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Frühkritik | Beitrag vom 03.11.2016

Im Kino: "Willkommen bei den Hartmanns" Im Paradies regiert die Unzufriedenheit

Von Hans-Ulrich Pönack

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Der Regisseur Simon Verhoeven, seine Mutter, die Schauspielerin Senta Berger, und der Schauspieler Heiner Lauterbach bei der Filmpremiere ihres Films "Willkommen bei den Hartmanns" im Mathäser Filmpalast in München (picture alliance / dpa / Ursula Düren)
Der Regisseur Simon Verhoeven, seine Mutter, die Schauspielerin Senta Berger, und der Schauspieler Heiner Lauterbach bei der Filmpremiere ihres Films "Willkommen bei den Hartmanns" im Mathäser Filmpalast in München (picture alliance / dpa / Ursula Düren)

Dramen über Dramen: Simon Verhoevens Komödie "Willkommen bei den Hartmanns" schaut hinter die Kulissen einer gut situierten Münchner Familiie. Seine Mutter, Senta Berger, mimt dabei eine pensionierte Schuldirektorin, die einen Flüchtling aufnehmen will.

Die gut situierte Familie Hartmann lebt in einer feinen Münchener Gegend. Hier könnte alles bestens sein, doch in der Familie nagt Unzufriedenheit.

Hausherr Richard, Chefarzt einer Klinik, kommt mit dem Älterwerden nicht klar. Seine Frau Angelika, pensionierte Schuldirektorin, ist gutmütig und eine bemühte Weltretterin, fühlt sich aber unterfordert. Sie hat die Idee, einen Flüchtling aufzunehmen. Das gefällt dem Gatten gar nicht. Währenddessen beschließt die dauer-studierende Tochter (Palina Rojinski), wieder bei den Eltern einzuziehen. Der erwachsene Sohn Philip (F.D. Fitz) ist permanent auf Geschäftsreise, vernachlässigt sein Kind.

Balance zwischen Überzeichnung und Betroffenheit 

Der "ausgesuchte" Flüchtling aus Nigeria (Eric Kabongo) schließlich bestaunt die Idylle, wundert sich, welche Probleme sich im Paradies auftun, und mischt sich ein. Dann meldet sich auch noch die Nachbarschaft, in der sich Bürger ums deutsche Allgemeinwohl sorgen.

Simon Verhoeven, Sohn von Senta Berger und Regisseur Michael Verhoeven, hat einen klugen, amüsanten und kitschfreien Film gedreht mit einem Gespür für starke Pointen, hat die Balance zwischen Überzeichnung und Betroffenheit punktgenau hinbekommen – mit einem hervorragenden Ensemble. "Willkommen bei den Hartmanns" zählt zum besten deutschen Kino dieses Jahres!

"Willkommen bei den Hartmanns" (D 2016)  
Regie: Simon Verhoeven  - 111 Minuten – FSK: ab 12  
Mit: Senta Berger, Heiner Lauterbach, Elyas M’Barek, Florian David Fitz u.a.

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