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Lesart | Beitrag vom 14.07.2021

Jutta Bauer: "Corona Diaries"Pinsel, Farbe und ein humorvoller Blick auf den Corona-Alltag

Jutta Bauer im Gespräch mit Joachim Scholl

Zeichnung eines Waldes. Davor Menschen mit Telefonen und Hunden im Park. (Jutta Bauer)
Jutta Bauer beobachtete, was Menschen während des Lockdowns in Hamburg unternahmen. (Jutta Bauer)

In ihrem Buch "Corona Diaries" hat die Illustratorin Jutta Bauer ihren Alltag während des Lockdowns in Bildern festgehalten. Es sei ein Irrtum, dass man zu Hause nichts erlebe. Für die Zeit nach Corona hat sie einen utopischen Wunsch.

Die Illustratorin und Kinderbuch-Autorin Jutta Bauer richtete sich in ihrer Hamburger Wohnung während des Lockdowns eine kleine Arbeitsecke ein. Hierhin zog sie sich allabendlich zurück und malte, was sie tagsüber sah.

Ein Bedürfnis, zu malen

Im Park sitzen Menschen alleine auf einer Parkbank. An der Ampel halten alle Abstand - eine Aufstellung, wie für ein Schachspiel, notiert Bauer. Und vor den ehemals besetzten Häusern in der Hafenstraße steht: "Stay Home is fucking elitär".

Verschiedene getuschte Bilder auf denen Menschen Abstand halten oder Spazierengehen. (Jutta Bauer)Jeden Abend malte Jutta Bauer, was sie tagsüber in ihrer Umgebung wahrnahm. (Jutta Bauer)

Angefangen habe alles mit Kindern, die plötzlich in einem Baum kletterten, erzählt sie. "18 Jahre wohne ich jetzt hier und kein einziges Kind ist bis dahin im Baum gewesen", sagt sie. Und das habe sie dann gezeichnet und danach sei es wie ein Sog gewesen, diese Dinge festzuhalten. "Es war mir geradezu ein Bedürfnis." 

Mit sich selbst klarkommen

Es sei ja auch ein Irrtum, dass man nichts erlebt, wenn man nur zu Hause sitzt oder mal spazieren geht. Man könne auf sein reiches Innenleben zurückgreifen oder einfach beobachten. Es sei schon eine echte Erfahrung, mal mit sich selbst klarzukommen und sich wieder neu zu vernetzen. 

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Bauer hofft, dass sich nach Corona ein paar Sachen ändern. "Es gab so viele 'toughe' Maßnahmen bis hin zur Ausgangssperre, die politisch plötzlich gingen. Und da fragt man sich, ob das nicht auch im Zusammenhang mit Armut, Kurzstreckenflügen oder Steuergerechtigkeit möglich wäre. Das würde ich mir wünschen", sagt Bauer.

Jutta Bauer: "Corona Diaries"
Kibitz Verlag, Berlin 2021
96 Seiten, 18 Euro

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