Neue Musik 

Das Synthesizer-Trio „Lange//Berweck//Lorenz“Boten des Retrofuturismus

Die drei Mitglieder in großer Porträtaufnahme (Lange-Berweck-Lorenz / Annika Neese)

Noch vor einem halben Jahrhundert galten sie als die Instrumente der Zukunft, als Boten einer neuen Klangwelt. Heute dagegen lösen sie eher Nostalgie und Rührung aus: die alten (meist analogen) Synthesizer.

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Die kanadische Komponistin Annesley BlackUngeteilte Wahrnehmung

Die aus Kanada stammende Komponistin Annesley Black (Amelia Kahn-Ackermann)

Annesley Black gehört zu den besonderen Begabungen innerhalb der Neuen-Musik-Szene. Sie registriert seismographisch, wo die Unstimmigkeiten unserer Gegenwart liegen und versucht für diese Erfahrungen musikalische Entsprechungen zu finden.

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Der britische Klangkünstler Peter Cusack Sounds of Dangerous Places

Peter Cusack mit Aufnahmegerät und großem Windschutz bei Feldaufnahmen in offener Landschaft (Misha Maltsev)

Peter Cusacks Aufnahmen sind oft mehr als bloße Field Recordings. Der englische Klangkünstler spürt den menschlichen Eingriffen in bestehende ökologische und gesellschaftliche Systeme nach und kommt dabei auch in unwirtliche Gegenden.

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Komponist Günter SteinkeInnen bewegt

Porträt des Essener Komponisten Günter Steinke. (Rebecca ter Braak)

Bereits in seiner Freiburger Ausbildung hat Günter Steinke wesentliche Erfahrungen im Elektronischen Studio sammeln können. Die Möglichkeit live-elektronischer Umformung von Instrumentalklängen hat auch sein strukturelles Denken geprägt.

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Zum 5. Todestag von Pierre BoulezDer Musiker, der Opernhäuser sprengen wollte

Pierre Boulez im Studio bei der Arbeit mit seinem Assistenten Andrew Gerzso. (Getty Images / Gamma-Rapho / Marc Tulane)

Er konnte mit Worten Bomben zünden. Pierre Boulez hat den Weg der Nachkriegsmusik mitbestimmt und eine Musik hinterlassen, die ihre Stärke oft aus Zartheit gewinnt. Vor fünf Jahren ist er gestorben. Ein Rückblick aus kurzer Distanz.

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Komponistin Younghi Pagh-PaanDas Eigene im Fremden

Eine ältere Frau steht vor dunklem Hintergrund und ist in eine asiatisch anmutende Tracht gekleidet. (Si-Chan Park)

2020 erhielt die in Deutschland lebende koreanische Komponistin Younghi Pagh-Paan den Großen Kunstpreis Berlin. Ihrem Komponieren liegen Begegnungen zwischen traditionellen koreanischen Imaginationen und westeuropäischer Musikkultur zugrunde.

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Kollektiv 3:6KoelnIn der Tiefe des Raums

Gruppenfoto mit Sofa (Sonja Werner)

Drei Komponisten und sechs Musiker bilden den Kern des Kollektivs 3:6Koeln. Für seine Konzertreihe "#" sucht das Ensemble spezielle Aufführungsorte. Die Musiker reagieren auf sie mit räumlich choreografierten Stücken.

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Musik von Feldman und MonteverdiAvantgarde aller Zeiten

Ein Besucher sitzt auf einer Bank in der Mark Rothko Chapel in Houston Texas. (picture alliance / Arcaid / Richard Bryant)

Der Chor der Slowenischen Philharmonie bringt zwei Klangwelten zusammen: die Klangbilder Morton Feldmans mit ihren minimalistisch sich verändernden Klangflächen und Musik von Claudio Monteverdi, des größten Erneuerers seiner Zeit.

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Neue Musik und Politik im 21. JahrhundertJenseits von Engagement und Agitprop

Der Komponist und Aktionskünstler Johannes Kreidler steht neben der Ladefläche eines Transporters mit Stapeln von Papier (Julia Seeliger)

Seit 15 Jahren wendet sich die oft als elitär abgestempelte zeitgenössische komponierte Musik verstärkt gesellschaftspolitischen Fragen zu. Ein wichtiger Faktor dabei sind die veränderten medialen Bedingungen im Zeitalter der Digitalisierung.

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Notationspraxis in der Arbeit von Sarah Brand, Moss Freed und des ICPNotation und Improvisation

Moss Freed in der Mitte und die 12 anderen Mitglieder des Improvisationsensembles "Union Division" sitzen als Gruppe zusammen und blicken in die Kamera (Alex Bonney)

Musikalische Notation wird oft als Gegenpol zur Improvisation betrachtet. Doch der englische Komponist Alistair Zaldua stellt die Arbeit von Improvisatoren vor, die beides kreativ miteinander verbinden.

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Der polnische Komponist Wojtek BlecharzKomponierte Konstellationen

Woitek Blecharz schaut etwas stilisiert frontal in die Kamera (Joerg Letz)

Wojtek Blecharz interessiert sich nicht so sehr für die spezifisch musikalischen Aspekte seiner Stücke, sondern mehr für das Aufzeigen kommunikativer Konstellationen - durch Arrangieren und Erweitern von Präsentationsformen.

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Martin Schüttlers Revision des KomponierensSoziale Echos

Martin Schüttler in die Kamera blickend mit Klavier im Hintergrund (HfMDK Stuttgart)

"Es funktioniert und klingt wie Klassik: genauso steif — und dann auch noch falsch!" Martin Schüttler wendet sich gegen eine Musikpraxis, die Rituale über Inhalte stellt und ihre Bedingungen weiter verfestigt, anstatt sie grundlegend in Frage zu stellen.

