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Studio 9 | Beitrag vom 29.11.2019

Souveränität versus KonsumFünf Gründe, beim Black Friday nicht mitzumachen

Von Thorsten Jantschek

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Mehrere leere Kleiderbügel hängen auf einer Kleiderstange und werden angestrahlt. (imago images / Chromorange)
Die Philosophie des Minimalismus erobert derzeit die Kleiderschränke weltweit. Eine Inspiration für die Rabattschlacht an diesem Freitag? (imago images / Chromorange)

Einen Tag nach Thanksgiving lädt die Handelsbranche zum hemmungslosen Konsum ein. Der Black Friday lockt mit besonderen Angeboten. Thorsten Jantschek hat jedoch fünf Gründe, warum man einfach nichts kaufen sollte.

Erstens:

Weil der Black Friday als total durchsichtiges, bescheuertes Marketing-Instrument die Intelligenz beleidigt. Für den Alltagskonsum ist er das, was Halloween für den Reformationstag ist: Bullshit.

Zweitens:

Weil es einfach besser für die Umwelt, die Ressourcen und den gehetzten Paketboten ist, heute den WLAN-Stecker zu ziehen und zum Shopping auch nicht aus dem Haus zu gehen. Und es ist auch besser für das eigene Konto, bei dem am Monatsende sowieso jeder Tag "schwarzer Freitag" zu sein scheint.

Drittens:

Weil man neben Geld auch Zeit verschwendet. Sein ist wichtiger als Haben - sagt man zumindest. Das einzige Haben, um das es wirklich geht, ist heutzutage doch das Zeit-Haben.

Viertens:

Weil man sich von all den Konsumjunkies unterscheidet. Nur dann zu kaufen, wenn man wirklich etwas braucht, ist echt souverän. Souveränität stiftet soziales Kapital, Gier eher nicht.

Fünftens:

Weil es viel cooler ist, heute jeden Cent zu sparen, um ihn morgen snobistisch zu verjubeln. Dann gibt es nämlich in Berlin die Kunst-Herbstauktionen. Und da steht doch so ein herrliches Blatt der grandiosen Malerin Lotte Laserstein auf der Watchlist. Davon hat man ewig was, auch wenn man es ewig abzahlt und sich der Black Friday somit in nächsten Jahr auch erledigt hat.

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