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Aktuell / Archiv | Beitrag vom 26.12.2018

SachbuchbestenlisteDie besten Sachbücher im Januar

Illustration der Sachbuchbestenliste Januar 2019. (Montage: DLF Kultur)
Eva Illouz' "Warum Liebe endet" steht weiterhin auf Platz eins der Sachbuchbestenliste. (Montage: DLF Kultur)

Deutschlandfunk Kultur, ZDF und "Die Zeit" präsentieren die stärksten Sachbücher des Monats. Gekürt werden die Titel von einer Jury aus 30 Kritikerinnen und Kritikern.

1 (1) Eva Illouz: "Warum Liebe endet"
Aus dem Englischen von Michael Adrian
Suhrkamp; 447 Seiten, 25 Euro

Cover von Eva Illouz Buch "Warum Liebe endet". Im Hintergrund ist ein junges Paar zu sehen. (Suhrkamp / Unsplash / Rayul)Illouz zeigt auf, wie es um Beziehungen in Zeiten von Speed-Dating, Tinder und Körperkult bestellt ist. (Suhrkamp / Unsplash / Rayul)

Die Soziologin Eva Illouz geht in ihren Büchern der Frage nach, ob es eine Liebe geben kann jenseits der Erfüllung kapitalistischer Versprechen. In "Warum Liebe endet" gibt sie dem Thema eine ganz andere Perspektive und erforscht, was in romantischen Hollywood-Filmen keinen Platz hat: Sie schreibt über das Ende der Liebe. Eine erhellende Studie, die das moderne Liebeskonzept radikal hinterfragt. 90 Punkte

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2 (-) Hartmut Rosa: "Unverfügbarkeit (Unruhe bewahren)"
Residenz Verlag; 136 Seiten, 19 Euro

(Buchcover Knopf Verlag/ Hintergrund imageBROKER) (Buchcover Knopf Verlag/ Hintergrund imageBROKER)

Der Beschleunigungsexperte Hartmut Rosa trumpft mit einem neuen Buch auf. Die Kernthese hat sich kaum verändert: Wir leben in einer immer schneller werdenden Welt und gehen nur oberflächliche Kontakte ein. Rosa meint: Das muss sich ändern! Gegen die Entfremdung hilft der Kontakt mit widerspenstigen Dingen, die uns auf die Essenz des Menschseins zurückwerfen. Das Ergebnis: echte Resonanz. 62 Punkte

3 (2) Leslie Jamison: "Die Klarheit"
Aus dem Englischen von Kirsten Riesselmann
Hanser Berlin, 638 Seiten, 28 Euro

Zu sehen ist ein Mann im Schatten, der ein Bierglas austrinkt. (dpa/ picture-alliance/ Britta Pedersen)Leslie Jamison beschreibt in ihrem Buch wie sie zur Alkoholikerin wurde. (dpa/ picture-alliance/ Britta Pedersen)

Alkohol ist die Gesellschaftsdroge Nummer eins. Aber warum trinkt man eigentlich? Um die eigenen Schwächen zu verbergen? Um Probleme zu vergessen? Um sich besser zu fühlen? Die Amerikanerin Leslie Jamison schildert in ihrem sehr persönlichen Essay, warum sie sich fast um den Verstand getrunken hat – und was ihre Rettung war. Ein ehrliches Buch, das die Droge Alkohol von ihrem Mythos befreit. 109 Punkte

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4 (-) Christopher Clark: "Von Zeit und Macht"
Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz
DVA; 320 S., 26 Euro

Buchcover "Von Zeit und Macht" vor Hintergrund. (DVA / picture alliance / akg images)Buchcover "Von Zeit und Macht" vor Hintergrund. (DVA / picture alliance / akg images)

Der Historiker Christopher Clark fragt: Wie beeinflussen sich Zeit und Macht? Clark widmet sich dem Wirken von drei deutschen Herrschern und einem Regime: Friedrich Wilhelm von Brandenburg-Preußen, Friedrich dem Großen, Otto von Bismarck und den Nationalsozialisten. Dabei zeigt sich: Jede Macht entwirft ihre Version von Vergangenheit, um eine neue Zukunft zu schreiben. 38 Punkte

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5 (-) Jean François Billeter: "Skizzen"
Aus dem Englischen von Tim Trzaskalik
Matthes & Seitz; 107 Seiten, 12 Euro

Buchcover "Skizzen" vor Hintergrund. (Matthes & Seitz / Unsplash Ali Yahya)Buchcover "Skizzen" vor Hintergrund. (Matthes & Seitz / Unsplash Ali Yahya)

Der Sinologe Jean François Billeter bestimmt in seiner Studie das wesentliche Begehren des Menschen und fragt, wie das Wissen um das Subjekt dabei helfen kann, historische Krisen zu lösen. Dabei hat er die Form der Skizze gewählt, um zu vermeiden, ein großes Gedankengebäude zu errichten. Er präsentiert eine Philosophie der radikalen Gedankenfreiheit, die in Form, Inhalt und Absicht bisher einmalig ist. 35 Punkte

