Sonntag, 20.01.2019
 

Lesart | Beitrag vom 13.12.2018

Kalt-DeutschDie Sprache unserer Gegenwart

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Kalt-Deutsch. Die Sprache unserer Gegenwart. (Deutschlandradio/unsplash.com)
„Das ist sprachliche Aufrüstung, die zu Gewalt führen wird“, sagt der Autor Durs Grünbein über die Verrohung der öffentlichen Sprache (Deutschlandradio/unsplash.com)

Worte und Begriffe wecken Hoffnungen oder schüren Ängste, sie prägen politische Diskussionen und unseren Umgang mit der Vergangenheit. Deutschlandfunk Kultur nimmt die Veränderungen in der Sprache unserer Gegenwart unter die Lupe und schreibt das Wörterbuch der Alltagssprache weiter.

Dabei haben wir verschiedene Autorinnen und Autoren gebeten, auf bestimmte Sprachveränderungen, auf eine Art Verrohung in der Alltagssprache in Zeiten verschärfter Rhetorik zu achten, diese zu sortieren und anhand eines Beispiels zu beschreiben.

Es geht um allgemeine Begriffe wie Stolz, Identität oder politische Korrektheit, die in Kurzessays mikroskopiert werden, aber auch um konkrete Ausdrücke wie "Absaufen", "Gesprächsabbruch" oder "Menschenfleisch". Die sprachliche Verunsicherung ist mit Händen zu greifen.

"Worte können sein wie winzige Arsendosen: Sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da."

Das schrieb der Romanist Victor Klemperer in seinem LTI - Notizbuch eines Philologen, es erschien 1947 unter dem unmittelbaren Eindruck des Nationalsozialismus. Hierin hat er die Sprache des Dritten Reiches dokumentiert und analysiert. Es ist Klemperers Sprachwerk, das den Schriftstellerinnen und Schriftstellern als indirekte Vorlage, gewissermaßen als Ideenzünder, für das Wörterbuch der Gegenwart dient. Dadurch angeregt, gehen wir in unserer Originaltonreihe "Kalt-Deutsch" den neuen sprachlichen Reizworten nach.

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