Büchernarrenschiffe

Sammler und ihre Bibliotheken

Schon Erasmus von Rotterdam wusste: "Der Umgang mit Büchern führt zum Wahnsinn".
Schon Erasmus von Rotterdam wusste: "Der Umgang mit Büchern führt zum Wahnsinn". © imago
Von Susanne von Schenck und Ralph Bei der Kellen · 22.05.2016
Der Umgang mit Büchern führt zum Wahnsinn? Aber nein! Es ist die Pforte zum Glück, meinen Büchersammler. Eine Ortsbesichtigung bei Büchernarren und ihren Schätzen.
Karl Lagerfelds Bibliothek in Paris umfasst über 300.000 Bände, vor allem über Mode und Kunst. Peter Sodann, Ex-"Tatort"-Kommissar, hat Bücher gesammelt, die von 1945 bis 1989 in der DDR erschienen sind und weiß nicht mehr, wohin damit.
Sammeln hat etwas Pathologisches, sagt Mirko Schädel, der die größte Sammlung deutschsprachiger Kriminalliteratur in einem ehemaligen Schweinestall in der Nähe von Bremerhaven untergebracht hat.
Über 6.000 Krimis, dazu viertausend weitere Bücher hat er im Souterrain eines Einfamilienhauses in Hamburg-Bahrenfeld aufgestellt, darunter seltene Ausgaben seiner Lieblingsautoren wie Edgar Allen Poe, Robert Louis Stevenson oder Herman Melville.
Mirko Schädel erzählt: "Über die Jahre erlebt man einiges, es gibt auch ein paar richtig kriminelle Sammler, die alle paar Jahre im Knast verschwinden und dann wieder auftauchen, die sich durch gezielte Betrügereien Geld verschaffen, um dann ihre Sammlung weiter zu finanzieren. Oder sie versuchen andere Leute übers Ohr zu hauen, auch andere Sammler."
Was bringt Menschen zum Büchersammeln? Wie ordnen sie ihre Bücher, und was sagt die Sammlung über sie aus? Kommen sie überhaupt zum Lesen? Wie sehen sie das Internet, das das Medium Buch zunehmend zu verdrängen scheint? Eine Ortsbesichtigung bei Büchernarren und ihren Schätzen.
Das vollständige Manuskript zur Sendung finden Sie hier im pdf-Format oder als barrierefreie txt-Version.
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