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Fazit | Beitrag vom 04.12.2020

Moses-Mendelssohn-Zentrum PotsdamNeue Leitung, neue Akzente

Miriam Rürup im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Die Historikerin Miriam Rürup. (picture alliance/dpa/Zentralbild/Soeren Stache)
Am 1. Dezember hat die Historikerin Miriam Rürup die Nachfolge von Julius H. Schoeps angetreten. (picture alliance/dpa/Zentralbild/Soeren Stache)

Miriam Rürup ist die neue Leiterin des Moses-Mendelssohn-Zentrums in Potsdam. Die Historikerin will jüdisches Leben als "selbstbewusste Minderheitengeschichte" erzählt wissen, von der man einiges lernen kann.

50 Jahre nach der Wannsee-Konferenz von 1942 gründete der Historiker Julius H. Schoeps in Potsdam das Moses-Mendelssohn-Zentrum für europäisch-jüdische Studien. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass es ein Institut für Jüdische Studien an der Potsdamer Universität und das Abraham-Geiger-Kolleg zur Rabbinerausbildung gibt.

Am 1. Dezember hat nun die Historikerin Miriam Rürup seine Nachfolge angetreten. Sie will die erfolgreiche Arbeit ihres Vorgängers fortsetzen und neue Bündnisse schließen, um gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus vorzugehen, wie sie sagt. Gerade weil sich das Institut in Brandenburg befindet, müsse man "noch stärker Position beziehen gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Geschichtsklitterung auf verschiedensten Ebenen".

Selbstbewusste Minderheitengeschichte

Zudem solle die deutsch-jüdische Geschichte im Schulunterricht nicht nur aus einer opferzentrierten Perspektive betrachtet werden, so Rürüp, "sondern als selbstbewusste Minderheitengeschichte" erzählt werden. Da gebe es durchaus didaktisches Potenzial, sagt sie. Schließlich handle es sich um "eine religiöse Minderheit, die über Jahrhunderte Ausgrenzung erfährt, die sich aber dennoch nach innen selbstbewusst behauptet und mit zunehmender Gleichberechtigung auch nach außen hin selbstbewusst und stolz auftritt".

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Jüdische Geschichte sei zudem immer mit Migration verbunden gewesen, die glücklicherweise nicht immer zwangsweise stattgefunden habe, so Rürüp. Auch dieser Aspekt müsse erzählt werden. Dabei könne man sich auch Potsdam mal näher ansehen, eine Stadt vor den Toren Berlins. Um die Jahrhundertwende und Anfang des 20. Jahrhunderts hätten Jüdinnen und Juden aus Berlin beispielsweise versucht, sich auf dem Land neue Berufsprofile anzueignen, sagt Miriam Rürup.

(ckr)

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