6 (4) Ulinka Rublack: "Der Astronom und die Hexe. Johannes Kepler und seine Zeit"
Klett-Cotta, 409 Seiten, 26 Euro

Im Hintergrund ein Sternenhimmel, im Vordergrund das Buchcover von Ulinka Rublacks "Der Astronom und die Hexe" (Klett-Cotta/ Imago/ Blickwinkel)Ulinka Rublack befasst sich mit dem Hexerei-Prozess gegen Johannes Keplers Mutter. (Klett-Cotta/ Imago/ Blickwinkel)

Der Astronom Johannes Kepler erhält 1615 die Nachricht, dass seine Mutter wegen Hexerei angeklagt wurde. Kepler macht sich auf, um die Verteidigung seiner Mutter vor Gericht zu übernehmen. Die Historikerin Ulinka Rublack rekonstruiert den Fall und zeigt eine faszinierende Welt im Wandel, zwischen Naturwissenschaft und Magie, vernunftgeleiteter Moderne und dem Terror der Hexenverfolgung. 35 Punkte

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6 (-) Georg Cremer: "Deutschland ist gerechter, als wir meinen: Eine Bestandsaufnahme"
C. H. Beck; 272 S., 16,95 €

Buchcover des Buches "Deutschland ist gerechter als wir meinen" von Georg Cremer. (C.H.Beck/picture alliance/dpa/ Bernd von Jutrczenka/Deutschlandradio)Wie sozial ungerecht geht es in Deutschland wirklich zu? Weniger als wir denken. (C.H.Beck/picture alliance/dpa/ Bernd von Jutrczenka/Deutschlandradio)

Der Volkswirt Georg Cremer war bis Juni 2017 Generalsekretär des Deutschen Caritasverbands und ist einer der bekanntesten Armutsforscher Deutschlands. Sein neuestes Buch zeigt: Deutschland gibt 30 Prozent des Staatshaushalts für die Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme aus. Der Sozialstaat ist besser als sein Ruf. 34 Punkte

8 (-) Fahim Amir: "Schwein und Zeit"
Nautilus; 208 Seiten, 16 Euro 

Buchcover "Schwein und Zeit" vor Hintergrund. (Nautilus / Unsplash / Jez Timms)Buchcover "Schwein und Zeit" vor Hintergrund. (Nautilus / Unsplash / Jez Timms)

Kritik an Umweltzerstörung oder industrieller Tierhaltung basiert auf konservativen Ideen von einer unberührten Natur. Der Philosoph Fahim Amir holt zum Gegenschlag aus und stellt klar, dass Tier und Mensch schon immer in einer kulturellen Konfliktbeziehung standen. Tiere sind nicht nur Opfer, sondern Teil eines größeren Kulturkampfes. Eine kritische, erfrischende Lesart der linken Tierethik. 33 Punkte

9 (7) Roger Willemsen: "Musik! Über ein Lebensgefühl"
S. Fischer, 512 Seiten, 24 Euro

Cover von Roger Willemsens Buch"Musik! Über ein Lebensgefühl". Im Hintergrund ist eine E-Gitarre zu sehen. (Fischer/ Unsplash / Dominik Scythe)Willemsens Liebeserklärungen an den Jazz und sein tiefes Verständnis für die Musiker und ihre Themen sind legendär. (Fischer/ Unsplash / Dominik Scythe)

Dieser Band würdigt den 2016 verstorbenen Schriftsteller Roger Willemsen in seiner Eigenschaft als Musik-Enthusiast. Die Musik war sein wichtigstes Genre – Willemsen nahm nichts so ernst wie den Jazz oder die Klassik. Nun gibt es Willemsens brillante Aufsätze über seine wichtigste Liebhaberei, die den bislang größten deutschen Essayisten des 21. Jahrhunderts zurück ins Gedächtnis holt. 28 Punkte

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9 (-) Shoshana Zuboff: "Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus"
Campus; 727 Seiten, 29,95 Euro

Buchcover, daneben mit ähnlicher Farbgebung wie das Buchcover eine Wand mit Überwachungskamera. (Campus / Unsplash / Tuce)Shushana Zuboff: Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus (Campus / Unsplash / Tuce)

Die Harvard-Ökonomin Shoshana Zuboff analysiert die Macht der Hightech-Giganten und fragt: Können wir große Konzerne wie Facebook und Google zähmen? Gibt es einen Weg in die digitale Unabhängigkeit sowie Formen und Wege des Widerstands? Dabei sammelt die Professorin nicht nur Daten und Fakten, sondern fordert zur Revolte auf: gegen die digitalen Formen des Überwachens und Strafens. 31 Punkte

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