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Lesart | Beitrag vom 06.11.2019

Lektüretipps NovemberAlter, Alltag, Yalla!

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Buchcover zu "Das Ende des Alterns", "Henry persönlich" und "Yalla, Feminismus" (Tropen Verlag, DuMont, Rowohlt Verlag)
Kann man das Alter ebenso überwinden wie Sexismus? Oder muss man sich in Bescheidenheit üben? Diese drei Bücher geben Auskunft. (Tropen Verlag, DuMont, Rowohlt Verlag)

Ein Roman, der das Altern feiert. Ein Sachbuch, das verspricht, es zu verhindern. Und dazu: selbstbewusste, junge Frauen, die sich den Weg in die Freiheit suchen. Unsere Lektüre-Empfehlungen für den November.

Jeden Monat empfiehlt die Lesart-Redaktion fünf Bücher, die sie für besonders lesenswert hält. Das können Sachbücher, Romane oder auch Kinderbücher sein. Hier finden Sie unsere Auswahl für den November:

Stefanie de Velasco: "Kein Teil der Welt"
Kiepenheuer & Witsch, Köln 2019
432 Seiten, 22 Euro

Buchcover zu Stefanie de Velascos Roman "Kein Teil der Welt". (Kiepenheuer und Witsch)Zeugen Jehovas nach der Wende in Ostdeutschland: Stefanie de Velascos Roman "Kein Teil der Welt". (Kiepenheuer und Witsch)

Wie entkommt man den Dämonen, an die man seit Kindertagen glauben muss? Stefanie de Velasco erzählt über ein Mädchen, das bei den Zeugen Jehovas aufwächst – und den Ausbruch schafft: durch die Kraft, die ihr eine Freundschaft und das Schreiben verleihen. Ein Emanzipationsroman, existenziell und erstaunlicher Weise und ungeheuer witzig.

David A. Sinclair/Matthew D. LaPlante: "Das Ende des Alterns. Die revolutionäre Medizin von morgen"
Aus dem Englischen von Sebastian Vogel
DuMont, Köln 2019
512 Seiten, 26 Euro

David Sinclair: Das Ende des Alterns (Cover: Dumont-Verlag )David Sinclair: Das Ende des Alterns (Cover: Dumont-Verlag )

David A. Sinclair ist ein Star unter den Altersforschern. Gemeinsam mit Matthew D. LaPlante taucht er tief in sein Fach ein und malt ein atemberaubendes Bild moderner Möglichkeiten für ein verlängertes Leben. Ausgiebig erklärt er dazu, was es mit den molekularen Feinheiten der Zellgenetik auf sich hat, was mit den Stoffwechselprozessen und was mit den Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Erbgut. Wer das Altern verstehen will, der sollte das hier lesen.

Reyhan Şahin aka Dr. Bitch Ray: "Yalla, Feminismus!"
Tropen Verlag, Stuttgart 2019
316 Seiten, 20 Euro

Buchcover zu "Yalla Feminismus" (Klett-Cotta)Wissenschaftliche Analyse im Ghettoslang: "Yalla Feminismus" von Lady Bitch Ray. (Klett-Cotta)

Als Hip-Hop-Künstlerin Lady Bitch Ray hat sich die selbsternannte 'Undercover-Feministin' Reyhan Şahin mit den Macho-Jungs des Deutsch-Rap angelegt. Als promovierte und preisgekrönte Sprachwissenschaftlerin rechnet sie jetzt mit der Diskriminierung im Wissenschaftsbetrieb ab. Selbstbewusst, wortgewaltig und brutal.

Marc Uwe Kling/Astrid Henn: "Das NEINhorn"
Carlsen Verlag, Hamburg 2019
48 Seiten, 13 Euro

Das Cover zeigt die eine runde, bunte Zeichnung, in deren Zentrum ein weißes Einhorn sitzt. Im Hintergrund ranken Pflanzen.  (Cover: Carlsen Verlag - Montage)Cover des Buches "Das NEINhorn" von Marc Uwe Kling und Astrid Henn (Cover: Carlsen Verlag - Montage)

Im Land der Träume ist es wunderschön, schnuckelig und lieblich. Finden alle. Nur das NEINHorn nicht! Also haut es ab. Und trifft so den WASbären, der nur zuhört, wenn er will. Den NahUND, der zu allem und jedem "Na, und?" sagt. Und die KönigsDochter, die immer Widerworte gibt. Zu viert sind sie ein tolles Team. Auch sprachlich: Nein! Doch! Was? Na und? Das füllt mitunter ganze Bilderbuchseiten - und ist Sprachwitz pur. Selten war Dauer-Mecker-Berieselung so lustig.

Stewart O’Nan: "Henry persönlich"
Aus dem Englischen von Thomas Gunkel
Rowohlt Verlag, Hamburg 2019
480 Seiten, 24 Euro

Buchcover des neuen Romans "Henry Persönlich" von Stewart O'Nan. (Rowohlt Verlag / Deutschlandradio)Stewart O'Nan beschreibt in seinem neuen Roman "Henry Persönlich" das wahre Leben. (Rowohlt Verlag / Deutschlandradio)

Nichts ist so spannend wie der Alltag. Jedenfalls dann, wenn der amerikanische Schriftsteller Stewart O’Nan über so banale Dinge wie die Zubereitung von Kaffee oder Erbsenpüree erzählt. "Henry persönlich" zeichnet ein filigranes Bild einer alten Ehe und einer beschaulichen Normalität, die beinahe unsichtbare Risse hat. So aufregend kann Unaufgeregtheit sein.

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