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Die Composer-Performerin Yiran ZhaoMinimalistisches Schwarzweiß

Eine monochrome Darstellung der Komponistin auf der Bühne vor der Leinwandprojektion derselben Szene im Hintergrund (Nikolai Marcinowski)

Die chinesische Composer-Performerin Yiran Zhao vergrößert und verstärkt akustische Nuancen, subtile Bewegungsstrukturen sowie kleine physische Gesten mit medialen Mitteln, um sie auf diese Weise überhaupt erst wahrnehmbar zu machen.

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Reflexionen spätmittelalterlicher Vokalpolyphonie Im Neuen das Alte

Verzierte Seite eines Chorbuches mit liturgischem Gesang, mit einer kleinen Illustration zweier Mönchsfiguren. (akg-images / Mondadori Portfolio / Sergio Anelli)

Die Wiederentdeckung der vorbarocken Musik hat ab den 1960er Jahren zunehmend auch moderne Komponisten inspiriert. Sie bearbeiteten alte Werke oder setzten sich assoziativ mit ihnen auseinander.

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Der Bremer Komponist Uwe RaschStudie über Abstürze

Eine theatralische Szenerie mit dem Kopf der Pianistin, der seitlich auf der Tastatur des Flügels liegt, während auf zwei Monitoren je ein Kaminfeuer und eine Nahaufnahme ihres Kopfes gezeigt werden. (Uwe Rasch)

Uwe Rasch thematisiert Kommunikation als Problem. Es geht um das Erleben von Sprachlosigkeit und den Versuch ihrer Überwindung. Dabei spielt Körperlichkeit die zentrale Rolle für seine oft multimedialen Arbeiten.

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Neue Musik in der Kultur des SpätkapitalismusPastiche und Konsolidierung

Männerprofile verbunden in abstraktem Netzwerkmuster (imago/Ikon Images / Roy Scott)

Was Kultur ist, hat sich in den letzten 30 Jahren stillschweigend gewandelt. An die Stelle vitaler Impulse ist die variantenreiche Fortführung des Bestehenden getreten. Doch von Stillstand oder gar Krise zu sprechen, ist ein Tabu.

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Der Komponist und Elektroniker Roland Kayn (1933-2011)Vom Klangaggregat zur kybernetischen Musik

Ein Blick auf analoge Mischpulte im Elektronischen Studio in Utrecht (Stichting Film en Wetenschap (SFW) / Archiv Kees Tazelaar)

Roland Kayn ist ein fast vergessener Exponent der Nachkriegsavantgarde. War er 1964 Gründungsmitglied des legendären Improvisationsensembles „Nuova Consonanza“, wendete er sich in den 70er Jahren ganz der elektronischen Musik zu.

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Neue Musik in der DDR – ein RückblickAvantgarde unter anderen Voraussetzungen

Das Publikum hat sich während der Uraufführung um die Musiker herum verteilt (Archiv Heike Hoffmann)

30 Jahre nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland stellt sich die Frage, welche Rolle im Osten sozialisierte Komponisten heute spielen und inwieweit man von einer spezifischen Tradition und Ästhetik sprechen kann.

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Das Contre-Festival 1960 in KölnNeue Musik als Wildwuchs

Publikum bei einem Konzert im Atelier von Mary Bauermeister (Archiv Mary Bauermeister)

Während 1960 die Internationale Gesellschaft für Neue Musik vor allem im WDR-Funkhaus Köln ihr 34. Weltmusikfest veranstaltete, fand damals zeitgleich im Kölner Atelier der Künstlerin Mary Bauermeister eine Gegenveranstaltung statt: das Contre-Festival.

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Das Kölner IGNM-WeltmusikfestNeue Musik als Institution

Die Buchstaben i g n m auf farbigem Grund im Originalplakat der Weltmusiktage 1960 (Stefan Fricke)

Es gehörte zu den spannendsten Veranstaltungen zeitgenössischer Musik in der kulturellen Institutionsgeschichte der noch jungen Bundesrepublik - das 34. Weltmusikfest der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik 1960 in Köln.

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Die spanische Komponistin Irene Galindo QueroInnige Stimmen

Die beiden Künstlerinnen während der Aufführung an einem Tisch und blicken konzentriert in ihre Partiture (Carolin Naujocks)

Irene Galindo Quero hat eine starke Neigung zu Sprache und Literatur. Analogien wie Metrik, Betonung oder Syntax faszinieren sie, grade weil sie in beiden Bereichen zwar das gleiche, nicht aber dasselbe bedeuten.

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Die Klarinettistin und Performerin Carola Schaal „Meine Intuition ist meine Auftraggeberin“

Carola Schaal (Gerhard Kühne)

Mit ihrem Bedürfnis, über das reine Reproduzieren hinaus, selbst an der Entstehung von Musik und Performances mitzuwirken, kreiert die 1982 geborene Künstlerin ungewohnte und in höchstem Maß individuelle Klang- und Ausdruckswelten.

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Komponist Franz Martin OlbrischWissendes Suchen

Franz Martin Olbrisch regelt im Lichtschein der Bühne an einem Mischpult (Felix Ermacora)

Franz Martin Olbrisch lässt sich kaum in die Kategorien eines arbeitsteiligen Kulturbetriebs einpassen. Der seit vielen Jahren in Berlin lebende Komponist hat sich auch mit Themen beschäftigt, die abseits des Feldes rein musikalischer Arbeit liegen.

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