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Alte Musik / Archiv | Beitrag vom 04.03.2020

Opernbattle in Mailand 17711:0 für Mozart, Hasse verliert

Von Martin Hoffmann

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Der sehr jugendliche Mozart in einer Zeichnung. (imago images / Design Pics)
So wurde Mozart als Heranwachsender dargestellt, Zeichnung von 1935. (imago images / Design Pics)

Erzherzog Ferdinand heiratet Maria Beatrice d'Este - ein opulentes Fest in Mailand findet 1771 dazu statt. Der Altmeister Johann Adolf Hasse darf eine Oper schreiben, ebenso der Jungspund Mozart. Der stößt mit seinem frischen Werk den großen Hasse vom Opernthron.

Mailand im Oktober 1771. Die Habsburger haben allen Grund zum Feiern. Der 17-jährige Erzherzog Ferdinand heiratet die vier Jahre ältere Maria Beatrice d’Este, Tochter des Herzogs von Modena und Erbin von vier Herzogtümern.

Keine Hochzeit ohne Opernspektakel

Neben der eigentlichen Festoper "Ruggiero", die man beim 72-jährigen Johann Adolf Hasse in Auftrag gegeben hatte, steht einen Tag später, am 17. Oktober, die "Ascanio in Alba", eine "festa teatrale" des erst 15-jährigen Wolfgang Amadeus Mozart auf dem Programm der Hochzeitsfeierlichkeiten.

Insofern markiert das Jahr 1771 tatsächlich eine Zäsur, denn die Epoche der "Opera seria" ist nach dem Misserfolg von Hasses "Ruggiero" nun endgültig zu Ende. Ein neues Zeitalter bricht an. Leopold Mozart sah das wohl ähnlich, als er seiner Frau nach Salzburg schrieb: "Kurz! Mir ist Leid, die Serenata des Wolfg(ang) hat die opera von Haße so niedergeschlagen, daß ich es nicht beschreiben kann."

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