Seit 01:05 Uhr Tonart
Mittwoch, 28.10.2020
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Breitband | Beitrag vom 09.05.2020

Virtual RealityLiegt die Zukunft von Konferenzen im Internet?

Eva Wolfangel im Gespräch mit Vera Linß und Marcus Richter

Beitrag hören Podcast abonnieren
Eine Mann mit VR-Brille vor einem Whiteboard. Zwei andere Menschen beobachten ihn. ( Getty Images/Robert Nickelsberg)
VR-Konferenzen könnten auch Zugangshürden senken, da man nur einen Internetanschluss zur Teilnahme benötigt. ( Getty Images/Robert Nickelsberg)

Wegen der Coronakrise müssen viele Konferenzen abgesagt oder ins Internet verlagert werden. Doch vielleicht sind Treffen im Netz, gerade in Kombination mit Virtual Reality, sogar eine Chance, um Zugangshürden zu senken.

Die Teilnahme an Konferenzen ist teuer. Zu den Ticketpreisen kommen meist noch Reise- und Unterbringungskosten, die es für viele Menschen unerschwinglich machen. Wegen der Coronakrise mussten viele Konferenzen entweder ausfallen oder sind ins Netz gewandert. Das lässt zumindest einen Teil der Kosten wegfallen. Doch jeder, der mal an einem Videocall mit vielen Gästen teilgenommen hat, weiß, dass diese Variante keine dauerhafte Lösung sein kann. Aber es gibt ja auch noch Virtual Reality.

Die freie Journalistin Eva Wolfangel beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz (KI), Robotik und Virtual Reality und hat im März an der "IEEEVR", einer Konferenz über Virtual Reality (VR) teilgenommen, die in diesem Jahr auch zum ersten Mal in der virtuellen Realität stattfand. Mit uns redet sie darüber, ob das ein Weg für die Zukunft sein könnte. Und ob dieser Weg auch ohne die Not einer Pandemie sinnvoll wäre.

Näher am echten Leben

Wolfangel sei selber nicht sicher gewesen, ob VR-Konferenzen in Bezug auf Diskussionen oder das Zwischenmenschliche gut funktionieren, weil sich durch die Headsets und Computer so viel Technik zwischen den Teilnehmenden befände. Aber das habe sich nicht bestätigt. Im Gegensatz zu Videokonferenzen können Teilnehmer in der virtuellen Realität zum Beispiel auch Small Talk führen. Es sei deshalb viel näher am echten Leben als Videokonferenzen.

Mitmachen konnte man, zumindest bei der "IEEEVR"-Konferenz, per VR-Headset oder auch ganz einfach im Browser. Die Teilnehmer bewegten sich mit einem Avatar in einer dreidimensionalen Welt. Das führte dazu, dass sich auch Stimmen wie in der realen Welt verhalten. Wenn man nah an einer Person steht, dann ist auch Flüstern möglich und um eine Person am anderen Ende des Raumes anzusprechen, muss man rufen, damit sie einen hört. 

Ein Browser ist alles, was es braucht

Dieses Raumerlebnis ist für sie auch der entscheidende Unterschied zu klassischen Videokonferenzen. "Wenn ich durch den Raum laufe und höre, da spricht jemand über ein Thema, das mich interessiert, und ich bleibe einfach stehen und rede mit. Oder ich entdecke zufällig jemanden, der ein anderes, spannendes Thema macht. Ich habe das Gefühl, das kann man nicht mit Videokonferenz-Lösungen abbilden, weil es da gesteuerter ist."

Und auch teure Hardware stellte im Beispiel der IEEEVR keine Zugangshürde dar: Die Teilnehmer brauchten nicht zwingend ein Headsetz, um an der Konferenz teilzunehmen, sondern konnten auch über den Internet-Browser konferenzieren. "Alle, die Videokonferenzen besuchen können, können auf diese Weise auch in VR mitmachen. Und man konnte eben dieses räumlich Erlebnis sogar für meinen Geschmack ziemlich gut auf dem Bildschirm abbilden."

(hte)

Mehr zum Thema

Breitband Sendungsüberblick - Europas größte Digitalkonferenz wird digital
(Deutschlandfunk Kultur, Breitband, 09.05.2020)

Theater-Lieferservice - Einmal "Judas" mit VR-Brille, bitte!
(Deutschlandfunk Kultur, Kompressor, 22.04.2020)

Twin Peaks als Virtual-Reality-Game - Ruckeliger Rückwärtsgang in die 90er
(Deutschlandfunk Kultur, Kompressor, 14.01.2020)

Breitband

Corona-Warn-AppMehr als nur ein “Nice-to-have”
Das Corona-Warn-App Ikon auf einem Smartphone Display (Symbolbild). (picture alliance / NurPhoto / Jakub Porzycki)

Einen "zahnlosen Tiger" nannte Markus Söder die Corona-Warn-App: Seit ihrer Einführung wird die App immer wieder kritisiert. Doch trotz ihrer Schwächen könnte sie noch sehr wichtig werden, sagt Christina Berndt von der Süddeutschen Zeitung.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur