Dienstag, 26.05.2020
 
Tagesprogramm Samstag, 8. Oktober 2016
00:00 Uhr

Nachrichten

00:05 Uhr

Lange Nacht

Die Spur der Macht in uns allen
Eine Lange Nacht über Michel Foucault
Von Christoph David Piorkowski
Regie: Rita Höhne

Als Michel Foucault 1984 im Alter von 57 Jahren stirbt, ist er längst zum internationalen Pop-Star der Wissenschaften vom Menschen geworden. Viele seiner Gedanken, Begriffe und Methoden sind in jene Gebiete der Kultur aufgenommen werden, die er zuvor kritisiert hatte. Foucaults Diskursanalyse, mit der er jene Strukturen herausarbeitete, die dem Denken und Handeln der Menschen in einer bestimmten Zeit ihr Gepräge geben, ist eine anerkannte Methode in etlichen wissenschaftlichen Disziplinen geworden: in der Soziologie, Ethnologie, Literatur- und Geschichtswissenschaft und in der Philosophie. Seine Schriften zu modernen Machttechniken zeigen, wie eng Macht mit Wissen und körperlich wirksamen Disziplinen verbunden ist. Sie haben einen neuen Typus wissenschaftlichen Denkens geprägt. Die intellektuelle und biographische Unrast des Michel Foucault machte es schon zu seinen Lebzeiten schwer, ihm einen Stempel zu verpassen. Wahlweise als Kommunist, Dandy, Reaktionär, Antihumanist oder Anarchist bezeichnet, wurde ihm keine dieser Zuschreibungen gerecht. Vor allem in seiner letzten Schaffensphase bestand er auf der Möglichkeit zur Wandlung der eigenen Gestalt und suchte jenseits des Zugriffs moderner Macht nach Formen der Selbstgestaltung. Bis zuletzt hat sich Foucault philosophisch wie politisch, im Hörsaal und auf der Straße bemüht, für jene zu sprechen, die in der herrschenden Ordnung keine Stimme haben - die Wahnsinnigen, die Inhaftierten, diejenigen, deren Begehren die Gesellschaft als pervers bezeichnet.

01:00 Nachrichten

02:00 Nachrichten

03:00 Uhr

Nachrichten

03:05 Uhr

Tonart

Filmmusik
Moderation: Michael Neumann

04:00 Nachrichten

05:00 Uhr

Nachrichten

05:05 Uhr

Aus den Archiven

Pinsel und Schnorchel
Kabarettistische Reihe mit Erich Kestin und Friedrich Steig
RIAS 1951
Vorgestellt von Michael Groth

"Da ist der Wurm drin": Gespräche zweier DDR-Funktionäre beim Feierabendbier aus der Sicht von Rundfunk-Kabarettisten. "Pinsel und Schnorchel" kommentieren die Lage, von der Einführung einer Volksarmee, über die "Wohltaten" des großen Bruders Sowjetunion bis zu den Aktivitäten der "Gesellschaft für Sport und Technik".

06:00 Uhr

Nachrichten

06:07 Uhr

Studio 9

Kultur und Politik am Morgen
Moderation: Ute Welty

06:20 Wort zum Tage

Andrea Wilke
Katholische Kirche

06:30 Nachrichten

06:40 Aus den Feuilletons

07:00 Nachrichten

07:20 Kommentar der Woche

Russlands Strategie in Syrien
Von Thomas Franke

07:30 Nachrichten

07:40 Interview

Eine Woche "funk"
Wie jung ist das junge Angebot von ARD und ZDF?
Gespräch mit Panajotis Gavrilis

08:00 Nachrichten

08:20 Frühkritik

"Der Nußknacker" an der Deutschen Oper Berlin
Gespräch mit Elisabeth Nehring

08:30 Nachrichten

08:50 Buchkritik

"Die Enthüllung" von Mario Vargas Llosa
Rezensiert von Dirk Fuhrig

09:00 Uhr

Nachrichten

09:05 Uhr

Im Gespräch

Wie kann unser Bildungssystem gerechter werden?
Suat Yilmaz, stellvertretender Leiter des NRW-Zentrums für Talentförderung
Marco Maurer, Journalist und Autor des Buchs "Du bleibst, was du bist. Warum bei uns immer noch die soziale Herkunft entscheidet".
Moderation: Klaus Pokatzky

Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen:
Telefonnummer 00800 2254  2254
per E-Mail unter gespraech@deutschlandradiokultur.de
sowie auf Facebook und Twitter.

Zeige mir Dein Elternhaus - und ich sage Dir, was aus Dir wird …
Auch, wenn Deutschland über eines der besten Bildungssysteme verfügt, sind wir nach wie vor von Bildungsgerechtigkeit weit entfernt. Das zeigt auch die aktuelle OECD-Studie "Bildung auf einen Blick". Zwar gehen in kaum einem anderen OECD-Land so viele junge Menschen zur Schule, sind in Ausbildung oder haben einen Job wie in Deutschland. Trotzdem bleibt mehr als jeder Zehnte ohne Abitur oder Ausbildung. Von 100 Akademikerkindern besuchen 77 eine Hochschule, von 100 Nicht-Akademikerkindern nur 23.

