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Breitband | Beitrag vom 31.10.2020

Breitband SendungsüberblickMonopole in der Tech-Branche - regulieren oder zerschlagen?

Moderation: Katja Bigalke und Martin Böttcher

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Ein Monopoly-Brett mit Dagobert Duck als Spielfigur (picture alliance / dpa-Zentralbild)
Apple, Google, Facebook und Amazon sind bei Weitem nicht die ersten, die die Vorzüge von Monopolen erkannt haben. (picture alliance / dpa-Zentralbild)

Google, Apple, Facebook, Amazon – den vier großen Tech-Firmen wird vorgeworfen, dass sie ihre Monopolstellungen ausnutzen. Jetzt soll eingegriffen werden. Außerdem: die Protestbewegung in Nigeria und sich selbst regulierende Communities.

Die US-Regierung hat angekündigt, Google vor Gericht zu bringen. Der Vorwurf: Die Suchmaschine nutzt ihr Monopol aus. Schon lange wird darüber gesprochen, dass die Tech-Giganten zu viel Macht besitzen und die im Vergleich winzige Konkurrenz damit unfaire Bedingungen hat.

Die Marktmacht der Firmen begrenzen

Doch eine Regulierung des Silicon Valley ist gar nicht so einfach. Wo man bei Facebook noch Instagram und WhatsApp abspalten könnte, um Wettbewerb zu erzeugen, ist das bei den anderen Unternehmen sehr viel schwieriger. Es stellt sich also die Frage, inwieweit eine Regulierung oder gar Aufspaltung der Branchenriesen überhaupt möglich ist und wie diese aussehen kann.

Trotzdem wagt sich auch die EU mit dem "Digital Services Act" daran, die Marktmacht der Firmen zu begrenzen. Ob die eingeleiteten Schritte der richtige Weg sind oder ob es bessere Optionen gibt, den Wettbewerb unter Tech-Unternehmen fairer zu gestalten, klären wir im Gespräch mit Daniel Zimmer. Er ist der Direktor des Instituts für Handels- und Wirtschaftsrecht der Universität Bonn und saß von 2008 bis 2016 in der Monopolkommission des Bundes.

Proteste in Nigeria: Welche Rolle spielen die Medien?

Seit knapp zwei Wochen protestieren die Menschen in Nigeria gegen Polizeigewalt und Korruption sowie für Reformen und höhere Löhne. Inzwischen kamen dabei nach Angaben der Regierung 69 Menschen ums Leben.

An der Mautstation Lekki in Lagos wurden am 20. Oktober mindestens zwölf Demonstrierende von uniformierten Sicherheitskräften erschossen – vermutlich, aber nicht bestätigt, von Soldaten der nigerianischen Armee.

Vor Ort war auch die Journalistin Fanny Facsar von der Deutschen Welle. Mit ihr sprechen wir über die beschränkten Möglichkeiten der nigerianischen Presse, kritisch über die Regierung berichten, und über die Rolle der sozialen Medien für die Protestbewegung.

Selbstkontrolle statt Plattformdiktat

Die Debatten in den Medien machen deutlich: Die Moderation von Beiträgen in den Sozialen Netzwerke ist für niemanden zufriedenstellend. Den einen wird viel zu wenig gelöscht und reguliert, während andere ihre Meinungsfreiheit eingeschränkt sehen. Gleichzeitig scheinen die Plattformen größtenteils an dem aktuellen Status Quo festzuhalten.

Deshalb fangen einige Nutzerinnen und Nutzer an, das Moderationszepter einfach selbst in die Hand zu nehmen. Immer mehr Austausch findet in kleineren Gruppen wie Subreddits, Facebook Groups oder WhatsApp-Chats statt, wo Mitglieder mit Administratoren- oder Moderationsrechten über das Gesagte entscheiden können.

Hagen Terschüren hat sich damit beschäftigt, ob die Selbstkontrolle tatsächlich Besserungen mit sich bringt oder ob sie eine Gefahr für demokratischen Austausch bedeutet. Dafür hat er mit Vivian Pein vom Berufsverband für Community und Social Media Manager und dem Politikberater Johannes Hillje gesprochen.

Das Team:

Moderation: Katja Bigalke und Martin Böttcher
Redaktion: Nora Gohlke, Jochen Dreier und Jana Wuttke
Beiträge: Dennis Kogel und Hagen Terschüren
Webredaktion: Hagen Terschüren

(hte)

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