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Konzert / Archiv | Beitrag vom 23.11.2018

Franz Liszt Klavierwettbewerb170 Minuten für einen Gewinn

Moderation: Carola Malter

Die Gewinner stehen mit Blumensträußen und Urkunden vor einem Flügel (Musikhochschule für Musik Franz Liszt Weimar / Maik Schuck)
Grigoris Ioannou (3. Preis), Ruben Micieli (2. Preis) und Anton Yashkin (1. Preis und Publikumspreis) sind die Gewinner des Internationalen FRANZ LISZT Klavierwettbewerbes Weimar-Bayreuth (Musikhochschule für Musik Franz Liszt Weimar / Maik Schuck)

Es war ein enormes Pensum, das die Teilnehmenden am 9. Internationalen Franz Liszt Klavierwettbewerb Weimar-Bayreuth vorbereiten mussten und dann Runde für Runde präsentierten. Anfang November gab es das große Finale in Weimar mit den drei Gewinnern, die Werke des Wettbewerb-Patrons spielten.

In diesem Jahr fand der Internationale Franz Liszt Klavierwettbewerb Weimar-Bayreuth zum 9. Mal statt. Am Ende des großen Finales standen drei Pianisten im Blitzlichtgewitter der Weimarhalle: Anton Yashkin aus Russland erhielt den ersten Preis. Italiener Ruben Micieli und Grigoris Ioannou aus Griechenland belegten Platz zwei und drei. Deutschlandfunk Kultur hat das Finalistenkonzert aufgezeichnet.

Liszt in Weimar

Franz Liszt war immer mehr als "nur" ein Klaviervirtuose. Er war Komponist, Dirigent, Musikschriftsteller, Kulturpolitiker und -manager. Er kam 1848 als Hofkapellmeister nach Weimar, um die kleine thüringische Stadt musikalisch durchzuwirbeln. Sein Wohnhaus wurde Treffpunkt namhafter Besucher und für Meisterkurse, zu denen er in seinen letzten Lebensjahren viele junge Künstler kostenlos einlud. 

Blick in den berühmten Musiksalon im Liszt-Haus in Weimar. (picture alliance / dpa)Blick in den berühmten Musiksalon im Liszt-Haus in Weimar. (picture alliance / dpa)

Seine Pläne für eine Goethe-Stiftung mit jährlichen Preisen für Musik, Malerei, Bildhauerei oder Dichtung konnten nie verwirklicht werden. Aber der "Franz-Liszt-Klavierwettbewerb" hält diese Idee lebendig.

Runde für Runde

Acht Tage lang haben die Teilnehmenden aus aller Welt in Bayreuth und Weimar versucht, das Werk von Franz Liszt neu zu erwecken. Erstmalig gab es in diesem Jahr eine Vorauswahl per Video. 42 junge Pianistinnen wurden danach von der Jury eingeladen. Werke von Bach, Schubert, Haydn und Beethoven waren gefordert und natürlich die Werke von Liszt. 170 Minuten reine Spielzeit hatten sie vorzubereiten.

Virtuosiät in jungen Händen

Im 19. Jahrhundert sorgte Franz Liszt regelmäßig für eine kollektive Ohnmacht. Das ist heute nicht mehr so, aber der Nervenkitzel ist geblieben. Für junge Pianisten aber ist das Werk von Franz Liszt immer noch eine der finale Hürde auf der Tastatur. Dabei liegt das Geheimnis der Musik von Liszt nicht nur darin, die 'vielen Noten' zu bewältigen, sondern den Harmonien und Klängen auch das Zukunftsweisende zu entlocken.

Komponist Franz Liszt (imago/United Archives)Komponist Franz Liszt (imago/United Archives)

Und so stellte sich am Ende des Abends heraus: Der eigentliche "Gewinner" war vielleicht der Komponist selbst, dessen Werk mit jugendlichem Feuer und großer Begeisterung gespielt wurde.

Aufzeichnung des Konzertes vom 9. November 2018 in der Weimarhalle

Franz Liszt
Sinfonische Dichtung 'Prometheus'

Franz Liszt
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 Es-Dur
Ruben Micieli, Klavier

Franz Liszt
Totentanz für Klavier und Orchester
Anton Yashkin, Klavier

Franz Liszt
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 A-Dur
Grigoris Ioannou, Klavier

Anton Yashkin, Klavier (1. Preis und Publikumspreis) 
Ruben Micieli, Klavier (2. Preis)
Grigoris Ioannou, Klavier (3. Preis)

Mitgliedern der Staatskapelle Weimar
sowie Studierenden und Professoren der Hochschule für Musik Franz Liszt
Leitung: Ekkart Wycik

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