Über Podcast 06.12.2019

Musikpodcasts und SpotifyHier spielt die MusikVon Karla Kenya, Dennis Kogel und Hagen Terschüren

Beitrag hören Whitney Houston genießt ihren Auftritt 1994. (picture-alliance/ newscom/ John Barrett)Whitney Houston bleibt eine musikalische Ikone. (picture-alliance/ newscom/ John Barrett)

Podcasts und Musik sind eigentlich Gegner – wer das eine hört, hat für das andere weniger Zeit. Doch es gibt auch Podcasts über Musik. Und dann ist da noch Spotify, das beides, also Podcasts ebenso wie Musik empfehlen will.

Auf dem Weg zur Arbeit, beim Abspülen oder dem Spaziergang mit dem Hund: Podcasts werden meistens dann gehört, wenn Augen und Hände gerade anderweitig beschäftigt sind. Damit machen sie vor allem einem anderen Medium Konkurrenz: Musik. So geht es auch Karla Kenya und Dennis Kogel, die inzwischen viel weniger Zeit mit Musik verbringen als früher. Dabei müssen sich diese beiden Audioformate gar nicht gegenseitig ausschließen. Und darum geht es diese Woche um Musikpodcasts.

Für die Nerds

Da wären zum Beispiel "Strong Songs" und "Tracks & Traces", die sich einzelne Songs vornehmen und jedes noch so kleine Detail beleuchten. "Strong Songs" taucht dabei tief in musiktheoretische Konzepte ein und erklärt beinahe wisschenschaftlich, warum beispielweise "I Will Always Love You" von Whitney Houston so ein gutes Lied ist. "Tracks & Traces" vom deutschen Radiosender und Podcastlabel detektor.fm geht dabei eine andere Route. Ganz wie beim eindeutigen US-Vorbild Song Exploder werden hier Künstlerinnen und Künstler eingeladen und dürfen über jeden Part ihres Songs sprechen, wie der entstanden ist und was sie sich dabei gedacht haben.

Für die Neugierigen

Wer einfach auf der Suche nach guter neuer Musik ist, sollte lieber bei "All Songs Considered" vom US-Amerikanischen Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk "NPR" reinhören. Denn hier stellen Musikreporterinnen und -Reporter ihre aktuellen Lieblinge vor. Viel Indie, viel Folk, aber wie Dennis Kogel festgestellt hat, kommt auch mal "so ein komischer Metal-Mann" dazu, der dann etwas härtere Sounds vorstellt und auch Hip-Hop-Fans dürften auf ihre Kosten kommen.

Für die Fans

2018 wurde ein Musikpodcast von der "New York Times" zum Podcast des Jahres gekührt: "Dissect" beschäftigt sich mit legendären Alben, wo gerade Fans von Rap-Acts auf ihre Kosten kommen dürften. Auf deutsch bedeutet der Name dieses Podcasts "sezieren" und genau das passiert auch mit Platten von Kendrick Lamar oder Lauren Hill. Hier werden einem Einblicke in den Entstehungsprozess und die persönlichen Geschichten hinter den wichtigsten Alben den Genres geboten. "Dissect" hören lohnt sich nur für wirkliche Fans, für die aber so richtig.

Spotifys "Your Daily Podcast"-Playliste

Spotify hat mit seinen Playlisten eine mittelgroße Revolution in der Musiklandschaft ausgelöst. Viele Leute entdecken ihre Songs heute über algorithmisch generierte Listen und in manchen Genres hat man nur noch Erfolg, wenn der eigene Songs in Spotifys Playlisten gefeatured wird. Auch bei Podcasts kuratiert das Streamingunternehmen schon länger Listen. Doch neuerdings gibt es auch für Podcasts eine algorithmisch generierte Playlist, die personalisiert neue Shows empfehlen soll. Unser Redakteur Hagen Terschüren hat die für eine Woche getestet und kam zu dem Schluss, dass sie für alteingesessene Podcast-Fans nicht sehr viel Mehrwert bieten wird, aber für Neulinge durchaus eine Option ist, um sie mit dem Medium vertraut zu machen.

Die erwähnten und besprochenen Podcasts:

(hte)

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