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Lesart / Archiv | Beitrag vom 27.09.2017

Ute Frevert: "Die Politik der Demütigung"Die Macht der öffentlichen Herabsetzung

Ute Frevert im Gespräch mit Andrea Gerk

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Buchcover "Politik der Demütigung" von Ute Frevert (imago / Fischer Verlag)
Jede Demütigung braucht ein Publikum. (imago / Fischer Verlag)

Eine Demütigung dient meistens der Stabilisierung der eigenen Macht, sagt die Historikerin Ute Frevert. In ihrem Buch "Die Politik der Demütigung. Schauplätze von Macht und Ohnmacht" zeigt sie die Geschichte öffentlicher Beschämung – und wie sich Pranger durch das Internet verändern.

Die Historikerin Ute Frevert hat sich in ihrem Buch "Die Politik der Demütigung. Schauplätze von Macht und Ohnmacht" mit gezielten öffentlichen Vorführungen beschäftigt. "Nicht jede Kritik ist eine Demütigung, nicht jede Beleidigung ist eine Demütigung", erklärt Frevert zur Abgrenzung im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. 

Für eine Demütigung benötige man ein Publikum, weil man sie inszenieren wolle. Sie diene der Stabilisierung der eigenen Macht. Für diese klassische Konstellation der Demütigung gebe es sowohl Beispiele in der Erziehung als auch in der aktuellen Mediendemokratie, erklärt die Historikerin. 

Die Historikerin Ute Frevert im Deutschlandradio-Funkhaus in Berlin. (Deutschlandradio/Maurice Wojach)Die Historikerin Ute Frevert im Deutschlandradio-Funkhaus in Berlin. (Deutschlandradio/Maurice Wojach)

Frevert warnt davor, das Medium Internet zu verteufeln: Zwar liege in der "Unbegrenztheit der Verbreitung von Bildern" eine Gefahr für Demütigungen, hier könne jeder seinen eigenen individuellen Pranger bauen, grundsätzlich biete es aber auch die Möglichkeit Gegenmacht zu konstituieren:

"Das Medium selber erlaubt alles, es ist neutral." 

Ute Frevert: Die Politik der Demütigung. Schauplätze von Macht und Ohnmacht
S.Fischer Verlag 2017
336 Seiten, 25 Euro

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