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Interview / Archiv | Beitrag vom 30.08.2018

#saggyboobsmatter auf Instagram Die nackte Wahrheit

Katrin Döveling im Gespräch mit Stephan Karkowsky

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Illustration weiblicher Brüste  (imago/imagebroker )
Mit dem Hashtag #saggyboobsmatter protestieren derzeit viele Frauen gegen den Schönheitswahn in den sozialen Netzwerken. (imago/imagebroker )

Fotos vom Hängebusen als Protest gegen die perfekte Instragram-Welt - normal ist auch schön, wollen viele Frauen damit sagen. Doch die Bewegung folgt oft ähnlichen Mechanismen wie die Selfie-Kultur, sagt Medienwissenschaftlerin Kathrin Döveling.

#saggyboobsmatter - unter diesem Hashtag, der übersetzt so viel bedeutet wie hängende Brüste sind auch was wert, zeigen viele Frauen auf Instragram, wie sie wirklich aussehen. Ein Protest gegen den Schönheitswahn, der das soziale Netzwerk dominiert - doch braucht die Normalität jetzt schon eine eigene Bewegung? Wir haben mit der Medienwissenschaftlerin Katrin Döveling darüber gesprochen.

Öffentliche Rückversicherung

Eine Gegenbewegung zu den Schönheitsbildern auf Instragram sei gar nicht schlecht, sagt Döveling im Deutschlandfunk Kultur. "Das zeigt uns auch, da gibt es offensichtlich auch Protest". Bedenklich sei aber, dass vor allem Frauen dieses Mittel der öffentlichen Rückversicherung benutzen: "Posten jetzt Männer ihre Hängebäuche? Das ist eher nicht der Fall."

Grundsätzlich sei das Bedürfnis nach Anerkennung und Zugehörigkeit zu einer Gruppe völlig normal, so Döveling. Schwierig sei allerdings der durch die sozialen Medien ausgelöste "Zwang, permanent dazugehören zu wollen": Die ständige Erreichbarkeit und die Bombardierung mit Bildern führe "zu einem enormen Druck", vor allem in der jungen Generation.

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