Seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Literatur

Freitag, 14.08.2020
 
Seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Literatur

Lesart / Archiv | Beitrag vom 08.03.2017

Zehn-Punkte-Programm zum FrauentagWie soll der neue Mann sein?

Von Tanja Dückers

Podcast abonnieren
Ein junger Geschäftsmann sitzt in Meditationshaltung auf seinem Arbeitstisch hinter seinem Laptop (imago stock&people)
Punkt 10: Er findet nicht, dass eine Beförderung das Wichtigste im Leben ist. (imago stock&people)

Ein Frauen-Versteher, ein Softy oder ein Macho? Wie wünschen sich Frauen von heute den neuen Mann? Die Schriftstellerin Tanja Dückers hat zehn Wünsche - zum Beispiel womit sie abends verwöhnt werden möchte.

Der neue Mann ...

1. ... füttert seine Liebste vor dem Schlafengehen mit Pralinen und sagt: Du könntest ruhig noch etwas zunehmen.

2. ... sagt seiner Liebsten, wenn sie schwanger ist, dass er sie nun besonders attraktiv findet.

3. ... nimmt von selber Vorsorgetermine der Krankenkasse wahr, ganz von selbst, ohne Erinnerung von weiblicher Seite, und ohne  gerade erst knapp am Herzinfarkt vorbeigeschrammt zu sein

4. ... weiß, dass Männer, die Frauenfeinde sind, auch in vielen anderen Bereichen antisozial, unemphatisch und rücksichtslos sind. Er tut nicht so als seien sie nur harmlose Witzbolde, und er kann eine alte Freundschaft mit einem asshole auch mal beenden.

5. ... vertritt die Ansicht, dass Hillary Clinton die US-Wahl unter Anderem deshalb verloren hat, weil sie eine Frau ist. "Endlich mal wieder jemand mit Eiern in der Hose" sagten nämlich viele Trump-Anhänger, als ich im letzten Herbst länger in den USA war.

6. ... hat einen Freundeskreis, zu dem auch einige gute Freundinnen gehören – und nicht nur schrecklich charmante Verehrerinnen oder immer noch leidende Exfreundinnen.

7. ... liest am Samstagnachmittag seiner Liebsten mal mit Verve Gedichte von Emily Dickinson vor statt Sportschau zu gucken.

8. ... trägt gern mal etwas Hellgrünes, Hellblaues, Pflaumenfarbenes – nicht immer nur Schwarz, Braun, Dunkelblau.

9. ... geht mit dem Nachwuchs nicht nur am Wochenende auf Abenteuerspielplätze, ins Kino oder Schwimmbad, sondern kümmert sich auch gleichberechtigt um den Alltag -  um lästige Arzt- und Schultermine  und übernimmt auch so manche Nacht- und Krankenschicht.

10. ... findet nicht, dass eine Beförderung das Wichtigste im Leben ist. Vielleicht möchte seine Liebste ja befördert werden?

Diskutieren Sie mit auf Facebook

Mehr zum Thema

Die Publizistin Tanja Dückers - Warum manche Frauen ihre Mutterschaft bereuen
(Deutschlandradio Kultur, Lesart, 28.05.2016)

VG Wort-Urteil - "Die Autoren sind das schwächste Glied der Kette"
(Deutschlandradio Kultur, Lesart, 06.05.2016)

Kritik an Social Freezing - Die Firma ist deine Familie
(Deutschlandradio Kultur, Politisches Feuilleton, 21.11.2014)

Lesart

Thilo Krause: "Elbwärts"Am Nullpunkt der eigenen Biografie
Zu sehen ist das Cover des Buches "Elbwärts" von Thilo Krause. (Hanser Verlag / Deutschlandradio)

Ein junger Mann zieht mit Frau und Kind dorthin zurück, wo er aufgewachsen ist. Erst nach und nach enthüllt sich in Thilo Krauses Roman "Elbwärts" das Unglück, das ihn an seine Kindheit in der DDR fesselt. Ein Buch, das weitaus politischer ist, als es zunächst scheint.Mehr

Christian Metz: "Kitzel" Eine intime Kommunikation
Cover von Christian Metzs "Kitzel – Genealogie einer menschlichen Empfindung", vor einem Aquarell-Hintergrund.  (S. Fischer / Deutschlandradio)

Wir alle kennen den Kitzel und das Kitzeln - und auch Wissenschaftler und Philosophen sind davon seit jeher fasziniert. Der Literaturwissenschaftler Christian Metz legt nun eine große Kulturgeschichte des Nachdenkens über den Kitzel vor.Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur