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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 25.09.2019

Mathias Greffrath über IPCC-SonderberichtMit Planwirtschaft gegen die Erderwärmung

Moderation: Axel Rahmlow

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Ein weiß-blau schimmernder Gletscher am Meer im Vordergrund, dunkle Berge im Hintergrund  (imago/blickwinkel/AGAMI M. Guyt)
Angesichts immer stärker schmelzender Gletscher und anderer Eismassen fordert der IPCC die Politik auf, noch heute zu handeln. (imago/blickwinkel/AGAMI M. Guyt)

Der Kampf gegen den Klimawandel geht wahrscheinlich verloren, meint der Autor Mathias Greffrath. Es sei eine Tragödie der Demokratie, dass sie es nicht schaffe, die Forderung Greta Thunbergs umzusetzen: Folgt der Wissenschaft!

Der Weltklimarat schlägt erneut Alarm - am selben Tag, an dem der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg der Alternative Nobelpreis zugesprochen wird: Die Eisschmelze habe dramatisch zugenommen, der Meeresspiegel steige immer schneller an, heißt es im Sonderbericht des IPCC zu den Ozeanen und Dauerfrostgebieten. 

Porträt der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg, die lächelt (imago/Peter Wixtröm/Aftonbladet )Die Schwedin Greta Thunberg erhält den Alternativen Nobelpreis. Sie habe der politischen Forderung nach dringenden Klimaschutzmaßnahmen weltweit Gehör verschafft, so die Begründung. (imago/Peter Wixtröm/Aftonbladet )

Thunberg fordert seit langem: "Unite behind the science!" Dass die Politik der Aufforderung, der Wissenschaft zu folgen, nicht nachkomme, sei eine "Tragödie der Demokratie", meint der Journalist Mathias Greffrath. Und das in Deutschland trotz zahlreicher Beratungsgremien:

"Offenbar ist der parlamentarische Prozess nicht in der Lage, diese Dinge aufzunehmen und in ein Programm zur Veränderung nicht nur der wirtschaftlichen, sondern auch der Lebensgewohnheiten umzusetzen. Das Ganze ist eine biologische Katastrophe, es ist eine ökologische Katastrophe, es wird eine menschliche Katastrophe. Aber im Augenblick - dass wir das nicht weiterkommen, ist die Katastrophe der Demokratie."

Angst vor den Wählern

Greffrath sieht allerdings eine Handlungsoption: "Mehr Planwirtschaft und vor allen Dingen: genauere Pläne!" Notwendig wäre eine Strukturpolitik, die exakte Vorgaben mache. Nach dem 2. Weltkrieg habe es "demokratische Planung" gegeben. Und nach der großen Weltwirtschaftskrise habe eine "gigantische Planungswelle" in Amerika eingesetzt, wo innerhalb weniger Jahre etwas geschafft worden sei. "Offensichtlich haben wir aber keine Politiker, die das riskieren wollen - aus Angst vor den Wählern", meint Greffrath.

(bth) 

Das gesamte Gespräch mit Mathias Greffrath hören Sie hier:

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