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Lesart / Archiv | Beitrag vom 13.04.2015

PEN-ResolutionSchriftsteller protestieren gegen die europäische Flüchtlingspolitik

Ursula Krechel im Gespräch mit Maike Albath

Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos (picture alliance / dpa / Foto: Orestis Panagiotou)
Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos: Wo bleiben unsere Werte wie Humanität und Brüderlichkeit? (picture alliance / dpa / Foto: Orestis Panagiotou)

Der PEN protestiert mit einer Resolution gegen die aus seiner Sicht inhumane Flüchtlingspolitik in Europa. Buchpreisträgerin Ursula Krechel fordert von der Politik, den Schriftstellern mehr Gehör zu schenken.

Inzwischen hätten rund tausend Schriftsteller die PEN-Resolution unterzeichnet, sagte Ursula Krechel im Deutschlandradio Kultur. Eine solche Initiative habe es in diesem Ausmaß noch nicht gegeben. "Die Erwartung ist natürlich, gehört zu werden", betonte die Autorin. Die Resolution wurde vom PEN dem Bundesinnenministerium übergeben. Sie soll auch den Innenministern aller anderen europäischen Staaten zugestellt werden.

Humanität und Brüderlichkeit in die Praxis umsetzen

Europäische Werte wie Humanität und Brüderlichkeit, die immer im Munde geführt würden, müssten auch in der Praxis wirksam werden, forderte Krechel. Diese Werte sieht die Autorin durch das Schengen-Abkommen verletzt. "Wer zurückgeschickt wird, kann sehen, wo er bleibt", sagte sie. Angeblich sichere Drittländer seien gar nicht in der Lage, zurückgeschickte Flüchtlinge aufzunehmen, weil sie von wirtschaftlichen Schwierigkeiten gebeutelt würden. Das gelte insbesondere für den Süden Europas.

 Die Schriftstellerin Ursula Krechel auf der Internationalen Frankfurter Buchmesse (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi) Die Schriftstellerin Ursula Krechel auf der Internationalen Frankfurter Buchmesse (picture alliance / dpa / Uwe Zucchi)

Jugendliche Flüchtlinge werden wie Verbrecher behandelt

Krechel sprach auch von Polizeiwillkür, jugendliche Flüchtlinge würden wie Verbrecher behandelt und interniert. Sie hätten nicht die Möglichkeit, auf ihren besonderen Status aufmerksam zu machen. "Es sind Menschen, die kommen aus Notsituationen, und es wird immer so getan, als wären wir ein goldenes Land, nach dem man sich sehnen würde", so Krechel.

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