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Fazit | Beitrag vom 05.05.2019

M - Eine Stadt sucht einen MörderOper? Singspiel? Rockoper? Collage? Hörspiel?

Jürgen Liebing im Gespräch mit Eckhard Roelcke

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Ein Mann mit einer überdimensionierten Kopf-Maske telefoniert in einem grauen Zimmer. Hinter einem Screen, auf dem ein Fingerabdruck zu sehen ist, sieht man eine Hand. (Komische Oper / Monika Rittershaus)
Der Kanadier Scott Hendricks sei der einzige Sänger und der einzige richtige Mensch auf der Bühne der Komischen Oper gewesen, berichtet unser Kritiker Jürgen Liebing. (Komische Oper / Monika Rittershaus)

Fritz Lang hat mit seinem Krimi-Klassiker "M – eine Stadt sucht einen Mörder" Filmgeschichte geschrieben. Nun wurde der Stoff an der Komischen Oper Berlin aufgeführt. Unser Kritiker hat ein ambivalentes Verhältnis zum Stück.

"M – eine Stadt sucht einen Mörder" ist nicht einfach nur ein Krimi, es handelt sich um einen Thriller, der Filmgeschichte geschrieben hat: Die Geschichte eines Serienmörders, der nicht nur von der Polizei gesucht und gejagt wird, sondern von der ganzen Bevölkerung. Der Komponist Moritz Eggert hat aus dem Stoff nun eine Oper gemacht, in Berlin wurde sie uraufgeführt. Regie hat Intendant Barry Kosky geführt.

Unser Kritiker Jürgen Liebing war bei der Premiere und berichtet von einer besonderen Klangdramaturgie - mit einem sehr großen Orchester, einem Surround-Klang und Instrumenten, die sonst eher in der Rockmusik eingesetzt werden.

Ist M überhaupt ein Mörder?

Von daher habe er Probleme mit der Kategorisierung, sagte Liebing im Deutschlandfunk Kultur: "Ist es eine Oper?" Nein. Eher ein Singspiel im Sinne von Kurt Weill oder eine Rock-Oper, eine Collage oder vielleicht auch nur ein Hörspiel mit Bildern.

Der Kanadier Scott Hendricks ist der einzige Sänger auf der Bühne - und seine Rolle ist von Anfang an klar: "Das ist der Unterschied zum Film, wo M, der Mörder, am Anfang allmählich erscheint und erst am Schluss irgendwas sagt. Hier wissen wir von der ersten Sekunde an: Er ist der Mörder. Gleichzeitig ist die Frage: Ist er wirklich der Mörder? Ist er überhaupt ein Mörder? Ist er vielleicht einfach nur manisch? Glaubt er nur, ein Mörder zu sein?"

Der Schauspieler Scott Hendricks ist umgeben von einer Menge von Kindern, die große Erwachsenenmasken auf dem Kopf tragen. Er schaut sie verschreckt an. (Komische Oper Berlin / Monika Rittershaus)Ein sich einprägendes Bild: Scott Hendricks, umgeben von Kindern, die Erwachsenenmasken auf dem Kopf tragen. (Komische Oper Berlin / Monika Rittershaus)

Ein großer Kinderchor mache die Inszenierung zu etwas ganz Besonderem, sagte Liebing. Insgesamt habe er aber ein ambivalentes Verhältnis zum Stück, betonte er. Es gebe Szenen, bei denen er berührt gewesen sei - das gelte aber nicht für den ganzen Abend.

Scott Hendricks mit sechs Kindern auf einer Bühne, die alle jeweils einen Stuhl tragen. Die Kinder haben große Erwachsenen-Masken auf dem Kopf. (Komische Oper / Monika Rittershaus)Unser Kritiker fand den Abend nur teilweise berührend - dass das Stück ein Erfolg wird, glaubt er dennoch. (Komische Oper / Monika Rittershaus)
"Das Stück wird, denke ich, ein Erfolg für die Komische Oper, denn es passt zu Barry Koskys Idee, die 20er-Jahre wiederzubeleben mit Operetten." Da die Musik sehr laut gewesen sei, könne er nicht wirklich beurteilen, wie das Orchester gespielt habe, betonte Liebing. Für den Generalmusikdirektor fand er dennoch lobende Worte: Es sei eine "große Leistung, all das zu koordinieren, den großen Chor hinter der Bühne, dieses Orchester, das große Schlagwerk - das ist schon gelungen, dann noch ein paar Erwachsenenstimmen aus dem Off: Also das ist mal etwas ganz Anderes."

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