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Lakonisch Elegant | Beitrag vom 22.04.2021

Dokumentationen aus der IntensivstationWelche Bilder bleiben von der Pandemie?

Von Christine Watty und Julius Stucke

Ein Beatmungsgerät steht in einem Quarantänezimmer auf der Intensivstation am Klinikum Braunschweig.  (dpa / Ole Spata)
Die Corona-Infektionszahlen steigen - und auch auf den Intensivstationen des Landes müssen wieder mehr Patienten behandelt werden. Die Verantwortlichen sehen eine ernste Lage, rechnen aktuell aber nicht mit einer Überlastung des Systems. (dpa / Ole Spata)

Eine TV-Doku zeigt, wie das Personal einer Intensivstation um das Leben von Covid-19-Patienten kämpft. Welche Rolle spielen Bilder von Kranken und Sterbenden in einer Pandemie? Wir fragen Filmkritiker Bert Rebhandl und Historikerin Annette Vowinckel.

Wie sieht eine Pandemie aus? Vor einem Jahr haben wir hier im Kulturpodcast Antworten auf die Frage gesucht, wie die Abbildung einer weltweiten Pandemie in den Medien und im Internet eigentlich funktioniert. Am Anfang wurden das Virus und seine Folgen – die schwer Erkrankten und Sterbenden – vor allem gesichtslos und aus der Distanz im Krankenhaus oder symbolisch mit aufgestapelten Särgen illustriert.

Bilder vom Sterben

Jetzt erscheinen einzelne Reportagen und Dokumentationen aus den Intensivstationen in Deutschland, eine besonders eindrückliche heißt: "Charité intensiv". In vier Folgen zeigt die ARD-Doku von Carl Gierstorfer und Mareike Müller, was in der Berliner Charité mit Covid-Patienten und Patientinnen geschieht – sie zeigt das Leid, die Angst, die quälende Atemnot, das umsichtige Personal, die Verzweiflung und auch das Sterben.

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Wir sprechen in diesem Podcast mit dem Filmkritiker Bert Rebhandl über diese Dokumentation, die vor allem berührend und aufrüttelnd ist, aus filmischer Sicht. Welche Rolle spielen hier das Storytelling und die Nähe zu den Protagonisten und welche Funktion nehmen die Filmemacher dabei ein?

Viel allgemeiner aber noch interessiert uns die Rolle solcher Bilder und Dokus. Inmitten einer globalen Krise dokumentieren sie parallel das Leid und werden möglicherweise zunächst hier und da auch politisch eingesetzt, sind aber dabei schon längt historische Dokumente.

Annette Vowinckel ist Historikerin, ihr Gebiet die "visual history", die Zeitgeschichte der Medien- und Informationsgesellschaft. Welche Bedeutung haben für sie die Abbildungen unseres aktuellen Weltzustands und was erzählen sie jetzt schon zukünftigen Generationen von dieser Pandemie?

Bilder als Emotionsträger

Wir fragen unsere Gäste außerdem nach Parallelen zu anderen Katastrophen und ihren Bildern. Und danach, wie sie sich beide, als Zuschauer und Zuschauerin, mit den Bildern auseinandersetzen. Wie wirken diese Aufnahmen nach, wenn sie erst einmal verdaut sind?

Mehr zum Thema

Doku "Charité intensiv: Station 43" - Demut vor der Pandemie
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 31.03.2021)

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(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 23.11.2020)

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