Neu im Kino: „Three Thousand Years Of Longing“

Verliebte Prinzessinnen, böse Sultane und hinterhältige Magier

07:41 Minuten
Szene aus dem Film "Three Thousand Years of Longing": Die Schauspielerin Tilda Swinton spielt Alithea, die in einer bunten, märchenhaften Umgebung einen flaschenähnlichen Gegenstand in der Hand hält. Aus diesem wird sie einen Dschinn befreien.
Gleich müsste er da sein, der Dschinn: Tilda Swinton in "Three Thousand Years Of Longing". © picture alliance / dpa / Everett Collection
Von Patrick Wellinski · 01.09.2022
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Mit „Mad Max: Fury Road“ gelang George Miller ein echter Überraschungshit. Auch mit seinem neuen Film „Three Thousand Years Of Longing“ zeigt der Regisseur wieder, was er kann - und verbeugt sich vor den großen antiken Märchenerzählern.

Worum geht es?

Alithea (Tilda Swinton) spielt eine einsame, aber erfolgreiche Wissenschaftlerin, die sich mit den Ursprüngen von Mythen, Sagen und Legenden beschäftigt. Sie ist gerade auf einem Vortrag in Istanbul, als ihr seltsame Dinge geschehen. Wesen tauchen in der Menschenmenge auf und verschwinden wieder. Es sind Vorboten ihres Treffens mit einem Dschinn (Idris Elba), den Alithea aus einer kleinen Flasche befreit. Sie kennt den Deal: Sie hat drei Wünsche frei. Doch die Geschichte der beiden einsamen Seelen verläuft dann anders, als es Märchen üblicherweise vorsehen.

Was ist das Besondere?

George Miller gilt als exzentrischer Kreativkopf des Genrekinos. Mit „Mad Max: Fury Road“ ist ihm ein Überraschungshit gelungen. Sein neuer Film „Three Thousand Years Of Longing“ überrascht mit einer zärtlichen Abenteuerlust. Im Grunde verbeugt sich Miller vor den großen antiken Märchenerzählern. Sein Film lässt sich auch als moderne Variante der arabischen Erzählsammlung "Tausendundeine Nacht" lesen.

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In opulenten Rückblenden erzeugt Miller träumerische Abenteuer von Prinzen und verliebten Prinzessinnen, bösen Sultanen und hinterhältigen Magiern. Tilda Swinton und Idris Elba sind wunderbare Reiseführer durch diese Welten und verleihen den klassischen Geschichten einen modernen Twist.

Bewertung

Vor allem die Episoden aus dem Leben des Dschinns sind wahre Märchen-Highlights, die Miller mit viel Computertricks zu inszenieren weiß. Ob die ganze Auflösung der Konfrontation zwischen dem Dschinn und der Wissenschaftlerin wirklich überzeugt, muss jeder und jede für sich entscheiden. „Three Thousand Years of Longing“ glaubt tief und fest an den Veränderungscharakter von Geschichten. Märchen, Sagen und Mythen erklären uns heute noch die Welt, nicht nur als Metapher. Diese Haltung macht Millers Film zu einer wunderbaren Seherfahrung.

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