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Literatur | Beitrag vom 03.11.2019

30 Jahre Mauerfall Erzähl mir Deutschland!

Von Elke Schlinsog

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Ein Paar steht vor der Berliner Mauer und macht ein Selfie. (Picture Alliance/dpa/Ralf Hirschberger)
Bauwerk mit Geschichte: Der Mauerfall ist vielleicht nicht historisch, dafür ist die Berliner Sperranlage aber ein beliebter Hintergrund für Selfies für Touristen. (Picture Alliance/dpa/Ralf Hirschberger)

Die Mauer ist gefallen. Das Ereignis ist allerdings nicht historisch geworden: In der Literatur und auch im Alltag ist die deutsche Teilung nicht selten quicklebendig. Denn Ost und West sind sich oft nicht grün.

Der Mauerfall am 9. November 1989 ist drei Jahrzehnte her, doch anders als die Teilung Europas scheint die Deutschlands nicht vorüber zu sein – zumindest nicht in der Literatur, zumindest nicht in der Alltagswahrnehmung vieler Menschen hierzulande. 30 Jahre nach dem Mauerfall unternimmt Elke Schlinsog eine Deutschlandreise zu vier Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die vom wichtigsten Ereignis der Nachkriegszeit in Deutschland und den Jahren danach nicht lassen.

Sie fährt einmal durchs Land: von links nach rechts, von oben nach unten. Zu Jan Brandt in der ostfriesischen und zu Manja Präkels in der brandenburgischen Provinz. Zu Lukas Rietzschel in die Lausitz und zu Frank Goosen in den Ruhrpott.

Einigkeit nicht über alles

Vier deutsche Autoren mit vier Geschichten aus der Wende- und Nachwendezeit in Ost und West. Immer geht es um alte und neue Heimaten, um Ähnlichkeiten und Unterschiede, Nähe und Ferne im Verhältnis von hüben und drüben.

Die Erinnerung an die getrennten und die gemeinsamen Jahre gibt es nicht nur zweifach, sondern gleich mehrfach. Die eine Interpretation, die eine Erinnerung wird nicht entstehen: Einigkeit lässt sich nicht herstellen, soviel auch literarisch und mündlich erzählt wird.

Aber zu wissen, aus welchen Gründen andere mit anderen Erfahrungen andere Schlussfolgerungen ziehen, kann Brücken bauen. Die Literatur und ihre Verfasser haben damit längst angefangen. "Heute teilt man nicht mehr die unterschiedlichen Erfahrungen von Ost und West", meint Frank Goosen, "heute teilt man die gemeinsamen Enttäuschungen seit 1989, und das macht die Sache so schwierig."

(pla)

Das Manuskript zur Sendung finden Sie hier.

Sprecher: Winnie Böwe, Timo Weisschnur und die Autorin
Ton: Hermann Leppich
Regie: Friederike Wigger
Redaktion: Jörg Plath

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