Hoteldirektorin Innegrit Volkhardt

Gastgeberin der Berühmten und Mächtigen

33:59 Minuten
Innegrit Volkhardt, Geschäftsführerin des Hotels „Bayerischer Hof“ in München, trägt einen blauen Blazer und blickt direkt in die Kamera.
Innegrit Volkhardt, Geschäftsführerin des Hotels „Bayerischer Hof“ in München, ist die erste Frau, die das traditionsreiche Haus leitet. © Alessandra Schellnegger
Moderation: Katrin Heise · 12.05.2022
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Der Bayerische Hof beherbergt jedes Jahr die Münchner Sicherheitskonferenz und gilt als umsatzstärkstes Hotel in Deutschland. Innegrit Volkhardt führt das Haus in vierter Generation - mit ungetrübter Begeisterung. Erholung findet sie bei ihren Eseln.
Einmal im Jahr - wenn nicht gerade Corona ist - schaut die Welt auf das Hotel „Bayerischer Hof“ in München. Denn dann treffen sich dort Staatenlenker, Militärs und Sicherheitsexpert*innen aus aller Welt zur Münchner Sicherheitskonferenz.
Ihre Gastgeberin ist Innegrit Volkhardt, die das Fünf-Sterne-Luxushotel in vierter Generation leitet. Die Sicherheitskonferenz sei für ihr Haus ein „Ausnahmezustand, der super viel Spaß macht“, sagt sie. Zumal dort sehr wichtige Themen besprochen würden.

Hotelgast Putin

Auch Russlands Präsident Wladimir Putin war bei früheren Konferenzen ihr Gast, 2007 hielt er dort eine aggressive Rede, die bis heute nachhallt. Ihn wieder in ihrem Haus zu begrüßen hält Volkhardt in der jetzigen Situation für „schwer vorstellbar“.
Innegrit Volkhardt ist die erste Frau, die das traditionsreiche Haus leitet; ihr Urgroßvater hatte das Hotel 1897 erworben. Dessen Bau angeregt hatte Bayerns König Ludwig II., der in der Residenzstadt eine angemessene Herberge für seine Gäste wünschte.
Dadurch habe der Bayerische Hof von Anfang an ein besonderes Flair gehabt, das bis heute wirke, sagt die Geschäftsführerin. Nicht nur die Mächtigen dieser Welt steigen in dem Haus am Münchner Promenadeplatz ab, sondern auch Reiche und Berühmtheiten. Eine Luxus-Suite kann schon mal mehrere tausend Euro die Nacht kosten.

Nach der Corona-Flaute

Wobei gerade die berühmteren Gäste oft anspruchsloser seien, als man das vielleicht erwarten würde, berichtet die Hoteldirektorin. Die wohlhabenden russischen Kunden blieben derzeit fern, aber das wirke sich auf den nach der Corona-Flaute wieder sehr guten Umsatz kaum aus.
Das größte Problem sei momentan – wie überall in der Gastronomie –, genügend Personal zu finden, nachdem es während der Corona-Einschränkungen hohe Fluktuation bei den Mitarbeitenden gegeben habe. Ein Anreiz dabei: die betriebliche Fußballmannschaft, derzeit deutscher Meister beim Kickerwettbewerb unter den Hotelbelegschaften.

Pferde und Esel

Die Familientradition fortzusetzen ist Innegrit Volkhardt eine „innerliche Verpflichtung“ gewesen, als ihr Vater die Leitung des Hauses abgab. Dabei hatte sie sich als Kind vor allem für Pferde interessiert, erschien bei offiziellen Hotel-Anlässen im Reiter-Outfit statt im schicken Kleid, Stallgeruch inklusive.
Heute bezeichnet Innegrit Volkhardt die Leitung des Bayerischen Hofs als ihren Traumjob, weil er eine „irre Breite“ habe. Und zum Ausspannen verbringt sie Zeit mit ihren Eseln, deren „stoische Ruhe“ sie liebt. Als Kontrastprogramm zum Trubel etwa einer Sicherheitskonferenz.
(pag)
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