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Kompressor | Beitrag vom 23.12.2014

Frage des TagesWas macht der Atheist am Heiligen Abend?

Michael Schmidt-Salomon im Gespräch mit Max Oppel

Ein eingepacktes Geschenk vor einem Christbaum. (dpa / picture alliance / Caroline Seidel)
Gibt es bei Atheisten Geschenke? (dpa / picture alliance / Caroline Seidel)

Weihnachten ist eines der wichtigsten Feste für Christen. Für viele ist klar, wie sie das Fest begehen: Geschenke, Familie, Essen. Manch einer geht zu dieser Zeit das einzige Mal im Jahr in die Kirche. Aber wie feiern Atheisten Weihnachten?

Die kulturelle Bedeutung von Weihnachten habe sich schon längst gewandelt, sagte der Vorstandssprecher der religionskritischen Giordano Bruno Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, im Deutschlandradio Kultur. So wie einst die Römer am 25. Dezember die Geburt ihres Sonnengottes Sol feierten, deuteten heute viele Menschen das christliche Weihnachten in ein profanes Familienfest um. "Das mag einigen Kirchenvertretern zwar nicht gefallen, aber ich bin davon überzeugt, dass sie diesen Transformationsprozess kaum aufhalten können", sagte der Philosoph.

Charles Darwin an der Spitze der Tanne

Schmidt-Salomon sagte, auch er feiere an Weihnachten mit gutem Essen und Trinken, treffe nette Leute und beschenke Kinder. "Wir singen zwar keine frommen Lieder, aber ansonsten unterscheidet sich das, was wir an Weihnachten tun, nicht viel von dem, was in christlichen Familien stattfindet", sagte er. Es gebe zwar keine Krippe, aber einen Tannenbaum, bei dem man darüber streiten könne, ob es sich um ein christliches Symbol handele. Das Christentum habe es aus dem heidnischen Glauben übernommen, dass in diesen Bäumen gute Geister wohnten. Statt eines Engels schmücke bei ihm zu Hause eine Handpuppe des Evolutionsforscher Charles Darwin die Spitze der Tanne.

Gemeinsames Flunkern mit Kindern

Seine Kinder hätten vor längerer Zeit beschlossen, dass ein Mandarinen-Männchen die Geschenke bringe. "Ich meine auch, wir sollten unsere Kinder nicht für dumm verkaufen, wenn wir ihnen kuriose Geschichten erzählen, um ihre Fantasie zu beflügeln", sagte Schmidt-Salomon. Das sollte man stets mit einem Augenzwinkern tun, denn Kinder spürten, dass man gemeinsam mit ihnen flunkere. "Die fühlen sich als Personen ernst genommen", sagte Schmidt-Salomon. "Das ist meines Erachtens die entscheidende Grundlage  für ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Eltern und Kindern, nicht nur an Weihnachten, sondern auch an allen anderen Tagen im Jahr."

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