma und seine Liebe: Noir.

    304 Seiten

    16,00 Euro

    Suhrkamp

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  • 5
    Das Buchcover von Sara Paretskys Krimi, "Schiebung". Es zeigt eine in rötlicher Farben getauchte Straßenschlucht, am Horizont ein Himmelskörper, der für diese Farbe sorgt. Das Bild ist auf der Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur.
    Sara Paretsky

    "Schiebung"

    Übersetzt von Else Laudan

    Chicago. Der Neffe mordverdächtig, die Nichten auf der Flucht, der Ex kungelt mit Milliardären: Vic Warshawski hat Familienstress en masse. Wertpapierschwindel, Kreditbetrug, Antikenraub, Entführung, Überfall und Mord sind diesmal die Verbrechen, denen sie, immer gehetzt, die Stirn bietet. Dazu noch der Einwanderungsbehörde.

    509 Seiten

    25,00 Euro

    Ariadne im Argument-Verlag

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  • 6
    Das Cover des Krimis von Jamey Bradbury, "Wild". Es zeigt neben dem Namen des Autors und dem Titel die Zeichnung einer Berglandschaft. Das Buch ist auf der Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur
    Jamey Bradbury

    Wild

    Übersetzt von Lydia Dimitrow

    Alaska. Tracy, 17, weiß, wie sie die Erfahrungen getöteter Tiere verinnerlichen kann. Sie trinkt ihr Blut. Unbändig ihre Sehnsucht nach Wildnis, nach Schlittenhunderennen. Einsperren will sie der Vater, doch dann kommt Jesse, ein Junge auf der Flucht. Großer Roman: Wie wäre es, eins mit der Natur zu sein?

    390 Seiten

    26,00 Euro

    Lenos

  • 7
    Das Cover des Krimis von Iben Albinus, "Damaskus". Es zeigt eine Straßenszene, auf der Kreuzung steht ein brennendes Auto.
    Iben Albinus

    Damaskus

    Aus dem Dänischen von Kerstin Schöps

    Damaskus 2011. Während die syrische Bevölkerung demonstriert und die Geheimdienste Assads auf sie schießen, soll Sigrid Melin, naiver Gutmensch durch und durch, einer nordischen Telekommunikationsfirma ein soziales Nachhaltigkeitskonzept entwickeln. Melin lernt: Pragmatismus, Verzweiflung und Prinzipienlosigkeit.

    512 Seiten

    24,00 Euro

    Hoffmann und Campe

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  • 8
    Das Cover des Krimis von Gu Byeong-mo, "Frau mit Messer". Es zeigt schematisch eine Frau, von der nur der Hals und das Kinn auf gelben Grund angedeutet sind, im unteren Bereich erkennt man eine dunkle, in Pink kolorierte Bluse. Das Buch ist auf der Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur.
    Gu Byeong-mo

    Frau mit Messer

    Übersetzt von Wibke Kuhn

    Südkorea. Sie ist im Rentenalter, aber immer noch aktive „Schädlingsbekämpferin“, euphemistisch für das Auftragskiller-Business, das in ostasiatischen Thrillern blüht. Arthrose, Reaktionsschwäche – soll die Alte entlassen werden, jüngeren Kerlen weichen? Nix da. Feministische Kombination von Sozialdrama und Eastern.

    286 Seiten

    22,99 Euro

    Ullstein

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  • 9
    Das Cover des Krimis von Matthias Wittekindt, "Die rote Jawa". Es zeigt neben dem Namen des Autors und dem Titel eine rote, brennende Kerze auf einheitlich grünem Grund. Der Rauch der Kerze wird zu einer kurvigen Straße, auf der ein Motorrad bergan fährt.
    Matthias Wittekindt

    Die rote Jawa

    „Klein-Glevitz“. Im Sommer 1961 ist der spätere Kriminaldirektor a. D. Manz erst 16. Coming of Age: Er hat einen Ferienjob in einem Dorf in Mecklenburg und schwärmt für Maja und ihr tschechisches Moped. Dann brennt ein Hof nieder, Menschen sterben. Manz entdeckt eine neue Leidenschaft: Das Sammeln von Informationen.

    221 Seiten

    19,90 Euro

    Kampa

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  • 10
    Das Cover des Krimis von Sally McGrane, "Die Hand von Odessa". Es zeigt neben dem Namen der Autorin und dem Titel eine Illustration vorwiegend in blau und pink. Auf dieser sind einige Häuser zu sehen, zwei Katzen und ein Auto. Auf einer Wäscheleine hängen Kleidungsstücke.
    Sally McGrane

    Die Hand von Odessa

    Übersetzt von Diana Feuerbach

    Odessa, nach Besetzung der Krim. Bombenanschläge, die dritte Hand eines Politikers, ein verliebter Kater. Ein Verbrecher, der seine Tochter entführt. In diesem Odessa, bedroht von Russen und so gesetzlos wie phantastisch seit je, will Ex-CIA-Mann Max Rushmore seine Karriere retten. Hommage an eine unbesiegbare Stadt.

    416 Seiten

    24,00 Euro

    Voland & Quist

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Sie können die Krimibestenliste auch als PDF herunterladen. Alles über Mord und Totschlag gibt es auf unserem Krimiportal das über die aktuellen Trends in der Kriminalliteratur informiert und die wichtigsten Neuerscheinungen vorstellt. Haben Sie Fragen oder Anregungen zur Krimibestenliste? Dann wenden Sie sich über krimi@deutschlandradio.de an die Jury oder die Redaktion.

Wie funktioniert die Abstimmung?

Die Krimibestenliste wird im Auftrag von Deutschlandfunk Kultur durch eine Jury aus Kritikerinnen und Kritikern erstellt.

Es sind 18 Spezialistinnen und Spezialisten für Kriminalliteratur aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die aus der laufenden Produktion monatlich jeweils vier Titel vorschlagen, die sie mit sieben, fünf, drei oder einem Punkt bewerten.

Der so gefundene Punktwert pro Titel wird mit der Zahl der für ihn abgegebenen Stimmen multipliziert. Daraus wird die monatliche Liste berechnet.

Jedes Jurymitglied darf insgesamt drei Mal für denselben Titel votieren. Voten für Titel, an deren Entstehung oder Vorbereitung man beteiligt war, sind verboten.

Die Titel dürfen nicht älter als zwölf Monate und keine Wiederauflagen, Sammelbände oder Anthologien sein. Unterschiede zwischen Hardcover, Paperback und Taschenbuch werden nicht gemacht.

Im Durchschnitt kommen fünf Titel neu auf die monatliche Liste. Die Ziffer in Klammern gibt den Rang des Vormonats an.

Die Jury:
Tobias Gohlis, Sprecher der Jury
Volker Albers, „Hamburger Abendblatt“
Andreas Ammer, „Druckfrisch“, ARD
Gunter Blank, „Rolling Stone“
Katrin Doerksen, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Kino-Zeit“
Hanspeter Eggenberger, „krimikritik.com“
Fritz Göttler, „Süddeutsche Zeitung“
Jutta Günther, „Radio Bremen Zwei“
Sonja Hartl, „Zeilenkino“, „Crimemag“, „Deutschlandfunk Kultur“
Hannes Hintermeier, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“
Alf Mayer, „CulturMag“, „Strandgut“
Kolja Mensing, „Deutschlandfunk Kultur“
Marcus Müntefering, „Der Spiegel“
Ulrich Noller, „Deutschlandfunk Kultur“, „Deutschlandfunk“, „SWR“, „WDR“
Frank Rumpel, „SWR“
Ingeborg Sperl, „Der Standard“
Sylvia Staude, „Frankfurter Rundschau“
Jochen Vogt, „NRZ“, „WAZ“