Rund ums Radio

Im Internet archiviert: Fundstücke aus 90 Jahren Radio. © Stock.XCHNG
Von Jörg Schieb · 29.10.2013
Eine Seite, die Versprecher im Radio sammelt, ein Archiv für Jingles und Erkennungsmelodien und ein Museum für alte Radiogeräte. Das sind die Surftipps in diesem Monat.
Wenn im Radio etwas schief läuft
So wie Thomas Stahlberg vom NDR ging und geht es vielen Menschen beim Radio. Man kann eben nicht immer nur professionell sein. Manchmal geht auch mal etwas daneben. Man bekommt einen Lach-Flash, wie der Kollege vom NDR, oder man verhaspelt sich, stolpert über Formulierungen oder durchlebt peinliche Momente. Das kommt häufiger vor, als man denkt. Das Onlineportal www.radiopannen.de ist ein guter Beweis, denn hier werden solche Pannen gesammelt und jeder kann sie sich anhören.

Selbst eigentlich ganz einfache Wörter wie "Orléans-Ring" können zur Stolperfalle werden, wenn man als Sprecher erst einmal ins Trudeln geraten ist. Das ist menschlich und macht den Hörern oft besonders viel Spaß. Die Webseite bietet Hunderte solcher Pannen, die irgendwann mal über den Sender gegangen sind, fein säuberlich unterteilt in Kategorien wie "Verlacht", "Chaos", "Versprecher", "Verwirrt" oder "Haarsträubend".

Jedes Hörbeispiel kann von den Besuchern bewertet werden. So entsteht eine Art Hitliste der besten Radiopannen. Einige der Hörschnipsel sind mit Prädikaten wie "Total schräg" oder "Kult-Panne" versehen. Ein kurzweiliges Vergnügen. Reinhören lohnt sich. Zu lachen und zu schmunzeln gibt es wirklich mehr als genug.

Archiv für Erkennungsmelodien im deutschen Radio
"Freie Fahrt ins Wochenend": Eine Sendung im WDR 2-Hörfunk in den 80er-Jahren. Treuen Hörern kommt der Jingle bekannt und vertraut vor. Er war häufig zu hören, ist aber natürlich längst Radiogeschichte. Solche "Erkennungsmelodien" prägen sich ein und prägen die Hörer. Wer längst vergessen geglaubte Jingles noch mal hören möchte, der sollte das Archiv unter www.radiojunkie.de besuchen. Denn hier stehen Dutzende der Sounds zur Auswahl, die der Betreiber der Seite liebevoll gesammelt hat.

Die meisten Jingles bei Radiojunkie sind aus den 80er- und 90er-Jahren, vor allem - leider - nur aus dem Westen der Republik, aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Es gibt aber auch Erkennungsmelodien aus dem Norden, aus Hessen und Bayern.

Radiojunkie ist das Projekt eines Privatmannes und der hat weder die Zeit, noch die Kapazität, alle deutschen Radiosender abzuklappern. Heute sind die meisten Sender im Internet zu hören. Früher war das anders. Und deshalb ist das Jingles-Archiv ein echter Schatz, in dem jede Menge Arbeit steckt.

Wer die Webseite besucht und sich die vielen, vielen Hörproben anhört – nicht alle in bester Qualität, damals hat man das Radioprogramm eben noch auf Kassette mitgeschnitten –, der erlebt eine wunderbare Zeitreise. Und eins stellt man definitiv fest: Früher waren auch die Jingles weniger hektisch als heute. Die Zeiten ändern sich eben.

Einblicke in die Geschichte des Radios
Die erste Radiosendung aus dem Vox-Haus in Berlin, ausgestrahlt am 29. Oktober 1923. Das akustische Zeitdokument kann man sich auch im Internet anhören. Und zwar im Radiomuseum unter www.radio-museum.de. Auf der wirklich erfolgreichen Modelle wach gehalten.

Seit 15 Jahren gibt es das Radiomuseum aus dem hessischen Ort Linsengericht. Die Webseite soll Lust machen auf einen Besuch im echten Museum. Radio-museum.de kommt weder besonders modern, noch besonders umfassend daher, macht aber deutlich, wie wichtig das Medium Radio war und ist und welche Veränderung das Radio in den letzten 90 Jahren erlebt hat. Und wer selbst ein altes Radio hat: Die Betreiber geben auch Tipps für die Reparatur der alten Schätze.liebenswert zusammengestellten Webseite geht es weniger um Radioprogramme oder Jingles, sondern mehr um die Hardware, die Radios. Die haben in 90 Jahren Radiogeschichte ganz erheblich ihr Gesicht verändert.

In den 30er- bis 50er-Jahren waren Radios aus Deutschland Weltspitze. Sie wurden überall auf der Welt gekauft und benutzt. Heute stellt kein einziger deutscher Hersteller mehr Radios her, die in der Welt Beachtung finden. Schade. Aber im Online-Radiomuseum wird die Erinnerung an die

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