Seit 15:05 Uhr Tonart
Dienstag, 26.01.2021
 
Seit 15:05 Uhr Tonart

Fazit | Beitrag vom 20.12.2020

Thelma Buabeng über Liebe und EmpowermentGemeinsam stark sein

Aufgezeichnet von Matthias Dell

Beitrag hören Podcast abonnieren
Die Schauspielerin Thelma Buabeng. (Kimi Palme)
Das Schönste in diesem Jahr sei die gemeinsame Zeit in der Gruppe gewesen, sagt Thelma Buabeng. (Kimi Palme)

Die Schauspielerin Thelma Buabeng suchte in diesem Jahr nach "Liebe und Empowerment" und wollte mit ein paar Freundinnen essen gehen. Daraus wurden 300 "Sisters", wie sie sagt.

"Was mir zur Zeit heilig ist, sind meine Sisters", sagt die Schauspielerin Thelma Buabeng. Damit gemeint sind schwarze Frauen und non-binary people, die sich in diesem Jahr durch eine WhatsApp-Gruppe gefunden haben. Gegründet wurde diese von Thelma Buabeng, die im Dezember noch auf der Bühne des Zürcher Schauspielhauses stand. Und zwar bei der großen "Black Lives Matter"-Demonstration Anfang Juni am Berliner Alexanderplatz.

Buabeng suchte nach "Liebe und Empowerment" und wollte mit zehn Freundinnen essen gehen. Daraus wurden 300, weil, so die Vermutung der Schauspielerin, auch bei anderen schwarzen Frauen das Bedürfnis nach Kontakt in Zeiten von Corona und nach der Tötung von George Floyd durch einen weißen Polizisten groß war.

"Ich bin jetzt auch keine Anti-Rassismus-Beauftragte?!"

Die Gruppe dient dem gegenseitigen Empowerment, man tausche Tipps und Fragen zu Jobs aus. Aber die Kommunikation gelinge auch da besonders gut, wo es ein gemeinsames Handeln gebe – etwa bei der Reaktion auf Dieter Nuhrs falsche Behauptungen in seiner Fernsehsendung.

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

Das Jahr 2020 sei allerdings auch anstrengend gewesen, so Buabeng. Gerade wegen der gestiegenen Aufmerksamkeit für Rassismen habe es viele Anfragen für Interviews und Podcasts gegeben. Oder auch nur Bitten um Hilfe, wie man sich in welcher Situation am besten verhalte als weißer Mensch. Auch wenn das wohlmeinend war, "es war ganz schön viel", sagt Buabeng, "wo ich plötzlich auch gedacht habe: Ich bin ja jetzt auch keine Anti-Rassismus-Beauftragte?!"

Gemeinsame Erfahrungen

Auch deshalb sei die Verbindung mit den "Sisters" in der Gruppe wichtig, weil man bei aller Verschiedenheit der Einzelnen gewisse Dinge nicht erklären muss, weil alle die Erfahrung kennen. Und deshalb sei das Schönste gewesen, was ihr in diesem Jahr passiert sei, die gemeinsame Zeit in der Gruppe:

"Wir hatten so eine Villa gemietet mit Pool und allem drum und dran, und wenn ich mich da umgeguckt habe, um mich herum diese ganzen wunderschönen Menschen gesehen habe, war ich total fasziniert und begeistert."

In unserer Reihe "Was mir heilig ist" fragen wir alljährlich zur Weihnachtszeit Prominente, was ihnen wirklich am Herzen liegt.

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsWachstum statt Inhalte
Auf einem Smartphone ist die Audio-App Clubhouse geladen. (imago images/Roman Möbius)

Über Clubhouse wird wild diskutiert. Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, die Audio-App wiederhole den Fehler aller sozialen Medien. Statt sich darum zu kümmern, dass die Inhalte stimmen, gehe es der Firma nur um eins: Wachstum.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur