Long-Covid-Syndrom

    Das Virus geht, die Atemnot bleibt

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    Eine Person mit Kapuzenpulli sitzt auf dem Sofa und hält sich beide Hände vor das Gesicht.
    Die Symptome von Long-Covid können unterschiedlich sein. Oftmals ist von großer Erschöpfung und Müdigkeit die Rede. (Symbolfoto) © Unsplash / Christian Erfurt
    Moderation: Nicole Dittmer · 17.08.2021
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    Wenn das Leiden nach einer Coronainfektion kein Ende nimmt, kann es sich um Long-Covid handeln. Auch junge Patienten sind davon betroffen, berichtet die Ärztin Lisa Federle.
    Die Coronainfektion ist überstanden, die Viren sind nicht mehr in Körper nachweisbar - und doch fühlen sich manche Menschen noch krank. Long-Covid heißt dieses Phänomen. Experten gehen davon aus, dass etwa zehn Prozent aller Infizierten davon betroffen sind, mit unterschiedlich starken Symptomen und Einschränkungen.
    Dringenden Handlungsbedarf sieht die Initiative Long-Covid Deutschland. Sie hat dem Bundesministerium für Gesundheit eine Petition übergeben, die von 51.000 Menschen unterschrieben wurde.

    Einschränkung der Lunge

    Die Symptome von Long-Covid können unterschiedlich sein. Oftmals ist von großer Erschöpfung und Müdigkeit die Rede. Doch auch Kopfschmerzen, Tinnitus, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie Probleme mit der Haut oder Haarausfall können auftreten.
    Diese Symptome kennt auch die Ärztin Lisa Federle aus Tübingen. Sie berichtet beispielsweise von einer jungen Patientin, die nach einer Covid-Erkrankung auch noch nach einem Jahr "eine massive Einschränkung der Lunge" hat. Dadurch könne sie nicht mehr in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv sein.
    Eine Frau sitzt vor einem Mikrofon und erklärt etwas. Sie trägt ein schwarzes Oberteil. Es ist die Ärztin Lisa Federle.
    Es müssen Kriterien festgelegt werden, um Post-Covid von Long-Covid zu unterscheiden, fordert die Ärztin Lisa Federle.© Imago / ULMER Pressebildagentur
    Die genauen Ursachen für Long-Covid werden bisher nicht ausreichend erforscht, findet die Initiative Long-Covid Deutschland. Es gebe daher noch keine wirksame Therapie. Der Forschung fehle es an finanziellen Mitteln, heißt es.

    Grunderkrankungen und psychische Probleme

    Auch Federle verweist darauf, dass die Forschung über die Folgen einer Covid-Erkrankung noch am Anfang steht: "Wir wissen nicht genau, was noch alles auf uns zukommt." So gebe es beispielsweise auch noch keine Erkenntnisse zu dem Syndrom bei Kindern, sagt die Medizinerin.
    Und schließlich muss sie im Alltag Patienten auch mal sagen, dass ihre Probleme nichts mit Covid-19 zu tun haben. Denn es gebe auch Patienten, die ihre gesundheitlichen Einschränkungen entweder auf Impfreaktionen oder auf eine Covid-Erkrankung schöben, ohne ihre Grunderkrankungen oder psychischen Probleme zu betrachten.
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