10:00 Nachrichten

11:00 Uhr

Nachrichten

11:05 Uhr

Lesart

Das politische Buch
Moderation: Sigrid Brinkmann

"Das unmögliche Exil. Stefan Zweig am Ende der Welt" von George Prochnik
Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn
Rezensiert von Joachim Hildebrandt

Die Maiski-Tagebücher
Ein Diplomat im Kampf gegen Hitler, 1932 - 1943
Herausgegeben von Gabriel Gorodetsky
C.H. Beck
Rezensiert von Jörg Himmelreich

12:00 Uhr

Nachrichten

12:05 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages  
Moderation: Miriam Rossius

12:30 Uhr

Schlaglichter

Der Wochenrückblick
Zu Gast im Studio: Lorenz Maroldt, Tagesspiegel
Moderation: Axel Rahmlow

Friedensnobelpreis für Kolumbiens Präsident Santos

Misstöne am Tag der deutschen Einheit

Ungarns Präsident hält an Flüchtlingspolitik fest

13:00 Uhr

Nachrichten

13:05 Uhr

Breitband

Medien und digitale Kultur
Moderation: Christian Conradi

Soziale Kybernetik
Wie steuert man eine Gesellschaft mit Daten?
Gespräch mit Jeanette Hofman, Internet-Forscherin am Wissenschaftszentrum Berlin

Amazon, Google und Facebook
Trojanische Pferde im Kampf ums Monopol
Gespräch mit Stefan Heidenreich

Musical.ly
Kommerzielle Remixkultur für Teenies?
Von Matthias Finger

Podcastkritik
"Pessimists Archive Podcast"
Gespräch mit Dirk von Gehlen, Süddeutsche Zeitung, Leiter Jetzt.de

14:00 Uhr

Nachrichten

14:05 Uhr

Rang 1

Das Theatermagazin
Moderation: Susanne Burkhardt

Neue Rolle
Suzanne Vega als Theaterautorin und Schauspielerin

Dramatische Beziehung
Warum Jan Küveler und andere "Theater hassen"
Von Matthias Dell

Die geniale Stelle
Joachim Meyerhoff über "Der Ignorant und der Wahnsinnige"

14:30 Uhr

Vollbild

Das Filmmagazin
Moderation: Susanne Burg

"Die Welt der Wunderlichs"
Familienleben als Achterbahnfahrt
Gespräch mit dem Regisseur Dani Levy

Vorgespult
"Saint Amour" und "Swiss Army Man"
Rezensiert von Christian Berndt

"Welcome to Norway"
Eine Komödie im Flüchtlingsheim
Gespräch mit dem norwegischen Regisseur Rune Langlo

"Divorce" und "Insecure"
Neue HBO-Comedies, auch in Deutschland
Von Hendrik Efert

"American Honey" und die Filme von Andrea Arnold
White Trash im Hochglanzlook
Gespräch mit Anke Leweke

"Köpek - Geschichten aus Istanbul"
Gewalt am Bosporus
Gespräch mit dem Regisseur Esen Isik

Top Five
Veni Vini Vici - die schönsten Filme über Wein
Von Noemi Schneider

15:00 Nachrichten

16:00 Uhr

Nachrichten

16:05 Uhr

Echtzeit

Das Magazin für Lebensart
Nachbarn
Moderation: Mandy Schielke

Wer im Glashaus sitzt...
Nachbarschaftsstreit in London
Von Ruth Rach

Live on Tape
Nachbarschaft in der Gefahrenzone
Gespräch mit Jürgen Stratmann

Freund oder Feind
Nachbarschaft in Nairobi
Von Linda Staude

Mein Nachbar Robert der Trompeter
Von Julia Macher

17:00 Uhr

Nachrichten

17:05 Uhr

Studio 9 kompakt

Themen des Tages mit Sport
Moderation: Miriam Rossius

17:30 Uhr

Tacheles

"Das Schweinesystem" der Nutztierhaltung - Wer trägt die Verantwortung?
Matthias Wolfschmidt, Tierarzt, stellv. Geschäftsführer von foodwatch, stellt sich den Fragen von Susanne Führer

Für den Tierarzt Matthias Wolfschmidt ist unser System der Nutztierhaltung ein "Schweinesystem" - so auch der Titel seines jüngst erschienenen Buches. Ein großer Anteil der Tiere leide unter so genannten "Produktionskrankheiten" - Krankheiten also, die vermeidbar wären und dadurch entstehen, wie die Tiere gehalten, gefüttert, betreut und gezüchtet werden. Und zwar unabhängig davon, ob es sich um Massentierhaltung oder um kleinbäuerliche Landwirtschaft handele, um konventionelle oder Bio-Betriebe. Weder könne man die Verantwortung auf die Landwirte noch auf die Verbraucher schieben, stattdessen sollten Gesetze alle Landwirte zu tierschutzgerechten Haltungsbedingungen verpflichten.

