Höchste Inflation seit 1993

Schleichende Enteignung der Armen

07:05 Minuten
Illustration: Eine Hand hält ein paar Münzen vor grünem Hintergrund.
Wenig Geld ist jetzt noch weniger wert: Die hohe Inflation macht vor allem Menschen zu schaffen, bei denen es ohnehin knapp ist. © imago / fStop Images
Elke Schmitter im Gespräch mit Jana Münkel · 07.01.2022
Audio herunterladen
Die Preise in Deutschland steigen stark, die Inflation ist so hoch wie seit 1993 nicht mehr. Was das für arme Menschen bedeutet, werde zu wenig beachtet, kritisiert die Autorin Elke Schmitter. Man nehme in Kauf, dass Arme noch ärmer würden.
Angeheizt von steigenden Energiepreisen ist die Inflationsraten in Deutschland 2021 auf 3,1 Prozent gestiegen – auf das Jahr gerechnet der höchste Stand seit 1993. Im Dezember legten die Preise sogar um 5,3 Prozent zu, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Auswirkungen der Inflation

"Inflation hat in Deutschland immer noch so eine verheerende Bedeutung", sagt die Journalistin und Schriftstellerin Elke Schmitter. "Dass es eine schleichende Enteignung all derer ist, die keine Aktien oder Immobilien haben, wissen wir." Aber die Inflation sei vor allem für arme Menschen ein Problem. "Das wird nicht genügend diskutiert." Für jemanden, der nur eine Grundsicherung bezieht, bedeute es wirklich etwas, wenn die Preise für Lebensmittel oder Energie so ansteigen.

„Von der Hand in den Mund – wenn Arbeit kaum zum Leben reicht“: Das ist das Thema der Deutschlandradio-Denkfabrik 2022. Das ganze Jahr über beschäftigen wir uns in Reportagen, Berichten, Diskussionen und Interviews mit der Lage der Arbeitswelt in Deutschland. Unsere Beiträge können Sie hier online hören und lesen.

Die deutsche Gesellschaft sei in den 1970er-Jahren noch sehr viel solidarischer gewesen, sagt Schmitter. "Seit 2006 steigt die Armut, wir sind inzwischen bei über 16 Prozent armen Menschen." Gleichzeitig habe sich in der "Merkel-Ära" die Zahl der Millionäre verdoppelt. "Das nehmen wir hin und das ist eigentlich ein dauernder Skandal." Man nehme in Kauf, dass Menschen, die ohnehin arm seien, noch ärmer würden.

Kein Geld für Corona-Masken

Bei der Grundsicherung liege der Regelsatz für Hygieneartikel bei nur 4,60 Euro im Monat, kritisiert die Journalistin. Dieser Beitrag sei auch während der Pandemie nicht angehoben worden. "Wie kann man für 4,60 Euro alle Hygieneartikel und Masken kaufen?"

Abonnieren Sie unseren Weekender-Newsletter!

Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche, jeden Freitag direkt in ihr E-Mail-Postfach.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung!

Wir haben Ihnen eine E-Mail mit einem Bestätigungslink zugeschickt.

Falls Sie keine Bestätigungs-Mail für Ihre Registrierung in Ihrem Posteingang sehen, prüfen Sie bitte Ihren Spam-Ordner.

Willkommen zurück!

Sie sind bereits zu diesem Newsletter angemeldet.

Bitte überprüfen Sie Ihre E-Mail Adresse.
Bitte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung.
Mehr zum Thema