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Hightech-Jagd, Game-Klassiker, verlassene Orte

Freiluft-Muffel können Geocaching auch online spielen. © Stock.XCHNG
Von Jörg Schieb · 30.12.2013
Ein Mapcaching-Spiel für Outdoor-Muffel, eine Sammlung alter Computer- und Videospiele der 80er- und 90er-Jahre und eine fesselnde Galerie mit Bildern von Orten, die verfallen. Das sind die Surftipps im Dezember.
Virtuelle Schnitzeljagd im Wohnzimmer
Geocaching ist eine Art Schnitzeljagd mit Hightech-Unterstützung. Der Spieler sucht mit einem GPS-Gerät bewaffnet in der Landschaft versteckte Schätze, die in einer Karte eingetragen sind. Mit Mapcaching gibt es jetzt eine Alternative für Outdoor-Muffel. Der Spieler schaut sich per Google Streetview in der Welt um und muss Aufgaben lösen, in der Regel Fragen beantworten.
Unter www.mapcaching.de kann sich jeder kostenlos auf Schnitzeljagd begeben. Es gibt bereits Dutzende von Rätseln, die man lösen kann.
Ein Beispiel: Man landet in Googlehausen, dem Campus der Googlezentrale, und soll hier eine bestimmte Person finden. Dazu muss man sich virtuell, per Streetview, durch das Gelände bewegen und sich jede Person genau anschauen. Es geht darum, den Spruch auf einem T-Shirt zu entdecken. Klingt einfacher, als es ist: Die Aufgabe ist nicht mit wenigen Klicks erledigt, sondern erfordert Geduld und ein gutes Auge. Man muss sich schon gut umschauen, in der virtuellen Streetview-Welt.
Andere Aufgabe: der Schatz von Versailles. Der Spieler muss sich auf dem Gelände von Versailles bei Paris bewegen. Er soll Kübel, Säulen oder Stufen zählen. Nur wer alles richtig macht, kommt ans Ziel.
Jeder kann auch eigene Rätsel einstellen, mit Wegbeschreibungen, Aufgaben und Lösungen. Wer ein Rätsel löst, bekommt einen "Badge", eine Art Auszeichnung für ein gelöstes Rätsel. Wer sich bei Mapcaching registriert, kann auch alles speichern. Muss man aber nicht. Mapcaching: ein schöner Zeitvertreib für kalte Winterabende.
MyAbandonware: Klassiker der Computerspiele
SimCity 2000: Der Spieler kontrolliert eine Stadt, baut Straßen und Häuser und muss dafür sorgen, dass die Bürger der Stadt zufrieden sind. Ein Klassiker – nicht einfach zu spielen, aber unterhaltsam. SimCity 2000 wurde 1993 vorgestellt – und kann jetzt kostenlos im Internet geladen werden. So wie auch viele andere Klassiker aus der Welt der Computer- und Videospiele. Unter www.myabandonware.com gibt es eine Übersicht.
Auch Doom, Donkey, Battle Chess, King's Quest oder Warcraft II, insgesamt mehr als ein Dutzend solcher Spiele können geladen und gespielt werden.Die ältesten haben bereits über 30 Jahre auf dem Buckel, viele von ihnen haben aber kaum etwas von ihrem Charme eingebüßt.
Die Games wurden in der Regel für DOS-Computer entwickelt. Deshalb braucht es eine sogenannte DOS-Box, eine spezielle Software, die auf modernen Rechnern einen alten DOS-Rechner simuliert – gibt es ebenfalls kostenlos. Einmal installiert, kann man sich mit den Klassikern von einst vergnügen.
Für alle, die mit Computer und Videospielen aus den 80er- und 90er-Jahren groß geworden sind, ist abandonware.com eine Art Eldorado. Eine Fundgrube. Es setzt allerdings schon etwas Geduld und Geschick voraus, die Spiele zu laden und unter der DOS-Box zum Laufen zu bringen. Das ist nicht für jeden etwas. Aber wer Spaß an den Klassikern hat, wird die Mühe gerne auf sich nehmen.
Außergewöhnliche Fotos von verlassenen Orten
Es gibt den schönen Begriff "Geisterstadt". Für Orte, die menschenleer sind. Leere Straßen. Leere Gebäude. Der Verfall setzt ein. Wo einst jede Menge Menschen gelebt oder gearbeitet haben, herrscht nur noch Stille. Die Natur erobert das Gebiet zurück. Nach und nach.
Unter www.springhin.de/verlasseneorte kann man sich Fotos von 20 solcher Orte anschauen. Beeindruckende Fotos, etwa von einem leeren Hotel in Kolumbien, an einer Hanglage gebaut. Ein einst beeindruckendes Gebäude, das aussieht, als wäre es die Vorlage für Alfred Hitchcocks Filmklassiker "Psycho" gewesen. Ein bisschen gespenstig, dunkel. Dem Verfall nahe, aber interessant.
Oder das Foto vom verlassenen Eisenbahndepot in Polen. Hier stehen ausgemusterte Züge herum, farbenfroh, mit Graffiti besprüht – aber seit Jahren nicht bewegt. Alles sieht aus, als hätten die Menschen das Depot von einem Moment auf den nächsten verlassen. Das Foto unterstreicht die besondere Ästhetik des Orts.
Die Fotogalerie fesselt einen. Man betrachtet verlassene Städte, Arbeitsplätze Freizeitparks oder auch komplette Inseln. Und obwohl nicht mehr im Einsatz, von Menschen verlassen, erzählen die Orte eine Geschichte, beeindruckend.
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