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Lesart / Archiv | Beitrag vom 09.08.2014

DatenschutzDie richtigen Mittel zum Zweck?

Informatiker über Peter Schaars Buch "Überwachung total. Wie wir in Zukunft unsere Daten schützen"

Stefan Ullrich im Gespräch mit Ernst Rommeney

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(picture alliance / dpa / Jan-Philipp Strobel)
Das Objektiv einer Kamera (picture alliance / dpa / Jan-Philipp Strobel)

Der ehemalige Datenschutzbeauftragte Peter Schaar rechnet in seinem Buch mit der Bundesregierung ab – und sucht Wege aus der umfassenden Überwachung. Was von seinen Vorschlägen zu halten ist, fragen wir den Informatiker Stefan Ullrich.

In seinem Buch "Überwachung total" zieht der frühere Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung Peter Schaar eine nüchterne Bilanz der weltweiten Bespitzelung. Um diese umfassende Überwachung zurückzudrängen, empfiehlt Schaar drei erste Schritte.

Schaar rät zu mehr Verschlüsselung

Erstens: Die Technik müsse vom Teil des Problems zum Teil der Lösung werden. Trotz aller Schwächen empfiehlt Schaar den Bürgern mehr Verschlüsselung, um die Überwachung zumindest zu erschweren.

Zweitens: Die Politik müsse endlich Gesetze verschärfen und klare Regeln schaffen. Als Beispiel nennt Schaar die stockende europäische Datenschutzreform. Und weil er kaum auf Regierungen hoffen mag, setzt er auch die Parlamente.

Internationales Abkommen gefordert

Drittens: Peter Schaar fordert ein internationales Abkommen auf UN-Ebene. Denn Datenschutz sei ein Menschenrecht, garantiert durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Peter Schaar schreibt: "Nur wenn es gelingt, die Grund- und Menschenrechte durch globale Rechtsnormen zu schützen, können die demokratischen Gesellschaften den Bedrohungen erfolgreich entgegentreten, die sich aus den weltweiten, gut organisierten Schnüffel- und Lauschaktivitäten ergeben."

  

Peter Schaar: Überwachung total. Wie wir in Zukunft unsere Daten schützen
Aufbau Verlag Berlin, Juni 2014
301 Seiten, 17,99 Euro (als E-Book 14,99 Euro)

 

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