Wie sieht eine tierschutzgerechte Haltung von Nutztieren aus? Kann es die überhaupt geben? Braucht es wirklich neue Gesetze, wenn die Bürger durch ihr Kaufverhalten entscheiden können, wie wichtig ihnen der Tierschutz ist? Im Falle einer Gesetzesverschärfung in Deutschland - was tun gegen Billigimporte aus dem Ausland? Und: Wieviel teurer werden Fleisch und tierische Produkte, sollte der Tierschutz tatsächlich oberstes Gebot in den Ställen werden?

18:00 Uhr

Nachrichten

18:05 Uhr

Feature

Der Krieg im Fokus
Die Fotografin Herlinde Koelbl spricht mit Soldaten über das Handwerk des Tötens
Von Heike Tauch
Mit: Herlinde Koelbl und Claudia Jahn
Ton und Technik: Johanna Fegert, Angela Raymond
Produktion: SWR 2016
Länge: 54'21

Was geht in Soldaten und Scharfschützen vor, wenn sie auf Menschen schießen? Die Fotografin Herlinde Koelbl sprach mit ihnen über das Handwerk des Tötens.

Über sechs Jahre reiste die Fotografin Herlinde Koelbl in fast 30 Länder, um an militärischen Ausbildungsorten landestypische Schießziele zu dokumentieren. Aus diesen fotografischen Aufnahmen entstand ihr Kunstprojekt TARGETS. Darüber hinaus sprach Koelbl mit Soldaten und Scharfschützen. Unter Zusicherung der Anonymität erzählen sie von den moralischen Herausforderungen, von ihrer Motivation und Ausbildung, von Führung und Gehorsam, von Schuld und Fehlentscheidungen. Und immer fragt Herlinde Koelbl nach dem ersten Schuss: "Wie war es, als Sie das erste Mal auf einen Menschen zielten und abdrückten? Können Sie sich daran erinnern?" Überdies berichtet die Fotografin, was sie bewegte, sich dem Thema und damit den Menschen zu nähern, die trainieren, gut zu schießen, um den Feind zu töten.

Heike Tauch arbeitet seit 1992 als Autorin und Regisseurin fürs Radio. Zuletzt: "Metamorphosen" (DLF 2015, zusammen mit Florian Goldberg) und "Fatima" (NDR 2015).

19:00 Uhr

Nachrichten

19:05 Uhr

Oper

Beethovenfest Bonn
Live aus der Oper Bonn

Luigi Cherubini
"Les deux journées ou Le porteur d’eau" (Der Wasserträger)
Comédie lyrique in drei Akten
Libretto: Jean-Nicolas Bouilly

Thomas E. Bauer, Bariton - Mikeli
Corby Welch, Tenor - Graf Armand
Anders Dahlin, Tenor - Antonio
Yannick-Muriel Noah, Sopran - Constance
Lydia Teuscher, Sopran - Marcelina
Vardeni Davidian, Sopran - Angelina
Daniel Pannermayr, Bass - Daniel
Sven Bakin, Bass - Sémos
Chor des Theater Bonn
Beethoven-Orchester Bonn
Leitung: Christoph Spering

21:30 Uhr

Die besondere Aufnahme

Max Reger
Orchesterlieder

Lieder von Edvard Grieg, Johannes Brahms, Hugo Wolf und Franz Schubert im Orchestersatz von Max Reger

Stefanie Iranyi, Mezzosopran
Rainer Trost, Tenor
Paul Armin Edelmann, Bariton
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
Leitung: Gregor Bühl

Produktion: Deutschlandradio Kultur 2016

23:00 Uhr

Nachrichten

23:05 Uhr

Fazit

Kultur vom Tage
Moderation: Marietta Schwarz

Ruinen von Europa
Falk Richter sucht am Schauspiel Frankfurt nach "Safe Places"
Gespräch mit Elske Brault

Saisonstart
Ex-Tatortkommissarin Imogen Kogge co-inszeniert "Norma" in Essen
Gespräch mit Ulrike Gondorf

Otto Dix
Unbekannte Werke im Colmarer Museum Unterlinden
Gespräch mit Vladimir Balzer

Cappella Sistina singt Palestrinas "Missa Papae Marcelli" neu ein
Von Jan-Christoph Kitzler

"ATlas des Kommunismus"
Menschen zwischen 8 und 84 im Maxim-Gorki-Theater Berlin

Kulturpresseschau - Wochenrückblick
Von Arno Orzessek

Oktober 2016
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