Kunstmesse Art Cologne

Verhaltener Neustart

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Die Art Cologne bei der Press Preview. Besucher:innen betrachten die Kunstwerke.
Die Art Cologne präsentiert vor allem modernistische Malerei, sagt Kunstkritiker Carsten Probst. © imago / NurPhoto / Ying Tang
Carsten Probst im Gespräch mit Sigrid Brinkmann · 17.11.2021
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Nach der letzten Ausgabe im April 2019 benötigte die größte deutsche Kunstmesse wegen der Pandemie mehrere Comeback-Versuche. Bei der Eröffnung am Mittwoch war viel Erleichterung zu spüren – aber auch Unsicherheit.
Trotz steigender Coronazahlen findet die Art Cologne in diesem Jahr statt, nachdem sie seit 2019 zweimal verschoben werden musste. 150 Galeristen und Händler zeigen Werke von der klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst.
Die meisten kommen aus dem deutschsprachigen Raum, Skandinavien und Benelux. Die großen US-Galerien fehlen jedoch. Direktor Daniel Hug rechnet nicht mit großen Verkaufszahlen, sondern ist schlicht froh, dass die Messe diesmal stattfinden kann.

Gedämpfte Erwartungen

Zur Eröffnung am Mittwoch seien die Erwartungen dementsprechend sehr gedämpft gewesen, sagt Kunstkritiker Carsten Probst. Im Laufe des Tages hätten sich die Hallen aber doch merklich gefüllt und die Galeristen seien positiv überrascht gewesen, so Probst.
"Von Euphorie würde ich aber trotzdem nicht sprechen. Die Unsicherheit, wie es weitergeht, ist einfach noch zu groß."

Das Angebot ist verhalten

Die Aussteller verfolgten diesmal einen konservativen Ansatz: Zu sehen gebe es vor allem "Malerei mit modernistischen Anmutungen, ein bisschen Fotografie und Skulptur. Alles andere, was heute künstlerische Strategien ausmacht, spielte fast keine Rolle."

Art Cologne - das Ende der Kunstpause Mehrfach musste die Art Cologne, Deutschlands größte Kunstmesse, verschoben werden. Nach zweieinhalb Jahren trifft sich die Branche nun erstmals wieder in Köln, um zu handeln und die Pandemiefolgen für den Kunstmarkt zu diskutieren. Für den Deutschlandfunk war Stefan Koldehoff vor Ort .

Zwar seien durchaus bedeutende Galerien und Künstler vertreten, aber das Programm wiederhole sich etwas und das Angebot sei eher verhalten.
"Das entspricht dem, was wir von der Art Basel und der FIAC in Paris gehört haben, dass die Geschäfte eigentlich im Moment nur in dem Preissegment bis 500.000 Euro laufen."

Der Messemarkt steht vor Veränderungen

Das klinge zwar nach viel, sei aber im Vergleich zu früheren Zeiten eher bescheiden, sagt Probst.
"Die Stimmung bei den Galeristen war trotzdem gut, weil das Alltagsgeschäft, auch dank digitalisierter Angebote und der Coronahilfen der Bundesregierung läuft."
Dennoch stehe der Messemarkt laut Art Cologne-Direktor Daniel Hug wegen der Pandemiefolgen vor einer größeren Umwälzung. Demnach gebe es auch bei den großen Messen eine ausgeprägte Regionalisierung und man müsse sich einschränken.
Zwar rechnet Hug damit, dass manche Messen langfristig nicht überleben werden. Die Zukunft der Art Cologne schätzt er allerdings optimistisch ein.

Art Cologne
bis 21. November 2021

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