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Konzert / Archiv | Beitrag vom 08.03.2019

Iván Fischer und das Konzerthausorchester BerlinAbsolut Strawinsky

(Marco Borggreve)
Iván Fischer (Marco Borggreve)

Ein ganzes Festival für Strawinsky - an diesem Abend beginnen Iván Fischer und das Konzerthausorchester Berlin eine Hommage an den Neuerer der Musik des 20. Jahrhunderts. Es wird Spaß machen, denn der Komponist liebte den Humor.

Ein Orchesterfest soll es sein, das Iván Fischer, der gewesene Chefdirigent und aktuelle Ehrendirigent des Konzerthausorchesters Berlin veranstalten möchte. Dazu hat er auch das Concertgebouworkest aus Amsterdam eingeladen und sein Budapest Festival Orchester. Um die drei großen epochemachenden Ballettmusiken "Der Feuervogel", "Petruschka" und "Le Sacre du Printemps" hat Iván Fischer ein Programm gestrickt.

Epochemachende Ballettmusik

Das Festival beginnt mit der Suite aus dem "Feuervogel" von 1919 - außerdem wir der renommierte französische Geiger Renaud Capuçon das Violinkonzert in D spielen, ein Werk aus einer Zeit, als der ewig neugierige und suchende Strawinsky nach seiner revolutionären Phase schon wieder musikalisches Neuland bestellt hatte. Er gilt ja als ein wichtiger Meister des Neoklassizismus - diese Richtung hat er perfekt bedient, ohne aus den Prinzipien dieser Stilistik eine Ideologie zu machen.

Der Geiger und Dirigent Renaud Capuçon (Jean Francois Leclercq/WarnerMusic/Mozartfest Würzburg)Der Geiger und Dirigent Renaud Capuçon (Jean Francois Leclercq/WarnerMusic/Mozartfest Würzburg)

Liebenswerte Musik

Ideologie war so wie so nicht Strawinskys Sache. "Das allgemeine Problem mit dem Musikverständnis besteht darin, dass den Leuten zu viel Respekt vor Musik beigebracht wird. Man sollte sie lieber lehren, Musik zu lieben." So äußerte sich der Komponist und liefert mit seiner Musik viele Beispiele für solch äußerst liebenswerte Musik. Ob sie nun aus persönlicher Zuneigung und Trauer über einen nahestehenden Menschen entstanden war wie die "Ode" zum Tode von Natalia Koussevitzky oder das "Jeu de Cartes"-Ballett aus den 1930er Jahren, in dem es um nichts anderes geht als um drei Spielzüge in einer Pokerrunde. Genau diesen Humor und musikalischen Erfindungsreichtum schätzt Festivalinitiator Iván Fischer an Igor Strawinsky.

Das Gespräch mit Iván Fischer können Sie hier hören:

Live aus dem Konzerthaus Berlin

Igor Strawinsky
"Jeu de cartes", Ballettmusik
Konzert für Violine und Orchester in D

ca. 21.00 Uhr Konzertpause, darin Iván Fischer über das Festival Absolut Strawinsky und das Schaffen dieses Komponisten

Igor Strawinsky
"Ode", Canto elegiaco in tre parti per orchestra
"Der Feuervogel", Suite aus der Ballettmusik (Fassung 1919)

Renaud Capuçon, Violine
Konzerthausorchester Berlin
Leitung: Iván Fischer

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