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Tonart | Beitrag vom 19.10.2017

Komponist Helmut Oehring über seine MusikKlassik mit und für Gehörlose

Helmut Oehring im Gespräch mit Mathias Mauersberger

Der Komponist Helmut Oehring  (picture alliance/dpa/Foto: Daniel Naupold)
Der Komponist Helmut Oehring während einer Pressekonferenz 2013 in Düsseldorf. (picture alliance/dpa/Foto: Daniel Naupold)

Der Komponist Helmut Oehring ist in der Welt seiner gehörlosen Eltern und der Welt der Sprache aufgewachsen. Seit Jahren bezieht er Gehörlose in seine Arbeit mit ein. So auch in seinem kürzlich aufgeführten Konzert "FinsterHERZ oder Orfeo17" an der Kammerakademie Potsdam.

Helmut Oehring ist Meisterschüler von Georg Katzer an der (Ost-)Berliner Akademie der Künste, seit Jahren geht er aber auch seinen eigenen Weg und arbeitet mit Gehörlosen zusammen, vor allem mit der Gebärdendolmetscherin Christina Schönfeld. Mit seiner neuen Inszenierung habe er sich nun selbst einen Traum erfüllt, sagte Oehring in einem Interview.

"FinsterHERZ oder Orfeo17" ist ein Auftragswerk der Kammerakademie Potsdam, ein Szenisches Konzert für Solisten und Orchester, vorproduzierte Zuspiele und Live-Elektronik. Zudem ist es eine künstlerische Begegnung von Brandenburger Orchestermusikern, Solisten mit Flucht bzw. Asyl-Hintergrund, gehörlosen Geflüchteten und geflüchteten Musikern.

Erstmalig zwei Gebärden-Simultan-Dolmetscher in einem Stück

So wurden in dem Stück nicht nur Gebärden-Solisten in einem theatralen kompositorischen Kontext eingesetzt, sagte Helmut Oehring im Deutschlandfunk Kultur, sondern erstmalig sind auch zwei Gebärden-Simultan-Dolmetscher miteinbezogen worden, die die gesprochenen, gesungenen und gebärdeten Texte in Gebärden-Sprache übersetzt haben, so Oehring. Und die zudem die Gebärden, die im Stück komponiert sind, für die Hörenden im Publikum in Lautsprache übersetzt haben. 

Erstmals sei auch versucht worden, die Musik von Monteverdi und Oehrings neu komponierte Musik für die Nichthörenden in Gebärdensprache zu übersetzen und sie visuell und gefühlsmäßig erfahrbar zu machen, so Helmut Oehring.

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