Neue Verkehrsampeln in Emden

Otto für alle!

02:15 Minuten
Eine Frau steht vor einer Evolutionsdarstellung. Die bekannte Entwicklung vom Urmensch zum Menschen ist verändert und entwicklet sich vom Urmensch, über einen Ottifanten hin zu Otto in seiner typischen Körperhaltung: Hände wie ein Hase vorm Oberkörper, ein Bein angehoben.
Der hüpfende Otto Waalkes und sein Ottifant sind jetzt verewigt in Emden – auf Ampeln. Hier Otto Waalkes Ausstellung in Frankfurt am Main. © picture alliance / dpa / Fabian Sommer
Eine Glosse von Andre Zantow · 29.05.2019
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Otto hat es jetzt auch auf die Emdener Verkehrsampeln geschafft. Zukünftig wird der Komiker als hüpfender Otto in seiner Heimatstadt zu sehen sein. Fünf Gründe, warum die Welt mehr Otto-Ampeln braucht.
1. "Ein Leben ohne Otto ist möglich, aber sinnlos." So lautet der nicht ganz plagiatsfreie Anfang eines Briefes, den ich gerade an Gott schreibe. Ja, ich bitte darum, dass Otto Waalkes noch weitere 70 Jahre auf unserem Planeten weilt. Und um seine Relevanz zu unterstreichen – für Emden, Deutschland und die Welt – sind diese vier Ampeln mit einem hoppelnden Otto ein klares Zeichen, das Gott nicht übersehen kann. Denn wie heißt es nicht schon bei Johannes: Wer hoppelt – der sündigt nicht.
2. Otto könnte den Straßenverkehr befrieden. Stellen wir uns das vor: Die vier Ampeln in Emden sind erfolgreich. Warum dann nicht bundesweit hoppelnde Ottos in die Ampeln … Den Kinder erzählen wir dann, man müsse über die Straße hoppeln wie der Mann da oben und schon grinsen alle ständig an den Kreuzungen und vergessen ihren Stress, das Gehupe und die Abgase.
3. Wenn wir schon dabei sind. Auch das Ausland braucht Freude – gerade in diesen Zeiten. Denken wir an die Engländer, wenn die in ihre Ampeln die Silly Walks aus Monty Pyhton einbauen und dann alle an den Ampeln laufen wie John Cleese, wäre der Brexit nicht mehr die größte Lachnummer im Land. Der Kontinent und die Insel würden sich wieder emotional auf Augenhöhe begegnen – durch die Hampelmännchen.

4. Und was ist eigentlich mit Frauen? 50 Prozent der Ampeln sollten dann natürlich mit Frauen besetzt werden. Als Motiv könnten wir Angela Merkel nehmen. Die behält dann eine wichtige Aufgabe, und mit kurzzeitigen Grünphasen kennt sie sich ja eh aus.
5. Mein finales Argument, warum Otto in die Ampeln in Emden gehört, betrifft vor allem die Netflix-Generation: Spaß und Unterhaltung wandern zunehmend in unsere Smartphones ab. Wie Smombies wandern wir durch unseren Alltag – mit gesenkten Köpfen – ohne Blick für die Welt um uns herum. Aber durch die Otto-Ampel haben wir wieder einen Grund unseren Blick nach oben zu richten – aufrecht zu gehen – Mensch zu sein. Oder zumindest Ottifanten.
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