Seit 05:05 Uhr Studio 9
Donnerstag, 04.03.2021
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Literatur / Archiv | Beitrag vom 04.08.2013

König Ohneland

Peter Hacks, der letzte Dandy der deutschen Literatur

Von Dagmar Just

Podcast abonnieren
Der Berliner Dramatiker Peter Hacks (1928-2003) (picture alliance / dpa)
Der Berliner Dramatiker Peter Hacks (1928-2003) (picture alliance / dpa)

Ein Denk-Mal aus Thesen und Tönen für den König ohne Volk und ohne Land. Peter Hacks war der größte Theaterdichter und Lyriker der Deutschen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts - nach eigener Aussage.

In den 50 Jahren seines Künstlerlebens veröffentlichte er fast jedes Jahr ein neues Bühnenstück. Seine Lyrik stand in den Schulbüchern. Die Liebesgedichte gehören zu den schönsten der deutschen Sprache.

Als er in seinem Todesjahr den letzten Gedichtband "Tamerlan in Berlin" herausbrachte, war er 75, aber keine Spur von altersweiser Versöhnlichkeit. Sein Testament waren Brandraketen.

Dieser Dichter, der den Mut hatte, eine Karriere im Westen aufzugeben für einen Traum von einer anderen Welt und der an der Schönheit dieses Traums festhielt, als alle anderen das sinkende Schiff schon verlassen hatten, war ein Gentleman und ein Genie, ein Snob und Stalinist, ein Träumer und gefürchteter Polemiker, ein poetischer Moralist und unwiderstehlicher Frauenkenner. Höchste Zeit, diesem König ohne Volk und ohne Land ein Denkmal zu setzen - aus Thesen und Tönen.

Ein Beitrag aus der Reihe Lyriksommer im Deutschlandradio Kultur

Manuskript zur Sendung als PDF-Dokument oder im barrierefreien Textformat

Mehr bei deutschlandradio.de

Links bei dradio.de:

Lyriksommer

Downloads:

Manuskript: König Ohneland (PDF)
Manuskript: König Ohneland (txt)

Literatur

Schriftsteller, die gehenIch ist ein Wanderer
Peter Handke beim Spaziergang auf der Insel Lido, Venedig 1982. (imago images / Andrea Merola)

Das Gehen dient ihnen als Schmiermittel des Denkens oder auch als Schleichpfad zur Selbstfindung. Ob Tomas Espedal, Peter Handke, Virginia Woolf oder Samuel Beckett – sie alle berichten, dass die Bewegung zu Fuß entscheidend ist für ihr Schreiben. Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur